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Muttersprachlicher Unterricht:
Information und Übermittlung der
Merkblätter/Anmeldeformulare und Statistikblätter

Geschäftszahl: 27.901/80-V/5a/97

Sachbearbeiterin: Mag. Elfie Fleck
Tel.: 01/53-120/25-52

Verteiler: VII
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: muttersprachlicher Unterricht
Geltung: Schuljahr 1997/98

Rundschreiben Nr. 38/1997

An die Landesschulräte (Stadtschulrat für Wien)


1. Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätterfür die Eltern sowie Statistikblätter:

Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten übermittelt mit getrennter Post die Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätter für die Eltern , die in Albanisch, Arabisch, Bulgarisch,Kurdisch (Kurmandji und Sorani), Makedonisch, Polnisch, Rumänisch, Serbokroatisch (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Slowakisch, Slowenisch, Türkisch und Ungarisch abgefaßt sind.

Es wird ersucht, die Merkblätter/Anmeldeformulare zu Beginn des Schuljahres an die einzelnen Schulstandorte zu verteilen, um den SchülerInnen eine Anmeldung zum muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen. In jenen Bundesländern, in denen keine diesbezügliche Landesverordnung erlassen wurde und daher am jeweiligen Schulstandort entschieden wird, ob der muttersprachliche Unterricht ab der 5. Schulstufeals Freigegenstand oder als unverbindliche Übung angeboten wird, wird empfohlen, die Lehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht und die betroffenen Eltern in den Entscheidungsfindungsprozeß einzubeziehen.

Weiters werden Ihnen, ebenfalls mit getrennter Post, die Statistikblätter in der Anzahl der in Ihrem Bundesland beschäftigten Lehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht übermittelt. Gewisse Unzulänglichkeiten des im Vorjahr verwendeten Statistikblattes ließen eine Neugestaltung sinnvoll erscheinen. Um den Lehrkräften das korrekte Ausfüllen des neuen Statistikblattes zu erleichtern, wurde eine kurze Anleitung beigefügt.

Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten ersucht um Übermittlung der von den einzelnen Lehrkräften für den muttersprachlichen Unterricht ausgefüllten Statistikblätter bis Ende Oktober 1997 .



2. Eröffnungs- und Teilungszahlen - Gruppenbildung - Team Teaching:

Bei nicht integrativer Führung (Kursform) gelten die Eröffnungs- und Teilungszahlen für Freigegenstände bzw. unverbindliche Übungen(Landesausführungsgesetze). Es ist auch möglich, klassen-, schulstufen-, schul- und schulartenübergreifende Gruppen zu bilden bzw. an Standorten, an denen bisher kein muttersprachlicher Unterricht angeboten wurden, einen solchen einzurichten.

Es wird darauf hingewiesen, daß sich für Klassen mit einem hohen Anteil an SchülerInnen der gleichen Herkunftssprache der muttersprachliche Unterricht in integrativer Form (Team Teaching) anbietet, sofern dies von den betroffenen Lehrkräften (Klassen/FachlehrerIn und LehrerIn für den muttersprachlichen Unterricht) gewünscht wird.

Weiters wird darauf verwiesen, daß in der Vorschulstufe im Rahmen der verbindlichen Übung "Sprache und Sprechen" eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von 3 Wochenstunden parallel zum Unterricht bzw. (ganz oder teilweise) integrativ angeboten werden kann (vgl. BGBl. Nr.528/1992, S. 2144).

Für allgemeinbildende höhere Schulen, für Berufsschulen und für berufsbildende mittlere und höhere Schulen wird empfohlen, den muttersprachlichen Unterricht im Rahmen der Schulautonomie zu ermöglichen, soferne der Bedarf und die stellenplanmäßige Bedeckung gegeben sind. Auch hier gilt die Möglichkeit von schulübergreifenden Sammelkursen.

Die Erteilung des muttersprachlichen Unterrichts ist grundsätzlich in jeder Sprache möglich, soferne der Bedarf gegeben ist und die personellen und stellenplanmäßigen Ressourcen vorhanden sind. Sollte die Einführung einer neuen Sprache in Ihrem Bundesland geplant sein, werden Sie ersucht, mit dem Referat für Interkulturelles Lernen im Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Kontakt aufzunehmen.



3. Lehrverpflichtung:

Anhand der eingelangten Statistikblätter für den muttersprachlichenUnterricht im Schuljahr 1996/97 wurde erneut festgestellt, daß manche Lehrerinnen und Lehrer an über zehn Standorten eingesetzt waren und in beträchtlichem Ausmaß Überstunden leisteten. Da sowohl der Einsatz an so vielen Standorten als auch eine so hohe Lehrverpflichtung eine pädagogisch sinnvolle Arbeit extrem erschweren und die Arbeitsbedingungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen als äußerst schwierig zu bezeichnen sind, wird dringend empfohlen, eine Lehrerin/einen Lehrer an nicht mehrals fünf Standorten zu beschäftigen und nach Möglichkeit keine Mehrdienstleistungen vorzusehen.



4. Unterrichtsmaterialien:

a) Lehrbücher:

Es darf noch einmal darauf verwiesen werden, daß Bücher für den muttersprachlichen Unterricht in Türkisch in die Schulbuchliste aufgenommen wurden und außerhalb des Limits bestellt werden können. Da in vielen Fällen die genauen Zahlen der teilnehmenden SchülerInnen erst zu Beginn des Schuljahres 1997/98 bekannt sein werden, werden die Schulen ersucht, die Bücher allenfalls mittels Nachbestellungsformular zu bestellen.

Für den muttersprachlichen Unterricht in Slowenisch an Volksschulen können ebenfalls Bücher aus der Schulbuchliste für Slowenisch außerhalb des Limits bestellt werden. Des weiteren wurde den betroffenen Lehrkräften das Buch "Doberdan, slovenscina" zur Verfügung gestellt.

Unterrichtsmaterialien für den muttersprachlichen Unterricht in Serbokroatisch (Bosnisch/ Kroatisch/Serbisch) wurden vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten angekauft und den betroffenen Lehrerinnen und Lehrern zu Beginn des Schuljahres 1996/97 an ihre Stammschule übermittelt.

Für den muttersprachlichen Unterricht in Albanisch, Arabisch,Bulgarisch, Kurdisch , Polnisch und Slowakisch wurden den Lehrkräften seitens des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten in den vergangenen beiden Schuljahren ebenfalls Lehrerhandexemplare zur Verfügung gestellt.

b) Wörterbücher:

Die Wörterbücher in den Sprachen Serbokroatisch, Slowenisch und Türkisch können außerhalb des Limits , die Wörterbücher in den Sprachen Polnisch und Rumänisch innerhalb des Limits bestellt werden.

Folgende zweisprachige Wörterbücher, die das derzeitige Sprachenangebot des muttersprachlichen Unterrichts betreffen, werden in der Schulbuchliste geführt:



Volksschulen:

Slowenisch (ab der 3. Schulstufe)



Hauptschulen, Sonderschulen, die nach dem Lehrplan der Hauptschule geführt werden, und allgemeinbildende höhere Schulen (ab der 5. Schulstufe):

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Slowenisch

Türkisch



Polytechnische Schulen:

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Türkisch

Auch die Wörterbücher können mittels Nachbestellungsformular im Laufe des Schuljahres nachbestellt werden.



Die Landesschulräte/der Stadtschulrat für Wien werden ersucht, die in diesem Erlaß enthaltenen Informationen allen Schulen, auch den höheren Schulen, bekanntzugeben.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Sachbearbeiterin zur Verfügung.

Eine Abschrift dieses Schreibens ergeht an die Schulberatungsstellen für AusländerInnen bei den Landesschulräten, an die KoordinatorInnen für interkulturelles Lernen an den Pädagogischen Instituten, an die für interkulturelles Lernen zuständigen ProfessorInnen an den Pädagogischen Akademien sowie an alle in Österreich tätigen LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht.

Wien, 13. Juni 1997

Für die Bundesministerin:

Dr. Mahringer

Für die Richtigkeit
der Ausfertigung:

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018