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Bessere Betreuungsrelationen  an öffentlichen Universitäten

Die Qualität der Lehre und der Studienbedingungen an (öffentlichen) Universitäten ist nicht einfach zu messen. Ein  wesentlicher Indikator ist aber die Betreuungsrelation, die abbildet, wie viele Studierende auf eine/n Lehrenden (= wissenschaftliches/künstlerisches Personal) kommen. Solche Verhältniszahlen sind auf Gesamtsystemebene Bestandteil der wirkungsorientierten Budgetierung und damit der Universitätsfinanzierung NEU. Sie werden in den Leistungsvereinbarungen auf individualisierte Zielwerte je Universitäten heruntergebrochen.

Gute Betreuungsverhältnisse als hochschulpolitisches Ziel

Die Verbesserung von Betreuungsrelationen ist ein wesentliches hochschulpolitisches Ziel und daher auch als Wirkungsziel im Rahmen der wirkungsorientierten Haushaltsführung des Bundeshaushalts verankert. Um die österreichischen Spezifika sowohl der Struktur beim wissenschaftlichen/künstlerischen Personal als auch des Hochschulzugangs (Stichwort Zugangsregelungen) in der Messung bzw. Bewertung der Betreuungsrelation abzubilden, werden die prüfungsaktiven Studien den Lehrenden (=Vollzeitäquivalenten der Professor/innen sowie Dozent/inn/en inklusive der Assoziierten Professorinnen und Professoren = die Gruppe der Professor/innen und äquivalente Stellen) gegenübergestellt.

Es wird letztlich gemessen, wie viele Studierende auf eine/n Lehrende/n kommen

Als prüfungsaktiv werden Bachelor-, Master- und Diplomstudium dann gewertet, wenn sie im Ausmaß von mindestens 16 ECTS-Punkten betrieben werden. Einfacher ausgedrückt: es wird angestrebt, dass auf eine/n Uni-Lehrenden möglichst wenige Studierende kommen, damit diese/r auch tatsächlich auf jede/n Einzelnen eingehen kann.

Im Studienjahr 2017/18 entfielen nach dieser Definition auf eine Professur bzw. äquivalente Stelle durchschnittlich rund 39,2 prüfungsaktive Studierende in Bachelor-, Diplom- und Masterstudien (177.880 Prüfungsaktive bzw. 4.538,2 VZÄ). In den Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2019 bis 2021 hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) österreichweit mit allen öffentlichen Universitäten (die Donau-Universität Krems ausgenommen) vereinbart, zu verbessern.  Gelingen soll das, in dem bis zum 31. Dezember 2020 – also bis zum Ende des zweiten Leistungsvereinbarungsjahres – einerseits die Anzahl der prüfungsaktiv betriebene Studien um rund 6.400 bzw.  um 3,6 Prozent gesteigert werden bzw. knapp 360 neue Professuren und Laufbahnstellen an den Universitäten (gemessen in Vollzeitäquivalenten) besetzt werden sollen. Daraus resultiert eine intendierte Verbesserung der österreichweiten Betreuungsrelation bis 2019/20 in Richtung 1:38 und damit erstmals eine bessere Relation als 2009/10 (damals lag die Betreuungsrelation bei 1:39).

    LV-Ziel
  STJ 2016/17 STJ 2019/20
Universität Wien 1:69,4 1:66
Universität Graz 1:51,0 1:48
Universität Innsbruck 1:43,6 1:40
Medizinische Universität Wien 1:18,6 1:18
Medizinische Universität Graz 1:20,4 1:20
Medizinische Universität Innsbruck 1:22,0 1:21
Universität Salzburg 1:35,5 1:34
Technische Universität Wien 1:44,2 1:43
Technische Universität Graz 1:38,3 1:36
Montanuniversität Leoben 1:35,4 1:34
Universität für Bodenkultur Wien  1:42,0 1:39
Veterinärmedizinische Universität Wien 1:18,2 1:17
Wirtschaftsuniversität Wien 1:83,3 1:73
Universität Linz 1:42,3 1:40
Universität Klagenfurt  1:35,8 1:35
Universität für angewandte Kunst Wien 1:23,0 1:23
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien 1:9,5 1:9
Universität Mozarteum Salzburg 1:10,8 1:11
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz 1:11,9 1:11
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz 1:24,1 1:21
Akademie der bildenden Künste Wien 1:25,5 1:25
Insgesamt 1:42 1:38

Kontakt:

Nikolaus Franzen, MSc (WU)
Referat IV/10b – Hochschulstatistische Anwendungen
Minoritenplatz 5
1010 Wien
T +43 1 531 20-5896
nikolaus.franzen@bmbwf.gv.at