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Die Initivative „European Universities“

„European Universities“ stellen eine neue Form der Kooperation zwischen Hochschuleinrichtungen dar. Gelingen soll das, indem bis 2024 etwa 20 "Europäische Hochschulen" durch internationale Kooperation mehrerer Hochschulen in verschiedenen EU-Ländern entstehen. Das soll nicht nur Studierenden zugute kommen, sondern letztlich die Exzellenz und Expertise des gesamten Europäischen Hochschulraums massiv stärken

Gemeinsam exzellent durch Europäische Hochschulen

Gemeinsam exzellent - so kann man die Zielsetzung der Europäischen Hochschulen kurz zusammenfassen, die den Europäischen Hochschulraum stärken und letztlich dazu beitragen soll, den Europäischen Bildungsraum zu verwirklichen. Gelingen soll das durch die Herausbildung von etwa 20 "European Universities" bzw. "Europäischen Hochschulen" bis 2024, die durch internationale Kooperation mehrerer Hochschulen in verschiedenen EU-Ländern entstehen. Studierende bekommen so die Möglichkeit, einen Studienabschluss durch eine Kombination von Studien in mehreren EU-Ländern zu erwerben. Für die Hochschulen bringt das eine stärkere internationale Vernetzung und Mobilität sowie die Chance mit sich, die an den einzelnen Standorten vorhandene Exzellenz und Expertise zu bündeln und so zu einer der führenden Universitäten aufzusteigen.

Die Idee hinter den Europäischen Hochschulen

Im September 2017 hat der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bei seiner Rede an der renommierten Pariser Universität Sorbonne vorgeschlagen, bis 2024 mindestens 20 Europäische Universitäten zu gründen, "die ein Netzwerk von Universitäten aus mehreren Ländern Europas bilden und die einen Studienverlauf schaffen, in dem jeder Studierende auch im Ausland studieren kann […] und die Orte pädagogischer Neuerung und exzellenter Forschung sind."

Bereits zwei Monate später griff die EU-Kommission diese Idee in ihrer Mitteilung zur "Stärkung der Europäischen Identität durch Bildung und Kultur" auf, die in Folge auch von den europäischen Staats- und Regierungschefs anlässlich des Europäischen Rates im Dezember 2017 bestätigt wurde. Gemeinsam forderten sie die "Förderung der Herausbildung von etwa zwanzig 'Europäischen Hochschulen' bis 2024, bestehend aus nach dem Bottom-up-Prinzip errichteten Hochschulnetzwerken in der gesamten EU, die es Studierenden ermöglichen, durch eine Kombination von Studien in mehreren EU-Ländern einen Studienabschluss zu erwerben und somit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen beitragen."

Grundsätzliche Zielsetzungen der Europäischen Hochschulen

  • European Universities sind Netzwerke, die sich bottom-up bilden und eine gemeinsame langfristige Strategie zur Zusammenarbeit auf Organisationsebene und in verschiedenen Aktivitätsfeldern verfolgen. Sie bauen auf komplementären Stärken auf, um einen Grad an Kooperation zu erreichen, der über bisherigen Formen der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene deutlich hinausgeht.
  • Die neue Art der Kooperation zwischen Hochschulinstitutionen soll sich über alle Regionen Europas, auf allen Ebenen der Organisationseinheit und über alle Aktivitätsfelder hinweg von Lehre über Forschung hin zu Innovation erstrecken.
  • Durch die Zusammenarbeit sollen Synergien geschaffen werden, die zu einer substantiellen Verbesserung der Qualität, Performance, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandorts Europa führen sollen.
  • Wesentliches Element der Zusammenarbeit ist die Mobilität auf allen Ebenen (Bachelor, Master, PhD). Studierenden, Lehrenden und Forschenden soll es möglich sein, sich möglichst nahtlos über Grenzen hinweg zu bewegen und in unterschiedlichen Sprachen tätig zu sein.
  • European Universities erreichen höchste Qualität in Lehre, Forschung und Innovation, indem sie in hohem Maße integrierte und flexible Studienangebote anbieten und den Weg für beste pädagogische Modelle legen. Durch die Integration kommt es zu einem Wissens- und Innovationstransfer, sie fungieren als Role-Models im Bereich hochqualitative Lehre, Forschung, Innovation und leisten darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Regionalentwicklung.
  • Gesamteuropäisch betrachtet werden die European Universities geografisch und sozial inklusiv sein. Auch unterrepräsentierten Gruppen und nicht-traditionellen Studierenden wird die Teilnahme offenstehen und somit ihre Zusammensetzung die Diversität Europas widerspiegeln.
  • Langfristig sollen European Universities zur Verwirklichung des Europäischen Bildungsraums beitragen, einen Beitrag zur europäischen Integration leisten, die europäischen Werte fördern und die europäische Identität stärken.
  • Die Erreichung dieser Ziele erfolgt durch eine schrittweise, aber ambitionierte Herangehensweise an die gemeinsamen Aktivitäten. Neben der Finanzierung aus Erasmus+ sollen die Netzwerke weitere Ressourcen auf nationaler und europäischer Ebene lukrieren, um Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit zu erreichen.

2019 starten erste Pilotprojekte

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018 nahm das nunmehr laufende Pilotprojekt Europäische Hochschulen nach und nach Gestalt an. Mit 24. Oktober 2018 rief die EU-Kommission im Rahmen des Erasmus+-Arbeitsprogramms zur Bewerbung auf, die bis Ende Februar 2019 möglich war. Insgesamt 85 Mio. Euro wird nun den ersten 17 Allianzen zur Verfügung gestellt. Diese stammen aus 24 EU-Mitgliedstaaten, an denen 114 Hochschulen beteiligt sind, darunter mit der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur Wien – auch zwei aus Österreich. Fünf Mio. Euro erhält jede Allianz für die Förderlaufzeit von drei Jahren von der Europäischen Kommission.

Jede Art von Hochschule kann mitmachen

Ziel des Pilotprojekts ist es, möglichst viele, verschiedene Arten von Netzwerken zu testen. Sie können von der Weiterentwicklung von bereits bestehenden Kooperationen hin zur Neuentwicklung von bisher nicht-existierenden Kooperationen reichen. Erfasst sind ebenso Netzwerke mit Schwerpunkt auf Forschung oder auf innovativer Pädagogik, Netzwerke, an denen verschiedene Hochschulen aus unterschiedlichen Hochschulsektoren beteiligt sind, oder Netzwerke unter Einbeziehung von Unternehmen und oder NGOs. Deshalb können jedenfalls nicht nur klassische öffentliche Universitäten, sondern auch Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und Privatuniversitäten bei den Allianzen der Europäischen Hochschulen  mitmachen.

Wichtig dabei ist jedenfalls, darzustellen worin der Mehrwert der Kooperation liegt und – sofern zwischen Institutionen bereits Kooperationen bestehen – zu zeigen, dass und wie ein höheres Maß an Integration angestrebt wird. Dazu haben die beteiligten Hochschulen eine gemeinsame Strategie auf institutioneller Ebene aller im Netzwerk Beteiligter zu entwickeln. Diese muss die geplanten Aktivitäten beschreiben und erläutern, wie die gemeinsam gesetzten Ziele im Detail erreicht werden sollen.

Zweite Ausschreibungsrunde bis Februar 2020

Mit 6. November 2019 hat die EU-Kommission erneut den Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Erasmus+-Programms veröffentlicht. Dieser Call beinhaltet auch die zweite und letzte Ausschreibung für die Pilotphase der „European Universities“. Die Einreichfrist läuft bis 26. Februar 2020 um 17:00 Uhr. Insgesamt geht es um ein Fördervolumen von rund 120 Mio. Euro. Dabei können sich nicht nur Hochschulen aus EU-Mitgliedsstaaten bewerben, sondern aus allen europäischen Programmländern, die an  Erasmus+ teilnehmen. Dazu zählen auch Norwegen, Türkei, Island, Liechtenstein, Serbien und Nordmazedonien.

So wie in der ersten Runde sind entsprechende Anträge wieder direkt bei der EACA, der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles & Kultur. Die Nationalagentur Erasmus+ für Bildung und Hochschulbildung, die beim OeAD eingerichtet ist, bietet Beratung für die Antragstellung an.

Die Zukunft der Europäischen Hochschulen 

Es ist geplant, die Initiative Europäische Hochschulen in das neue Erasmus+-Programm 2021 bis 2027 zu integrieren. So sieht es die neue Erasmus+-Verordnung vor, auf deren Grundsätze man sich während des österreichischen EU-Ratsvorsitzes 2018 geeinigt hatte. Allerdings stehen die Trilog-Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament noch aus.

Links:

Kontakt:

Ing. Mag.a Dr.in Melinda Macho
Abteilung IV/11 – Europäischer Hochschulraum, EU-Bildungsprogramme, Bologna-Prozess und Mobilität
Minoritenplatz 5
1010 Wien
T  +43 1 53120-7887
evelin.macho@bmbwf.gv.at
www.bmbwf.gv.at

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