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Gabriele-Possanner-Förderungspreisträgerin Dr.in Zorica Siročić

Dr.in Zorica Siročić hat am Institut für Soziologie der Universität Graz in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit Auszeichnung promoviert (2014-2019). Aktuell ist sie Lehrbeauftragte am Institut für Soziologie der Universität Graz. Sie erwarb 2010 einen Master of Arts in Politikwissenschaft und diplomierte zuvor an der Fakultät für Politikwissenschaft an der Universität Zagreb im Jahr 2009.

Überhaupt prägt Internationalität sehr stark die bisherige wissenschaftliche Karriere der Soziologin. Siročić forschte beispielsweise bereits am Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Belgrad, am Zentrum für Studien sozialer Bewegungen an der Scuola Normale Superiore in Florenz und am Zentrum für Politikforschung an der Central European University in Budapest. Zorica Siročić liefert auch seit 2013 regelmäßig (Rede)-Beiträge bei internationalen Fachkonferenzen, unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Schottland, Schweden, Slowenien und den USA.

Siročićs Forschungsinteressen liegen in politischer Soziologie (soziale Bewegungen, Zivilgesellschaft), Südosteuropa, Geschlecht und Politik sowie Geschlechtersoziologie – allesamt Themenfelder, die sie in ihrer Dissertation „Festivals and feminist politics in the post-Yugoslav territory“ verknüpft und behandelt. Ihre Dissertation hat sie im Jänner 2019 unter der Leitung von Prof. Libora Oates-Indruchová am Institut für Soziologie der Universität Graz abgeschlossen. Aktuell bereitet Zorica Siročić gerade ihr Post-Doc-Projekt vor. Dieses greift die oben angeführten Forschungsschwerpunkte auf und baut diese aus, um sich für eine Habilitation in Soziologie zu qualifizieren.

Dissertation „Festivals and feminist politics in the post-Yugoslav territory“

In ihrer Dissertation analysiert Zorica Siročić die zeitgenössischen Formen des feministischen Aktivismus in Südosteuropa aus der Perspektive der politischen Soziologie. Obwohl die früheren kommunistisch regierten Länder im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Basis- oder „Bottom-up“-Frauenbewegungen hatten, verursachte die Dominanz des staatlichen Paternalismus und des „Staatsfeminismus“ einen Bruch in der Entwicklung der Frauenbewegungen. Diese dauerten in den meisten Fällen bis zum Niedergang des kommunistischen Regimes an. Eine der beiden bemerkenswerten Ausnahmen (die andere war die ehemalige DDR) war das ehemalige Jugoslawien, in dem sich die Frauenbewegung in den 1970er Jahren wieder zu organisieren begannen. Mit dem Ausbruch der Kriege in den 1990er- Jahren und mit der Aussicht auf einen EU-Beitritt nahm der Frauenaktivismus eine neue Wendung. Die Länder des ehemaligen Jugoslawien boten daher einen einzigartigen Fall für die Untersuchung des sozialen Wandels am Beispiel der Frauenbewegung. Mit ihren Untersuchungen leistet Zorica Siročić wichtige Pionierinnenarbeit, da die Doktorinnenarbeit eine geschlechtsspezifische Perspektive auf politischen Aktivismus wirft. Ausgehend von den Theorien der sozialen Bewegung identifiziert Siročić Festivals als die bevorzugte Form des feministischen Aktivismus der Generation der Millennials im postjugoslawischen Gebiet. Siročić zeigt dahingehend in ihrer Arbeit die Verhandlungsprozesse und Diskurse auf.

Laudatio für Zorica Siročić (gehalten von Vorjurymitglied Dr.in Karin Harrasser) (PDF, 195 KB)