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Übergang Schule-Hochschule – ein neuralgischer Punkt für den Bildungserfolg

Bei der jährlichen Vernetzungskonferenz zur Weiterentwicklung und Vertiefung der Nationalen Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung stand heuer die Schnittstelle von der Schule zur Hochschule im Mittelpunkt.

Wussten Sie, dass jeder Mensch mindestens acht Übergänge und mehr zu bewältigen hat, ehe er an die Hochschule kommt oder  an die Hochschule zurückkehrt? Erna Nairz-Wirth, Leiterin der Abteilung für Bildungswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, muss es wissen. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Übergängen in Bildungslaufbahnen. Deshalb lag es auf der Hand, dass sie die Keynote zum Thema „Übergang Schule-Hochschule“ vortrug, dem die diesjährige Vernetzungskonferenz zur Weiterentwicklung und Vertiefung der Nationalen Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung gewidmet war. Am Donnerstag, den 12. Dezember 2019, lud das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) Vertreter/innen von Bildungs- und Hochschulinstitutionen sowie interessierte Stakeholder dazu zum Wissensaustausch.

Jeder Übergang birgt Chancen, aber auch Risiken

Dort erklärte Nairz-Wirth, wie sie auf die diese hohe Zahl an Bildungsübergängen pro Person kommt. „Das hat mit den gestiegenen Anforderungen am Arbeitsplatz zu tun, mit Lebenslangem Lernen, aber auch insgesamt damit, dass Übergänge immer mehr Dimensionen betreffen und sich insgesamt beschleunigt haben. Dies trifft zu auf Personen und Familien, auf Wohnsitz, aber auch auf Organisationen, daher auch auf Schulen und Hochschulen. Und jeder Übergang birgt Chancen, aber auch gleichzeitig Risiken in sich, die sich in einer Fehlinvestition (zum Beispiel mangelnde Berufsaussichten, falsche Studienwahl), im Scheitern oder im schlimmsten Fall im Abbruch zeigen können. Ein Abbruch wirkt sich in den meisten Fällen nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Volkswirtschaft negativ aus“, führte sie aus.

Bestmögliche Studienberatung und Passung der Hochschulangebote sind essenziell 

Das schlage sich als Dropout (27 Prozent nach 14 Semestern Studium) oder als vergleichsweise lange Studiendauer (durchschnittlich 8 Semester für das Bachelorstudium) in der Hochschulstatistik und in Studien wie der Studierenden-Sozialerhebung nieder, die seit den 1970er Jahren regelmäßig für das BMBWF erstellt wird. Derzeit arbeitet das Institut für Höhere Studien (IHS) an einer Neuauflage, die 2020 erscheinen und die den Fokus unter anderem genau auf den Übergang von der Schule in die Hochschule legen wird. „Das ist eine ganz neuralgische Stelle für junge Menschen und ihre Eltern. Wir wissen, dass die Gruppe der (angehenden) Studierenden immer heterogener wird. Umso wichtiger ist es, auf die richtige Passung der verschiedenen Hochschulangebote zu schauen und auf die bestmögliche Studienwahlberatung“, betonte Heribert Wulz, Gruppenleiter in der Hochschulsektion des BMBWF.

Viel Engagement und Unterstützung, aber zu wenig Kooperation und Zusammenarbeit

Dass es unzählige ambitionierte und erfolgreiche Projekte, Initiativen und Programme dafür gibt, zeigten die Kurzpräsentationen, die ihre jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter zum Besten gaben. Maria Keplinger, die Organisatorin und zuständige Abteilungsleiterin in der Hochschulsektion des BMBWF, zog daraus – wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer - aber auch noch eine andere Schlussfolgerung: „Es braucht mehr bildungs- und bildungsstufenübergreifende Kooperation. Deshalb sind Veranstaltungen wie diese auch so wichtig, damit Vertreterinnen der einzelnen Institutionen sich austauschen“, betonte sie.

Übersicht über die bei der Vernetzungskonferenz präsentierten Projekte und Initiativen

Einladung und Programm der Vernetzungskonferenz 2019 (PDF, 229 KB)

Keynote Neue Generationen, Universitäten und Gesellschaften im Übergang, (PDF, 1 MB) (nicht barrierefrei)

Workshop 1 Info und Beratung - Unterlagen

Workshop 2 Outreach - Unterlagen

Workshop 3 Mehr Frauen in MINT - Unterlagen

Elevator Pitches/Kurzvorstellungen

  • Das „Peer Mentoring“ der Universität Graz zum Beispiel bietet Schnuppertage und die Begleitung durch Mentor/inn/en für sogenannte „First Generation Students“ an - also Studierende, die die ersten ihrer Familie sind, die ein Studium beginnen - besser abzuholen und so Berührungsängste zu nehmen.
  • Auch die Arbeiterkammer bietet gezielt Beratung und Information für diese Personengruppe an und hat eine eigene Broschüre für nicht-traditionelle Studierende aufgelegt.
  • In eine ähnliche Kerbe schlägt die Universität Innsbruck mit ihrem Outreach-Programm „Talente Scout“, mit dem sie direkt in die Tiroler Schulen geht.
  • „Go4IT“ der Universität Salzburg ermöglicht Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen AHS fundierte Informatikkenntnisse zu erwerben, die sie sich später – im Fall eines Studiums – auch anrechnen lassen können. Damit sollen insbesondere auch Mädchen für IT begeistert werden.
  • Bereits seit 2010 ermöglicht „Studieren Probieren“ Schülerinnen und Schülern einzelne Lehrveranstaltungen verschiedenster Studienrichtungen zu besuchen und so vor Studienbeginn mehr über ein Studium zu erfahren. Das Programm wird vom BMBWF finanziert und von der Österreichischen Hochschüler/innenschaft (ÖH) betreut. Im Studienjahr 2018/19 wurden 1.016 Beratungstermine abgehalten, für die insgesamt 6.719 Anmeldungen vorlagen.
  • Gemeinsam mit ausländischen Partnerhochschulen beteiligt sich die Fachhochschule Oberösterreich an „Enhance IDM“, einem dreijährigen Erasmus+-Projekt, um Werkzeuge für ein funktionierendes Diversitätsmanagement an Hochschulen zu entwickeln.
  • Mit „School@MUL“ oder „SchülerInnen-Uni – Montanuniversität macht Schule“ bringt die Montanuniversität Leoben gezielt Schulen und Schüler/innen ihre Fachbereiche rund um den Wertschöpfungskreislauf  näher  - von den Rohstoffen zu den Grundstoffen über die Werkstoffe bis zum fertigen Produkt, und am Ende des Lebenszyklus zu Entsorgung bzw. Recycling zu neuen Rohstoffen.
  • „Frauen in der Technik“ (FIT) des Vereins Sprungbrett umfasst Infotage, Schulbesuche und Kooperationen, um  Mädchen ab der 10. Schulstufe aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland technische oder naturwissenschaftliche Studienrichtungen näherzubringen.
  • Die „Sinnbildungsstiftung“ macht es sich zur Aufgabe, namhafte österreichische Stiftungen zu bündeln und so gemeinsam innovative Projekte im Bildungs- und Forschungsbereich zu fördern und damit Österreichs Zukunft voranzutreiben. Sie ist Co-Stiftung der 2017 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Innovationsstiftung für Bildung.

 

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