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Gelungener Startschuss für neue Etappe in der Digitalisierung der Universitäten

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) hat jene 35 Projekte gekürt, die als Sieger aus der Ausschreibung „Digitale und soziale Transformation“ hervorgegangen sind. Sie werden nun mit 50 Mio. Euro gefördert.

Bereits in der Vergangenheit hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) gezielt auf den Ausbau bzw. die Weiterentwicklung von Informationstechnologie und ihrer Infrastruktur in allen universitären Bereichen gesetzt. Das gilt ganz besonders für den Einsatz digitaler Medien in Form von Blended Learning und E-Learning, aber auch für das (freie) Zugänglichmachen von Forschungsdaten und Forschungsergebnissen (Open Data und Open Access) an öffentlichen Universitäten.

Erste explizite Digitalisierungsausschreibung für Universitäten

Allerdings hat es zur Digitalisierung bisher keine explizite Ausschreibung gegeben, wie das nun mit jener zur „Digitalen und sozialen Transformation in der Hochschulbildung“ der Fall ist. Das betonte auch Bundesminister Heinz Faßmann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Präsentation ihrer Ergebnisse, die am Montag, den 20. Jänner 2020, im Audienzsaal des BMBWF stattfand. „Nie zuvor wurden 50 Mio. Euro derart fokussiert in neue, kreative Digitalisierungsprojekte investiert, wie das nun der Fall ist“, betonte er da und sprach von einer „ansehnlichen Summe“, verglichen mit den 200 Mio. Euro, die der Wissenschaftsfonds FWF jährlich an Forschungsförderung vergibt. Beachtlich ist für Faßmann auch die Erfolgsquote von 50 Prozent. Von den insgesamt 71 Projekten, die bei der Ausschreibung eingereicht worden waren, waren immerhin 35 erfolgreich, also jedes zweite Vorhaben. Bei ihnen allen handle es sich um „wirklich strukturverändernde, richtungs- und zukunftsweisende Projekte, die das Potenzial haben, das gesamte Universitäts- und Hochschulsystem innovativ und leistungsfähig für das digitale Zeitalter zu gestalten“, sagte Faßmann.  

Bilden von Verbünden und Kooperationen als Auswahlkriterium

Diese Breitenwirksamkeit für den österreichischen Hochschulraum war es auch, die Dominic Orr, Professor für Education Management und einer jener Fach- und Expert/inn/enjury, die den Vergabevorschlag erarbeitet hatte, in seinem Statement bei der Präsentation hervorhob. „Digitalisierung kann eine Hochschule alleine nicht leisten. Dafür müssen Hochschulen strategisch zusammenarbeiten, wie es auch in dieser Ausschreibung verlangt wird“, führte aus. Der Zusammenschluss von mehreren Universitäten bzw. von Universitäten und anderen Hochschulen (Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen ) sowie sonstigen Plattformen zu österreichweiten Verbünden und Clustern war ein weiteres, wesentliches Auswahlkriterium bei dieser Ausschreibung – neben der inhaltlichen Schwerpunktsetzung. Sie umfasste sowohl den digitalen wie auch den damit einhergehenden sozialen Wandel. Die Mehrheit der insgesamt 35 Projekte, die letztlich auswählt wurden, zielt daher auch auf beides ab. Für Orr sei das eine ohnehin nicht vom anderen zu trennen, wenn Universitäten und Hochschulen ihre gesellschaftliche Verantwortung als Wissensvermittlerinnen und Wissensproduzentinnen im 21. Jahrhundert wahrnehmen. Er sieht sie in vier Bereichen gefordert, auf die deshalb auch die Ausschreibung abzielt:

  1. Hochschulen müssen Absolvent/inn/en hervorbringen, die neben ihrem Fachwissen, auch über die notwendigen „soft skills“ – also zumindest implizit über Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen – um in der digital vernetzten, „smarten“ Welt tatsächlich reüssieren zu können. Das umfasse nicht nur IT-Kenntnisse, sondern auch kommunikative Fähigkeiten, Teamgeist oder eigenständig lernen zu können. Dazu sei es wichtig, neue Lehr- und Lernformen einzusetzen und abzutesten.
  2. Hochschulen haben die gesellschaftliche Verantwortung, Freiräume für Diskurse & Kritik zu schaffen. Denn nur dadurch entstehen, kreative, neue Ideen, die ihrerseits zu Innovationen führen. Und die sind notwendig, um Lösungen für die globalen, Herausforderungen, wie etwa dem Klimawandel, zu finden. Dazu haben sich Hochschulen sowohl in der Lehre als auch in der Forschung zu öffnen: durch offene Lehr- und Lernformen, um für alle Teile der Gesellschaft zugänglich zu sein; und durch offen zugängliche Forschungsergebnisse und Forschungsdaten, um zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen.
  3. Hochschulen sind längst technisierte Hochschulbetriebe, weil sie schon heute Daten und Software in ihren Prozessen einsetzen. Man denke an Studienverlaufsdaten, an Belegungszahlen von Lehrveranstaltungen oder an Informationen über bestandene Prüfungen und Abschlüsse. Diese Daten gilt es nun, effektiv zu nutzen und smart weiterzuverwenden. „Es ist wichtig, dass Hochschulen ihre datengeschützten Vorgänge gezielt analysieren, optimieren und gemeinsame Standards setzen, die Transparenz und Offenheit gewährleistet“, erklärte Orr.
  4. Schließlich muss Digitalisierung als Prozess der Hochschulsteuerung verstanden werden, der nicht nur bestehende, operative Abläufe vereinfachen und effizienter gestalten kann, sondern durch den auch völlig neue Strukturen und Prozesse entstehen können. Dazu bedürfe es eines gemeinsamen strategischen Ansatzes, wie jenen von institutionellen Digitalisierungsstrategien, die die Universitäten nun bis 2021 erarbeiten. So wurde es in den Leistungsvereinbarungen vereinbart.

Alle 35 Projekte, die aus dieser Ausschreibung  als Siegerinnen hervorgingen, drehen sich daher auch um eine der sechs folgenden Themenbereiche:

  1. Um die Vermittlung dieser Digital Skills
  2. Um Digitales Lehren und Lernen
  3. Um Learning Analytics, also den Umgang mit Lerndaten, um daraus ein verändertes Lernverhalten zu entwickeln
  4. Um Open Science  – also das Zugänglichmachen von Forschungsergebnissen und Forschungsdaten
  5. Um die digitale Hochschulverwaltung oder
  6. Um die bereits angeführte breite Teilhabe in der Hochschulbildung (Soziale Dimension).

Das belegten auch die sieben Projekte, die bei der Veranstaltung tatsächlich präsentiert wurden:

Nach der Ausschreibung ist vor der Umsetzung

Mit dem Abschluss des eigentlichen Ausschreibungsverfahrens geht es nun richtig mit der Umsetzung los. Dazu haben die 18 Universitäten, die die 35 ausgewählten Projekte verantworten, ihre Einreichungen entsprechend der an sie übermittelten Abänderungen und Auflagen zu überarbeiten. Das gilt insbesondere für die entsprechenden Kostenkalkulationen, die ebenfalls entsprechend angepasst werden müssen.

Jährliches Controlling der Umsetzung, Endbericht nach Projektabschluss

Selbstverständlich begleitet das BMBWF die erfolgreiche Umsetzung der geförderten Projekte. Dazu haben die Universitäten bis zum 30.April des jeweiligen Jahres Zwischenberichte vorzulegen. Alle Projekte sind bis spätestens Ende 2024 umzusetzen. Über den (erfolgreichen) Projektabschluss ist ein Endbericht vorzulegen.

BMBWF-Broschüre mit allen 35 ausgewählten Digitalisierungsprojekten

Sämtliche Projekte und alle Details über die Ausschreibung sind in der BMBWF-Broschüre „Digitale und soziale Transformation in der Hochschulbildung. Ausgewählte Digitalisierungsvorhaben an öffentlichen Universitäten 2020 bis 2024“ nachzulesen. Zudem stehen die PowerPoint-Folien der Präsentationen, die bei der Veranstaltung gezeigt wurden, zum Download bereit.

Download:

Kontakt:

Dr.in Eva Gaisbauer
IV/8 Finanzierung & Controlling der Universitäten
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
eva.gaisbauer@bmbwf.gv.at

Mag. Georg Tummeltshammer
IV/8 Finanzierung & Controlling der Universitäten
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
georg.tummeltshammer@bmbwf.gv.at

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