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Gabriele-Possanner-Förderungspreisträgerin Dr.in Petra Sußner

Dr.in Petra Sußner ist aktuell und noch bis 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Forschungsgruppe 2265, die sich mit der Thematik „Recht – Geschlecht – Kollektivität“ an der Humboldt Universität zu Berlin auseinandersetzt. Im Jahr 2019 promovierte sie an der Universität Wien am Institut für Rechtsphilosophie, wobei sie von der Gabriele-Possanner-Staatspreisträgerin 2017 Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Holzleithner betreut wurde.

Im Jahr 2016 war Sußner im Sommersemester Lehrbeauftragte an der Technische Universität Wien. Dem gingen 2013 und 2016 Forschungsaufenthalte am Amsterdam Centre for Migration & Refugee Law an der Freien Universität Amsterdam vor. Schon von 2010 bis 2013 war Petra Sußner PhD-Kollegiatin im Initiativkolleg Gender Violence and Agency in the Era of Globalization an der Universität Wien, wo sie auch 2006 ihr Diplomstudium der Rechtswissenschaften absolvierte.

Was Petra Sußners Lehrtätigkeit betrifft, so hielt sie unter anderem schon Vorlesungen zu den Themenbereichen „Geschlecht und Asyl verhandeln. Gerichtliche Meilensteine im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem“, „Flucht ins Kollektiv. Geschlecht und Sexualität im Asylrecht“, „Flucht in die Kategorie: Gender und sexuelle Orientierung im Flüchtlingsrecht“ sowie „Sexualität und Asylrecht. Zur Unvermeidlichkeit von Ambivalenz.“ Diese Themenkreise hat sie auch in ihrer Dissertation „Legally Queer? Asylberechtigung und Grundversorgung im Bereich von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität“ behandelt. Petra Sußner hat selbst auch Erfahrungen im Bereich der Asylberatung. Ihre Expertise auf diesem Gebiet ist international gefragt. Bereits im Juni 2019 hat der UNHCR Dr.in Sußner als Vortragende für eine Schulung von Richterinnen des Bundesverwaltungsgerichts eingeladen – auch hier zeigt sich die hohe praktische Relevanz ihrer Erkenntnisse.

Dissertation „Legally Queer? Grundversorgung und Asylberechtigung im Bereich von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität“

Petra Sußner betritt mit ihren Forschungen wissenschaftliches Neuland in Österreich, da sie mit ihrer Dissertation den Konnex zwischen sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität im Asylrecht erstmals herstellt und ein „Standardwerk“ liefert. Die Dissertation ist interdisziplinär angelegt und schreibt sich in eine aufkommende Schnittstelle zwischen Legal Gender Studies und Fluchtforschung ein. Die wissenschaftliche Arbeit von Dr.in Sußner ist ein theoretisch höchst anspruchsvoller, dabei aber gleichermaßen praxisrelevanter Beitrag.

LGBTIQ-Vorbringen gelten im Asylverfahren noch immer als heikel und sensibel. Antragstellerinnen sprechen oft zum ersten Mal über ihre in ihrem Herkunftsstaat tabuisierte Sexualität oder geschlechtliche Identität und treffen dabei auf ein Asylsystem, das seinerseits in heteronormative Strukturen eingelassen ist. Effektiver Schutz wird zu einer echten Herausforderung. Dr.in Sußner legt ihr Augenmerk auf diese Leerstelle und liefert einen sachlichen und vor allem lösungsorientierten Befund.

Laudatio für Petra Sußner (gehalten von Vorjurymitglied Dr.in Karin Harrasser) (PDF, 308 KB)