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Horizon Europe

Das 9. Forschungsrahmenprogramm für Forschung und Innovation wird von 2021 bis 2027 laufen und den Namen „Horizon Europe“ tragen. Die Kommission hat ihren Vorschlag für das neue Rahmenprogramm am 7. Juni 2018 vorgelegt und eine Gesamtbudget von rund 100 Mrd. € vorgeschlagen. Die formale Annahme wird für Sommer/Herbst 2020 erwartet. Das Programm soll am 1.1.2021 starten.

Während das derzeitige (8.) EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 noch bis Ende 2020 dauert, laufen bereits seit mehr als einem Jahr Diskussionen und Vorbereitungen zum nächsten (9.) Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (2021-2027). Es heißt “Horizon Europe”, die Europäische Kommission hat am 7. Juni 2018 ihren Vorschlag dazu präsentiert.

Die Verhandlungen

Unter österreichischer Ratspräsidentschaft haben im Juli 2018 die intensiven Verhandlungen im Rat begonnen. In nur 5 Monaten konnte eine Einigung der Mitgliedstaaten auf die inhaltlichen Eckpunkte von Horizon Europe erreicht werden. In früheren Rahmenprogrammen hatte dies jeweils mindestens ein Jahr gedauert. Dieser mit sehr viel Einsatz erzielte Verhandlungsfortschritt hat europaweite Anerkennung gefunden. Es konnte trotz des hohen Tempos auch eine hohe Qualität des Dossiers sichergestellt werden.

Unter rumänischer Ratspräsidentschaft konnte auf dieser Basis im April 2019 eine grundsätzliche Einigung zwischen Rat und Europäischem Parlament über die Inhalte von Horizon Europe erzielt werden. Das Budget blieb bei diesen Verhandlungen ausgeklammert und ist Teil der Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU 2021-2027. Nach einer Einigung über das Budget wird voraussichtlich im Lauf des Jahres 2020 auch die formale Annahme von Horizon Europe erfolgen. 

Der Inhalt

Die Kommission schlägt ein Gesamtbudget von rund 100 Milliarden Euro für Horizon Europe vor. Vorausgesetzt das Budget wird in dieser Größenordnung in den Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU bestätigt, wird Horizon Europe über deutlich mehr Budget verfügen als sein Vorgängerprogramm.

Über weite Strecken wird es Kontinuität geben, so etwa beim sehr erfolgreichen Europäischen Forschungsrat (ERC), oder den Stipendien für mobile Forschende (Marie Sklodowska Curie Maßnahmen. Auch werden weiterhin die kollaborativen Forschungsprojekte (an denen mindestens drei Institutionen aus mindestens drei Ländern teilnehmen) die Regel sein.

Wie schon in Horizon 2020 werden die großen gesellschaftlichen Herausforderungen einen großen Stellenwert haben. Neu ist dabei, dass konkrete Missionen definiert werden sollen.
Damit ist gemeint, dass in Bereichen, die für die Bevölkerung und/oder die Wirtschaft der EU besonders wichtig sind, konkrete Ziele definiert werden sollen, die in einem mittelfristigen Zeitraum durch eine konzentrierte Anstrengung erreichbar sein sollen. Dabei soll ein breites Spektrum an Maßnahmen von Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Förderung von Innovation aber auch Einbindung der Nachfrageseite einschließlich der sektoralen Politiken zum Einsatz kommen. Beispiele sind der Kampf gegen den Krebs, gesunde Gewässer, gesunde Böden oder CO2-neutrale Städte. Derzeit sind fünf Missionen geplant.

Auch die Schlüsseltechnologien werden wieder eine wichtige Rolle spielen. Sie wurden in eine Säule mit den gesellschaftlichen Herausforderungen integriert, um die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Aspekten besser steuern zu können.

Die zweite große Neuerung in Horizon Europe betrifft den Europäischen Innovationsrat (EIC). Er umfasst Maßnahmen zur gezielten Unterstützung bahnbrechender und markschaffender Innovationen. Diese sollen von der Idee bis zum Scaling-up hochinnovativer Unternehmen in einem One-stop-shop gefördert werden.