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Hochschulmobilität

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) hat sich 2016 mit der Hochschulmobilitätsstrategie zur Förderung transnationaler Mobilität an öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten bekannt. Wieso Hochschulmobilität für Studierende, Lehrende, Forschende und für das gesamte Hochschulsystem wichtig ist.

Was Hochschulmobilität bedeutet

Mit dem Begriff Hochschulmobilität  ist die physische transnationale Mobilität gemeint, durch die österreichische Studierende, Forschende, Lehrende sowie das allgemeine Hochschulpersonal im Ausland Mobilitätserfahrungen machen (Outgoing). Das Gleiche gilt umgekehrt auch für ausländische Hochschulangehörige, die nach Österreich kommen (Incoming). Darüber hinaus ist mit Hochschulmobilität die Internationalisierung der Lehrprozesse und –inhalte von großer Bedeutung.

Dazu braucht es internationalisierte Curricula, die den Erwerb von internationalen und interkulturellen Kompetenzen für alle – auch die nicht-mobilen Studierenden – ermöglichen. Die Hochschulen setzen dafür gezielte Maßnahmen wie beispielsweise fremdsprachige Lehrveranstaltungen, Gemeinsame Studienprogramme, Summer Schools oder Ähnliches, wodurch ein Lernen, Lehren und Forschen in einem internationalen Umfeld gewährleistet ist.

Der Mehrwert von Hochschulmobilität

Internationale Mobilität dient dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen, die die Fähigkeit zu global vernetztem und innovativem Denken ermöglichen. Diese ist essentiell, um im europäischen und globalen Wettbewerb bestehen zu können. Umfassend ausgebildete und mit breiten persönlichen und interkulturellen Kompetenzen ausgestattete Hochschulabsolvent/inn/en  sind eine unabdingbare Voraussetzung für die Sicherung des Bildungs-, Wissenschafts-, und Forschungsstandortes Österreich. Das belegen auch zahlreiche Studien, die sich mit dem Thema befasst haben, allen voran die jüngste Erasmus+ Impact Studie samt den damit verbundenen Einzelauswertungen

Internationale Erfahrungen im Studium sammeln

Daher ist es von entscheidender Bedeutung die Curricula entsprechend zu gestalten, beispielsweise darin entsprechende Freiräume, sogenannte Mobilitätsfenster, vorzusehen, die  Studierenden ermöglichen, internationale und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Diese Erfahrungen führen in weiterer Folge zu mehr Weltoffenheit und Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Hier spielen die Lehrenden und das allgemeine Hochschulpersonal eine zentrale Rolle als Multiplikator/innen. Wichtigste Basis für all das ist  die Internationalisierung der Curricula. Folgende drei Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:

  • Die formale Gestaltung des Curriculums, die etwa umfasst, welche Formen von Lehrveranstaltungen und Praktika vorgesehen, welche Lernaktivitäten erforderlich sind, um die gewünschten Lernergebnisse zu erreichen; in welcher Sprache die Lehrveranstaltungen abgehalten werden, welche Lernunterlagen zur Verfügung gestellt, wie sie aufbereitet sowie die Frage, wie die entsprechenden Lernleistungen beurteilt werden.
  • Die informelle Gestaltung des Curriculums umfasst alle Aktivitäten, die nicht direkt zum Abschluss des Studiums führen (Freifächer, Tutorials, Career Center, Sprachenzentrum, Schreibwerkstatt Exkursionen, Ausstellungen, Kultur- und Sportprogramm …), die aber ebenso wichtig sind wie die direkten (Lehr- und Lern-)Aktivitäten.
  • Darüber hinaus gibt es noch das sogenannte „Hidden Curriculum“, womit alle unausgesprochenen Annahmen und Grundhaltungen gemeint sind, die die Lernsituation beeinflussen, wie beispielsweise Implikationen des Notensystem, Deadlines, Ansprache und Rolle der Lehrenden, Begrifflichkeiten …).

All diese Faktoren sind wesentlich, um die bestmöglichen  Rahmenbedingungen für qualitätsvolle, grenzüberschreitende Mobilität einerseits und die Möglichkeit zum Kompetenzerwerb auch an der eigenen Hochschule andererseits zu gewährleisten.

Internationale Studierende als wichtige Kulturbotschafter/innen

Nicht nur die aus Österreich hinausgehenden Studierenden (Outgoing) spielen eine wichtige Rolle, sondern auch die aus vielen europäischen und außereuropäischen Ländern hereinkommenden Studierenden (Incoming). Sie fungieren als Kulturbotschafter/innen zwischen ihrem Gast- und ihrem Heimatland und bereichern darüber hinaus – sofern sie nach dem Studium bleiben – den Arbeitsmarkt des Gastlandes mit ihren Kompetenzen.

Die zentrale Anlaufstelle für Fragen zur Hochschulmobilität ist der Österreichische Austauschdienst (OeAD-GmbH), unter anderem, weil dieser für die Verwaltung und Durchführung des ERASMUS+ Programms zuständig ist. Dieses bietet unter anderem Unterstützung für europäische und internationale Hochschulmobilität

Mobilität als Basis für Respekt und Vertrauen

Mobilität über Grenzen hinweg ist auch ein wichtiger Beitrag zur Festigung einer europäischen Kultur und Identität. Das gemeinsame Verständnis unserer nationalen Bildungs- und Hochschulsysteme schafft eine starke Basis für freundschaftliche Beziehungen aller Art, und vor allem Respekt und Vertrauen. Die durch diese Entwicklung im Laufe der Jahre entstandenen universitären Partnerschaften sowie Projekte und Netzwerke erleichtern  Austauschprogramme, Auslandspraktika und  andere Mobilitätsaktivitäten.

Zwei wesentliche Aspekte zur Sicherung der durch Mobilität gewonnenen  Kompetenzen, Fähigkeiten und Wissensinhalte sind eine entsprechende Qualitätssicherung und die faire und transparente Anerkennung der absolvierten Studien, Prüfungen und Abschlüsse.

Hochschulmobilitätsstrategie

2016 bekannte sich das Bundesministerium mit der Hochschulmobilitätsstrategie zur Förderung dieser qualitätsvollen, akademischen Mobilität. 

Links:

Kontakt:

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Abteilung IV/11 (Europäischer Hochschulraum, Erasmus+-Hochschulbildung, Bologna Prozess und Mobilität) und
Abteilung V/7 – Internationalisierung der Universitäten und Fachhochschulen, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses