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Gabriele-Possanner-Staatspreisträgerin 2019 Univ.-Prof.in Dr.in Doris Weichselbaumer, MA

Doris Weichselbaumer absolvierte von 1990 bis 1996 das Wirtschafts-Diplomstudium an der Universität Linz. Ihr Doktoratsstudium in Wirtschaftswissenschaften beendete sie mit Auszeichnung 2002 ebenfalls an der Universität Linz an der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, wobei ihr Dissertationsthema „Essays on Labor Market Discrimination“ lautete. An der University of London belegte sie das Studium der Gender Studies, das sie 2007 mit einem Master – wiederum mit Auszeichnung – abschloss. 2008 habilitierte Weichselbaumer an der Universität Linz mit dem Thema „Essays on Empirical Labour and Personnel Economics“.

VWL-Pionierin

Die Ökonomin ist in vielerlei Hinsicht eine Pionierin: Zum einen ist sie österreichweit die einzige Lehrstuhlinhaberin eines gesamtuniversitären, interdisziplinären Gender Studies Institutes, zum anderen ist sie seit ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre (VWL) / Ökonomie in einer wissenschaftlichen Disziplin tätig, in der feministische Aspekte vergleichsweise spät und bis heute nur zögerlich aufgenommen wurden. Aus diesem Grund ist das mittlerweile etwa 25-jährige Engagement von Doris Weichselbaumer im Bereich der Ökonomie auch von wissenschaftspolitischer Bedeutung.

Interdisziplinärer Zugang

Die Breite des wissenschaftlichen Werkes von Weichselbaumer reicht von aufwändigen statistischen Analysen von Geschlechterverhältnissen bis hin zu kulturwissenschaftlichen Arbeiten. Durch ihre herausragenden internationalen Publikationen gelang es ihr schon als junge Wissenschafterin, sich in der Ökonomie zu etablieren. Weichselbaumers Arbeiten zur Ungleichbehandlung von Frauen und Minoritäten am Arbeitsmarkt zählen mittlerweile zur internationalen Standardliteratur und werden unter anderem an zahlreichen amerikanischen Universitäten als Pflichtlektüre in Lehrveranstaltungen verwendet. Vor allem ihre Untersuchungen zur Ungleichbehandlung von Stellenbewerber/innen unterschiedlicher demographischer Gruppen erhielten große wissenschaftliche wie auch mediale Aufmerksamkeit. In diesen Studien zeigte Doris Weichselbaumer, dass völlig gleichqualifizierte Kandidat/inn/en unterschiedliche Chancen auf ein Vorstellungsgespräch haben – abhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder ethnischer Zugehörigkeit. In weiteren Arbeiten lieferte sie einen Nachweis für die Benachteiligung von lesbischen Frauen am Arbeitsmarkt. Damit war Weichselbaumer maßgeblich an der Etablierung der Forschung zu Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung innerhalb der Ökonomie beteiligt. All diese Studien sind gekennzeichnet durch einen breiten sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Zugang, wodurch sie bei Wissenschafter/innen verschiedenster Disziplinen zu großer Resonanz führen.

Nationaler und internationaler Impact

Dr.in Doris Weichselbaumer wurde aus mehreren Gründen von der Fachjury für den Gabriele-Possanner-Staatspreis 2019 vorgeschlagen: Als Lehrstuhlinhaberin eines gesamtuniversitären, interdisziplinären Gender Studies Institutes fungiert sie an der Schnittstelle in Fragen der Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft – allesamt Bereiche, in denen Prof.in Weichselbaumer zentrale Beiträge für mehr Sichtbarkeit der Thematik liefert, wie die Fachjury festhält. Gerade der überfakultäre Charakter des Instituts ermöglicht hierbei, der Relevanz von Geschlechterverhältnissen in allen wissenschaftlichen Disziplinen und Gesellschaftsbereichen Rechnung zu tragen. Was zudem auch seitens der Fachjury hervorgehoben wurde, ist die enorme Reichweite und der enorme nationale und vor allem auch internationale Impact der Forschungstätigkeit von Doris Weichselbaumer.

Laudatio für Doris Weichselbaumer (gehalten von Jurymitglied Dr. Michael Meuser) (PDF, 377 KB)