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Diversitas - Preisträgerinnen und Preisträger 2020

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Am 21. Dezember 2020 wurde nach 2016 und 2018 bereits zum dritten Mal der vom BMBWF ausgeschriebene Diversitätsmanagementpreis „Diversitas“ von Bundesminister Heinz Faßmann – coronabedingt – im Rahmen einer Online-Veranstaltung verliehen. Insgesamt wurden sieben Hochschul- und Forschungseinrichtungen mit Geldpreisen sowie haptischen Preisen in Form von Porzellanskulpturen ausgezeichnet. Die Skulpturen wurden im Zuge einer Kunstkooperation mit der Akademie der bildenden Künste von der Studentin Julia Belova gestaltet.

Fünf Geldpreise zu je 25.000,-- Euro gingen an die...

Universität Innsbruck
Medizinische Universität Innsbruck
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Fachhochschule Campus Wien
Pädagogische Hochschule Salzburg

Zwei Anerkennungspreise zu je 12.500,-- Euro gingen an die/das...

Universität für Weiterbildung Krems
Institute of Science and Technology Austria

Universität Innsbruck - Einrichtung einer interfakultären Organisationseinheit für die Geschlechterforschung (Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck)

Im Jahr 2019 hat die Universität Innsbruck das „Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung“ (CGI) Innsbruck etabliert. Der inter- und transdisziplinäre Forschungsverbund soll Gleichstellung und Diversität innerhalb der Universität, aber auch über die Grenzen der Universität hinaus stärken.
Das interdisziplinäre Zentrum steht ganz im Zeichen des Leitbilds der Universität Innsbruck, in dem sie sich klar zu Vielfalt und Offenheit bekennt. Ziel des CGI ist die Integration aller im Bereich der Gender Studies sowie Frauen- und Geschlechterforschung arbeitenden Wissenschaftler/innen und interessierten Mitarbeiter/innen der Universität Innsbruck. Auch für die ‚Third Mission‘ spielt das CGI eine wichtige Rolle, um die Themen Diversität, Gender und Gleichstellung über die Grenzen der Universität hinaus sichtbarer zu machen.
Bereits seit 20 Jahren werden Fragen der Geschlechter- und Diversitätsforschung in Innsbruck behandelt. Vor zehn Jahren setzte die Universität Innsbruck zur Vernetzung von Frauen- und Geschlechterforscher/innen mit der Gründung der interfakultären Forschungsplattform „Geschlechterforschung. Identitäten-Diskurse-Transformationen“ bedeutsame universitätspolitische Akzente. Die Gründung des Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck im vergangenen Jahr ist nun ein weiterer wichtiger Schritt, um diesen Forschungsbereich zu institutionalisieren, auszubauen und sichtbarer zu machen.
Auch für die forschungsgeleitete Lehre ist das CGI von Relevanz: Das interfakultäre Masterstudium „Gender, Kultur und Sozialer Wandel“ und das Doktoratskolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ werden von Forschenden des CGI getragen.

Medizinische Universität Innsbruck: Diversitas-Management/Migration/ Migrationsmedizin

Die Medizinische Universität Innsbruck arbeitet seit vielen Jahren an der Entwicklung und Weiterentwicklung einer geschlechter- und diversitätsaktiven Gleichstellungspolitik. Das Grundkonzept war und ist Diversität und Gender Medizin in alle Aktivitäten in Lehre, Forschung, Klinik und Verwaltung zu integrieren. Der neueste Schwerpunkt diesbezüglich ist Migration und Migrationsmedizin, welcher auch in den Leistungsvereinbarungen verankert ist.
Migrationsmedizin ist als Teil der Lehre in allen Pflichtcurricula – Human-, Zahn- und Molekularmedizin – integriert und prüfungsrelevant. Um das Thema herauszuheben, wurde im Studienjahr 2019/2020 eine Ringvorlesung zum Thema Migrationsmedizin angeboten. Zusätzlich gibt es Wahlfachseminare wie Diversitätskompetenzen in der Medizin, Diversität und Resilienz, Diversität und Migration sowie Diversität in der klinischen Praxis. Diese Themen wurden auf Basis einer Bedürfnis-Erhebung unter Studierenden mit Migrationshintergrund entwickelt
Die Aktivität der Medizinischen Universität Innsbruck hat auch eine starke Außenwirkung, denn die Universitätskliniken in Innsbruck sind als Schwerpunktkrankenhaus Anlaufstelle für Migrant/inn/en. Das seit 20 Jahren bestehende Frauengesundheitszentrum (FGZ), eine gemeinsame Einrichtung vieler Kliniken, hatte von Anfang an eine Ambulanz für Personen mit türkischem Migrationshintergrund und pflegt enge Kontakte mit Flüchtlingsheimen und dem Frauenhaus. Zusätzlich gibt es Anlaufstellen zu Fragen zu Gewalt, Genitalverstümmelung und genetischer Beratung. Diese Angebote waren stark nachgefragt, sodass 2019 eine Arbeitsgruppe „Migrationsmedizin“ unter Mitwirkung aller beteiligten Kliniken geschaffen wurde, mit dem Ziel, Angebote zu bündeln und die Bedürfnisse und Wünsche der Patient/inn/en noch effizienter abzudecken zu können.
Auch im Forschungsbereich wird Migrationsmedizin als Thema bearbeitet: Diplomarbeiten müssen Genderaspekte berücksichtigen, beim Master Molekularmedizin und bei PhD-Kursen ist Gender Medizin jeweils ein Pflichtfach und essentieller Bestandteil von Literaturresearch-Arbeiten, Kongressbeiträgen oder wissenschaftlichen Artikeln.

Was die Verwaltung betrifft, so hat der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKGl) unter anderem die Aufgabe, Diskriminierung nach Ethnie (Migration, Flucht) zu verhindern – z.B. durch Teilnahme an Hearings in Besetzungsverfahren sowie Berufungsverfahren. Seit 2019 besteht für alle neu aufgenommenen Mitarbeiter/innen die Verpflichtung, innerhalb des ersten Dienstjahres ein Diversitätskompetenz-Kurs zu absolvieren, in dem die rechtlichen Grundlagen für Gleichstellungs- und, Antidiskriminierungsthemen sowie sexuelle Belästigung vermittelt und reflektiert werden sowie auf Informations- und Anlaufstellen hingewiesen wird.

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw): Entwicklung und Implementierung einer Diversitätsstrategie

Im Jahr 2017 startete an der mdw der Prozess einer partizipativ entwickelten Diversitätsstrategie. Gleichsam darauf aufbauend wurden weitere Strategieentwicklungsprozesse (Forschung, Digitalisierung, Internationalität) und damit eine strategische Weichenstellung für einen universitätsübergreifenden Veränderungsprozess vorgenommen. Begleitet und umgesetzt wird dieser von der Stabsstelle Gleichstellung, Gender Studies und Diversität.
Zielsetzungen und Handlungsfelder der mdw-Diversitätsstrategie sind eine Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Exzellenz an der mdw in möglichst vielen Bereichen anzuregen, ein Bewusstsein für soziale Ungleichheitsdimensionen und damit einhergehenden Privilegierungen zu schaffen und sich zugleich in dem Kontext einer international renommierten Kunstuniversität mit Ein- und Ausschlussmechanismen zu beschäftigen. Dies geschieht anhand der Themenfelder Curricula, Zulassungsprüfungen, Lehre/Forschung/Weiterbildung, Internationales und Personal.
Zu den Maßnahmen zählen:

  • Einrichtung einer Checkbox für alternative Prüfungsmethoden
  • Prozess zur Verankerung von Gender- und Diversitätskompetenz in den Qualitätsprofilen und im Lehrveranstaltungsangebot der Curricula
  • Produktion eines Leitfadens zu gender- und diversitätssensibler Didaktik
  • Gestaltung eines Tages der Vielfalt
  • Implementierung eines Buddy-Programms für internationale Erstsemestrige mit Fokus auf gendersensibles, transkulturelles Training der Buddies
  • Umsetzung von Karrierebegleitungsprogrammen für Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen

Die mdw-Diversitätsstrategie dient als Instrument, um einen Veränderungsprozess hin zu einer diskriminierungsfreieren Universitätskultur an der mdw in Gang zu setzen.

Fachhochschule Campus Wien: Diversität konkret! – Gesamtstrategie für die FH Campus Wien

Für die Entwicklung einer diversitätsgerechten Organisationskultur ist eine nachhaltige Verankerung von Diversitätsmanagement, Chancengerechtigkeit und Antidiskriminierung in allen hochschulischen Strukturen und Prozessen notwendig. Dahingehend richtet die Abteilung „Gender & Diversity Management“ in enger Kooperation mit der FH-Leitung seit mehr als 15 Jahren das Arbeitsfeld Diversitätsmanagement an der Fachhochschule Campus Wien mit Projekten aus. Diversitätsmanagement soll hinkünftig stärker mit den Kernzielen der FH Campus Wien sowie mit externen Anforderungen eng verknüpft und allen Absolvent/inn/en die bestmögliche Ausbildung bieten und dabei die Diversität der Studierenden als Chance nutzen.
Eine ganzheitliche Diversitätsstrategie ermöglicht die strukturelle und prozessbezogene Verankerung in allen Handlungsfeldern der Hochschule. Nicht nur in Lehre und Forschung, sondern auch als Organisation ist dabei ein reflektierter Umgang mit Diversitätsaspekten erforderlich. Zur Entwicklung und Realisierung einer ganzheitlichen Diversitätsstrategie setzt die FH Campus Wien auf Bewusstseinsbildung und Partizipation durch die strukturierte Einbindung von Studierenden, Lehrenden, Forschenden, Mitarbeiter/inne/n, Führungskräften sowie der Hochschulleitung. Auf Basis eines Diversity-Screenings und -Monitoring werden zielgruppenorientierte Maßnahmen entwickelt. Ziel ist, dass insbesondere Studienbewerber/innen durch eine gesteigerte soziale Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Hochschulbildung profitieren und Studienabbrüche gesenkt werden.

Pädagogische Hochschule Salzburg – Diversitätssensible, inklusive Hochschule

Mit der Zielsetzung ihre Studierenden in der Ausbildung und Lehrer/innen in der Fort- und Weiterbildung bestmöglich für die Arbeit in heterogenen Zusammenhängen vorzubereiten, hat die Pädagogische Hochschule Salzburg ihren vor einigen Jahren gestarteten Entwicklungsprozess zur diversitätssensiblen inklusiven Pädagogischen Hochschule eingereicht. Als Maßnahmen wurden bspw. Professuren in den Bereichen Geschlechter-, Migrations- und Inklusionspädagogik besetzt, Forschungsprojekte zu Diversitätsfragen besonders gefördert, Kompetenzzentren für unterschiedliche Diversitätsbereiche eingerichtet und auch ein National Center of Competencies für Begabungs- und Begabtenförderung ins Leben gerufen.
In einem spezifischen Programm erhalten Studierende mit mentalen Beeinträchtigungen Zugang zu einer tertiären Einrichtung. Die Curricula werden diversitätssensibel gestaltet. Auch die beiden der Pädagogischen Hochschule angeschlossenen Praxisschulen beteiligen sich an diesem Prozess und haben u.a. die Anzahl der Inklusionsklassen ausgebaut. Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projekts neben dem starken Commitment seitens des Rektorats ist das große Engagement der Mitarbeiter/innen aus den Bereichen der Lehre, Forschung, Verwaltung und der Praxisschulen der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.

Universität für Weiterbildung Krems: Gender- und Diversitätskompetenz in der Lehre an der Universität für Weiterbildung Krems

Die Förderung von Gender- und Diversitätskompetenz bei Studierenden und Mitarbeiter/innen ist der Donau-Universität Krems ein wichtiges Anliegen, welches in ihren strategischen Dokumenten verankert ist und auch im Sinne des Wissenstransfers einen gesellschaftlichen Beitrag leisten soll. Auf Initiative der Stabsstelle für Gleichstellung und Gender Studies wurde fakultätsübergreifend ein Online-Modul zu Gender und Diversität erarbeitet, das sich an Mitarbeiter/innen sowie interne und externe Lehrende richtet. Darauf lassen sich lehrgangspezifische Modulteile – auch in Präsenz – aufbauen und so zu einem vollständigen Blended-Learning-Format ergänzen. Diese Module sollen nach der Erprobung Teil möglichst aller Lehrgänge werden. Auch eine „Handreichung zu Gender und Diversität in der Lehre“ wurde erarbeitet. Verantwortliche in der Lehre werden zusätzlich beraten, um inhaltliche Verknüpfungen von Lehrgangsinhalten mit Gender und Diversität zu identifizieren. Zudem gibt es jährliche Weiterbildungen zu „Gender- und Diversitätskompetenz“ für alle Lehrenden.
Die Universität für Weiterbildung Krems schließt besonders ihre Studierenden mit ein, da über sie ein großer gesellschaftlicher Multiplikator/inn/eneffekt erzielt werden kann. Dies ergibt sich daraus, dass fast die Hälfte ihrer Studierenden mehr als zehn Jahre Berufserfahrung samt entsprechender Stellung in ihren Unternehmen mitbringt.
Die Studierenden vertiefen ihr Wissen zu Gender und Diversität und lernen zu verstehen, wie realitätskonstituierend Zuschreibungen und Stereotype wirken. In weiterer Folge erkennen sie, wo ihre individuellen und professionellen Anknüpfungspunkte in den Bereichen Gender und Diversität bestehen.  

Institute of Science and Technology: “Diversity is a fact – Inclusion is a must”

IST Austria konnte seit seiner Gründung in 2009 eine Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hintergründe anziehen. Um als Forschungsinstitut erfolgreich zu sein, wird unter der Prämisse gehandelt, dass Diversität alleine nicht ausreicht, sondern nur die Kombination von Diversität und Inklusion zu einer Erhöhung von Kreativität und Innovationskraft führt. Daher ist Inklusion ein Muss für eine Institution wie IST Austria um seine Mission zu erreichen. Das IST Austria legt folglich einen Fokus auf die Stärkung einer soziokulturellen Umgebung in der Kreativität und Innovation bestmöglich gedeihen können. Das Aufdecken von blinden Flecken und die Internalisierung von Inklusion in das „Mindset“ der Mitarbeitenden leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag.
Gleichzeitig hat IST Austria den Anspruch in jedem Organisationsbereich moderne Lernmethoden anzuwenden sowohl bei der Ausbildung von Doktorand/innen, als auch für jede/n Mitarbeiter/in am Campus. Um das Ziel einer inklusiven Kultur unter Anwendung moderner Lernmethoden zu erreichen, bietet das IST Austria den Mitarbeiter/innen eine Reihe von kompakten und maßgeschneiderten Aktivitäten an, die dem Prinzip des erfahrungsbasierten Lernens folgen: von eigenständigem erfahrungsbasiertem Lernen bis zu moderiertem erfahrungsbasiertem Lernen in Workshops zu Themen wie „Implicit Bias“, „Intercultural Competence“ und „Gender Equity in Science“. Aktive Teilnahme und Perspektiven-Wechsel werden speziell gefördert zu Anlässen wie dem „International Day“, der IST-Austria-Kunstausstellung zu Diversität, der Poetry-Slam-Veranstaltung und einer geplanten Filmaktivität, welche die Diversität der Mitarbeiter/innen am IST Austria nochmals verdeutlicht und die Inklusion fördert.

Haptische Preise Diversitas 2020

Diversitas 2020_Porzellanskulpturen
Bildnachweis: Gerald Rauch/BMBWF