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Die „European Universities“ Initiative

Die „European Universities“ Initiative ist eine neue Form der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen, die auf den komplementären Stärken der Beteiligten aufbaut, um einen Grad an Kooperation zu erreichen, der über bisherige Formen der Zusammenarbeit deutlich hinausgeht. Diese Allianzen sollen Studierenden ermöglichen, durch strukturiert integrierte Studienaktivitäten, die in mehreren EU-Ländern durchgeführt werden, einen Studienabschluss zu erwerben und somit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen beizutragen.

Die „Europäischen Hochschulen“ verfolgen Ziele wie z.B. Erhöhung von grenzüberschreitender Mobilität, Förderung von Spitzenqualität und Exzellenz in Bildung und Forschung, enge Verknüpfung von Lehre, Forschung, Innovation und Wissenstransfer, Förderung des mehrsprachigen Lernens und Entwicklung von gemeinsamen Bildungs- und Forschungsprogrammen und -projekten.

Durch ein Übereinanderlegen dieser Aktivitäten, eingebettet in eine neuartige Qualität der Ambition, sollen in der Europäischen Union global sichtbare, wettbewerbsfähige und an den großen Herausforderungen der Menschheit arbeitende Hochschulstrukturen entstehen. Österreich engagiert sich aktiv für den Erfolg dieses Projekts.

Die Europäische Kommission plant, die Initiative „Europäische Hochschulen“ vollständig im Rahmen des Programms Erasmus+ (2021-2027) umzusetzen.

Gemeinsam exzellent durch die „European Universities“ - Initiative

Gemeinsam exzellent - so kann man die Zielsetzung der Europäischen Hochschulen kurz zusammenfassen, die den Europäischen Hochschulraum stärken und letztlich dazu beitragen soll, den Europäischen Bildungsraum zu verwirklichen. Gelingen soll das durch die Herausbildung von etwa 20 "European Universities" bzw. "Europäischen Hochschulen" bis 2024, die durch internationale Kooperation mehrerer Hochschulen in verschiedenen EU-Ländern entstehen. Studierende bekommen so die Möglichkeit, einen Studienabschluss durch eine Kombination von Studien in mehreren EU-Ländern zu erwerben. Für die Hochschulen bringt das eine stärkere internationale Vernetzung und Mobilität. Sie haben dadurch die Chance mit sich, die an den einzelnen Standorten vorhandene Exzellenz und Expertise zu bündeln und so zu einer der führenden Universitäten aufzusteigen.

Die Idee hinter den Europäischen Hochschulen

Im September 2017 hat der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bei seiner Rede an der renommierten Pariser Universität Sorbonne vorgeschlagen, bis 2024 mindestens 20 Europäische Universitäten zu gründen, "die ein Netzwerk von Universitäten aus mehreren Ländern Europas bilden und die einen Studienverlauf schaffen, in dem jeder Studierende auch im Ausland studieren kann […] und die Orte pädagogischer Neuerung und exzellenter Forschung sind."

Bereits zwei Monate später griff die EU-Kommission diese Idee in ihrer Mitteilung zur "Stärkung der Europäischen Identität durch Bildung und Kultur" auf, die in Folge auch von den europäischen Staats- und Regierungschefs anlässlich des Europäischen Rates im Dezember 2017 bestätigt wurde.

Grundsätzliche Zielsetzungen der Europäischen Hochschulen

  •  „European Universities“ sind Netzwerke, die sich bottom-up bilden und eine gemeinsame langfristige Strategie zur Zusammenarbeit auf Organisationsebene und in verschiedenen Aktivitätsfeldern verfolgen. Sie bauen auf komplementären Stärken auf, um einen Grad an Kooperation zu erreichen, der über bisherige Formen der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene deutlich hinausgeht.
  • Die neue Art der Kooperation zwischen Hochschulinstitutionen soll sich über alle Regionen Europas, auf allen Ebenen der Organisationseinheit und über alle Aktivitätsfelder hinweg von Lehre über Forschung hin zu Innovation erstrecken.
  • Durch die Zusammenarbeit sollen Synergien geschaffen werden, die zu einer substantiellen Verbesserung der Qualität, Performance, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandortes Europa führen sollen.
  • Wesentliches Element der Zusammenarbeit ist die Mobilität auf allen Ebenen (Bachelor, Master, PhD). Studierenden, Lehrenden und Forschenden soll es möglich sein, sich möglichst nahtlos über Grenzen hinweg zu bewegen und in unterschiedlichen Sprachen tätig zu sein.
  • „European Universities“ erreichen höchste Qualität in Lehre, Forschung und Innovation, indem sie in hohem Maße integrierte und flexible Studienangebote anbieten und den Weg für beste pädagogische Modelle ebnen. Durch die Integration kommt es zu einem Wissens- und Innovationstransfer. Die „European Universities“ fungieren als Role-Models im Bereich hochqualitative Lehre, Forschung, Innovation und leisten darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Regionalentwicklung.
  • Gesamteuropäisch betrachtet werden die „European Universities“ geografisch und sozial inklusiv sein. Auch unterrepräsentierten Gruppen und nicht-traditionellen Studierenden wird die Teilnahme offenstehen und somit ihre Zusammensetzung die Diversität Europas widerspiegeln.
  • Langfristig sollen „European Universities“ zur Verwirklichung des Europäischen Bildungsraums beitragen, die europäische Integration stärken, die europäischen Werte fördern und die europäische Identität festigen.
  • Die Erreichung dieser Ziele erfolgt durch ein schrittweises und ambitioniertes Herangehens an die gemeinsamen Aktivitäten. Neben der Finanzierung aus Erasmus+ sollen die Netzwerke weitere Ressourcen auf nationaler und europäischer Ebene lukrieren, um Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit zu erreichen.

2019 starteten erste Pilotprojekte

Im ersten Jahr der Pilotphase zur neuen Initiative „Europäische Hochschulen“ wurden 17 Projekte ausgewählt, die bereits im November 2019 gestartet sind. Für sie steht ein Gesamtbudget von bis zu 85 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Pilotprojekten werden verschiedene Modelle zur Umsetzung des neuen Konzepts der „Europäischen Hochschulen“ und seines Potenzials zur Verbesserung der Hochschulbildung erprobt. 

114 Hochschulen aus 24 EU-Mitgliedstaaten, sind daran beteiligt, darunter die Universität Graz und die Universität für Bodenkultur Wien. Jede Allianz erhält von der Europäischen Kommission fünf Millionen Euro für die Förderlaufzeit von drei Jahren.

Zweite Ausschreibungsrunde 2020

Am 6. November 2019 hat die EU-Kommission einen neuen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Erasmus+-Programms veröffentlicht. Dieser Call beinhaltete auch die zweite Ausschreibung für die Pilotphase der „European Universities“. Die Einreichfrist lief bis 26. Februar 2020. Insgesamt geht es um ein Fördervolumen von rund 120 Millionen Euro.

Die Anträge waren direkt bei der EACA, der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles & Kultur einzureichen. Die Nationalagentur Erasmus+ für Bildung und Hochschulbildung, die beim OeAD eingerichtet ist, bot Beratung für die Antragstellung an.

Am 9. Juli 2020 veröffentlichte die Europäische Kommission die Auswahlergebnisse aus dieser zweiten Ausschreibung: an den europaweit nun ausgewählten 24 Projekten nehmen sechs österreichische Hochschuleinrichtungen teil: die Universität Innsbruck, die Wirtschaftsuniversität Wien, die FH Vorarlberg, das Management Center Innsbruck, die Montanuniversität Leoben und die FH St. Pölten, wobei die beiden Letztgenannten in ihrer jeweiligen Allianz als koordinierende Hochschulinstitution fungieren. Österreich ist damit in einem Viertel aller ausgewählten Projekte vertreten.

Gemeinsam mit den erfolgreichen Projekten der Universität für Bodenkultur Wien und der Universität Graz aus der ersten Ausschreibung, sind es somit insgesamt acht österreichische Hochschuleinrichtungen, die sich an der „European Universities“-Initiative beteiligen.

Die Zukunft der Europäischen Hochschulen 

Es ist geplant, die Initiative „Europäische Hochschulen“ in das neue Programm Erasmus+ (2021 bis 2027) zu integrieren. Die Trilog-Verhandlungen zwischen dem Rat, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission wurden unter finnischem Vorsitz gestartet. 

Links

Kontakt

Ing.in Mag.a Dr.in Melinda Macho
Abteilung IV/11 – Europäischer Hochschulraum, EU-Bildungsprogramme, Bologna-Prozess und Mobilität
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
T  +43 1 53120-7887
evelin.macho@bmbwf.gv.at
www.bmbwf.gv.at

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