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Muttersprachlicher Unterricht: Information und Übermittlung der Merkblätter/Anmeldeformulare und Statistikblätte

Geschäftszahl: 27.901/60-V/B/5a/98

Sachbearbeiterin: Mag. Elfie Fleck
Tel.: 01/53-120/25-52
Fax: 01/53-120/22-07

Verteiler: VII
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Muttersprachlicher Unterricht
Geltung: Schuljahr 1998/99

Rundschreiben Nr. 26/1998

Landesschulräte

(Stadtschulrat für Wien)



1. Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätterfür die Eltern sowie Statistikblätter:

Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheitenübermittelt mit getrennter Post die Anmeldeformulare für den muttersprachlichenUnterricht/Merkblätter für die Eltern, die derzeit in Albanisch, Arabisch,Bulgarisch, Chinesisch, Kurdisch (Kurmandji und Sorani), Makedonisch, Polnisch,Rumänisch, Serbokroatisch (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Slowakisch, Slowenisch,Spanisch, Türkisch und Ungarisch abgefasst sind.

Es wird ersucht, die Merkblätter/Anmeldeformulare zu Beginn desSchuljahres an die einzelnen Schulstandorte zu verteilen, um den SchülerInnen eineAnmeldung zum muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen. In jenen Bundesländern, indenen keine diesbezügliche Landesverordnung erlassen wurde und daher am jeweiligenSchulstandort entschieden wird, ob der muttersprachliche Unterricht ab der 5. Schulstufeals Freigegenstand oder als unverbindliche Übung angeboten wird, wird empfohlen, dieLehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht und die betroffenen Eltern in denEntscheidungsfindungsprozess einzubeziehen.

Weiters werden Ihnen, ebenfalls mit getrennter Post, die Statistikblätterin der Anzahl der in Ihrem Bundesland beschäftigten Lehrkräfte für denmuttersprachlichen Unterricht übermittelt. Das im Vorjahr erstmals verwendeteStatistikblatt hat sich im Wesentlichen als brauchbar herausgestellt, sodass für dasSchuljahr 1998/99 nur eine geringfügige Ergänzung vorgenommen wurde. Es wird daherersucht, allfällige Restbestände des Statistikblattes aus dem Vorjahr nicht mehr zuverwenden.

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Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheitenersucht um Übermittlung der von den einzelnen Lehrkräften für den muttersprachlichenUnterricht ausgefüllten Statistikblätter bis Ende Oktober 1998.

2. Eröffnungs- und Teilungszahlen – Gruppenbildung – TeamTeaching:

Bei nichtintegrativer Führung (Kursform) gelten die Eröffnungs- undTeilungszahlen für Freigegenstände bzw. unverbindliche Übungen(Landesausführungsgesetze). Es ist auch möglich, klassen-, schulstufen-, schul- undschulartenübergreifende Gruppen zu bilden bzw. an Standorten, an denen bisher keinmuttersprachlicher Unterricht angeboten wurde, einen solchen einzurichten.

Es wird darauf hingewiesen, dass sich für Klassen mit einem hohenAnteil an SchülerInnen der gleichen Herkunftssprache der muttersprachliche Unterricht inintegrativer Form (Team Teaching) anbietet, sofern dies von den Lehrkräften(Klassen/FachlehrerIn und LehrerIn für den mutter-sprachlichen Unterricht) gewünschtwird.

Weiters wird darauf verwiesen, dass in der Vorschulstufe imRahmen der verbindlichen Übung "Sprache und Sprechen" eine besondereFörderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von 3 Wochenstunden parallel zumUnterricht bzw. (ganz oder teilweise) integrativ angeboten werden kann (vgl. BGBl. Nr.528/1992, S. 2144).

Für allgemein bildende höhere Schulen, für Berufsschulen undfür berufsbildende mittlere und höhere Schulen wird empfohlen, denmuttersprachlichen Unterricht im Rahmen der Schulautonomie zu ermöglichen, soferne derBedarf und die stellenplanmäßige Bedeckung gegeben sind. Auch hier gilt die Möglichkeitvon schulübergreifenden Sammelkursen.

Die Erteilung des muttersprachlichen Unterrichts ist grundsätzlich in jeder Sprachemöglich, soferne der Bedarf gegeben ist und die personellen und stellenplanmäßigenRessourcen vorhanden sind.

Sollte die Einführung einer neuen Sprache in Ihrem Bundesland geplantsein, werden Sie ersucht, mit dem Referat für Interkulturelles Lernen imBundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Kontakt aufzunehmen.

3. Lehrverpflichtung:

Anhand der eingelangten Statistikblätter für denmuttersprachlichenUnterricht im Schuljahr 1997/98 wurde erneut festgestellt, dass manche Lehrerinnen undLehrer an über zehn Standorten eingesetzt waren und in beträchtlichem AusmaßÜberstunden leisteten. Da sowohl der Einsatz an so vielen Standorten als auch eine sohohe Lehrverpflichtung eine pädagogisch sinnvolle Arbeit extrem erschweren und dieArbeitsbedingungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen als äußerst schwierigzu bezeichnen sind, wird dringend empfohlen, eine Lehrerin/einen Lehrer an nicht mehrals fünf Standorten zu beschäftigen und nach Möglichkeit keineMehrdienstleistungen vorzusehen.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass die Teilnahmeder LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht an Lehrerkonferenzen, soferne esnicht durch den Einsatz an zu vielen Schulstandorten organisatorisch unmöglich ist,verpflichtend ist.

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4. Unterrichtsmaterialien:

a) Lehrbücher:

Für den muttersprachlichen Unterricht in Türkisch könnenBücher aus der Schulbuchliste bestellt werden. Der Höchstbetrag für dieDurchschnittskosten pro SchülerIn beträgt öS 202,--. Da in vielen Fällen die genauenZahlen der teilnehmenden SchülerInnen erst zu Beginn des Schuljahres 1998/99 bekannt seinwerden, werden die Schulen ersucht, die Bücher allenfalls mittels Nachbestellungsformularanzufordern.

Für den muttersprachlichen Unterricht in Slowenisch an Volksschulenkönnen ebenfalls die Bücher aus der Schulbuchliste für Slowenisch verwendet werden.

Für alle anderen im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichtsangebotenen Sprachen werden den LehrerInnen seitens des Bundesministeriums für Unterrichtund kulturelle Angelegenheiten Lehrerhandexemplare zur Verfügung gestellt.

b) Wörterbücher:

SchülerInnen, die am muttersprachlichen Unterricht teilnehmen, dürfeneinmal ein zweisprachiges Wörterbuch erhalten.

Folgende zweisprachige Wörterbücher, die das derzeitigeSprachenangebot des muttersprachlichen Unterrichts betreffen, werden in der Schulbuchlistegeführt:

Volksschulen:

Slowenisch (ab der 3. Schulstufe)

Hauptschulen, Sonderschulen, die nach dem Lehrplan der Hauptschulegeführt werden, und allgemein bildende höhere Schulen (ab der 5. Schulstufe):

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Slowenisch

Türkisch

Polytechnische Schulen:

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Türkisch

Auch die Wörterbücher können mittels Nachbestellungsformular imLaufe des Schuljahres nachbestellt werden.

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5. Muttersprachlicher Unterricht in Serbokroatisch(Bosnisch/Kroatisch/Serbisch)

Aufgrund wiederholter Anfragen zur Organisationsform desmuttersprachlichen Unterrichts in Serbokroatisch (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch) darf dasRundschreiben Nr. 10/1996 (GZ 27.901/8-V/5a/96) in Erinnerung gerufen werden, in demempfohlen wird, "nach Möglichkeit keine Trennung nach ethnischen Zugehörigkeitenvorzunehmen", und in dem die Lehrkräfte angehalten werden, "ungeachtet ihrereigenen ethnischen oder regionalen Herkunft, alle in ihrer Gruppe vertretenenSprachvarietäten im gleichen Maße zu respektieren und zu fördern." Auf diesenSachverhalt sowie auf die Tatsache, dass für die Auswahl und Anstellung der Lehrkräftefür den muttersprachlichen Unterricht ausschließlich österreichische Behördenzuständig sind, wäre bei etwaigen neuerlichen Anfragen ausdrücklich hinzuweisen.

Die Landesschulräte/der Stadtschulrat für Wien werden ersucht, die indiesem Erlass enthaltenen Informationen allen Schulen, auch den mittleren und höherenSchulen, bekannt zu geben.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Sachbearbeiterin zurVerfügung.

Eine Abschrift dieses Schreibens ergeht an die für die Anstellung dermuttersprachlichen LehrerInnen zuständigen Personen in den Landesregierungen, an dieSchulberatungsstellen für AusländerInnen bei den Landesschulräten, an dieKoordinatorInnen für interkulturelles Lernen an den Pädagogischen Instituten, an diefür interkulturelles Lernen zuständigen ProfessorInnen an den Pädagogischen Akademiensowie an alle in Österreich tätigen LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht.

Wien, 6. August 1998

Für die Bundesministerin:

Dr. Gruber

Für die Richtigkeit

der Ausfertigung:

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018