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Schulbücher im Schuljahr 1999/2000

Geschäftszahl: 36.650/71-III/D/13/98

Verteiler VII, N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Schulbucherlass für 1999/2000
Geltung: Budgetjahre 1999 und 2000, Schuljahr 1999/2000

Rundschreiben Nr. 63/1998

Landesschulräte und Bezirksschulräte
Öffentlichen Schulen und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht

Bezüglich der Auswahl der Schulbücher für das Schuljahr 1999/2000 werden - im Zusammenhang mit der Aktion "Unentgeltliche Schulbücher" imEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie - folgendeInformationen gegeben und folgende Maßnahmen verfügt:

1. Grundlagen der Auswahl

Für die unentgeltliche Beistellung kommen gemäß § 31a Abs. 1 des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967, BGBl.Nr. 376, in der geltenden Fassung, Schulbücher in Betracht, die sowohl zum Gebrauch als Lehrbuch für die jeweilige Schulartund Schulstufe zugelassen sind - dazu zählen Arbeitsbücher, Lesebücher, Sprachbücher, Liederbücher, Wörterbücher, Atlanten und mathematische Tabellenwerke - als auch von der Schule zur Durchführung des Unterrichts erforderlich bestimmt wurden.

Alle diese Bücher sind in der amtlichen Schulbuchliste enthalten, die den Schulen bis Februar 1999 zugehen wird. Sie ist nach Schularten gegliedert. Jede Schulewird die entsprechende(n) Teilliste(n) in mehrfacher Ausfertigung erhalten, wovon jeeine für die Elternvertreter und die Schülervertreter bestimmt ist (im Hinblickauf § 58 Abs. 2 lit.f und § 63 Abs. 3 des Schulunterrichtsgesetzes).

Schulartspezifische Hinweise zur Schulbuchauswahl und Erläuterungenzum Bestellvorgang werden am Beginn der Schulbuchlisten gegeben.

Bei der Auswahl sind die Grundsätze der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit genau zu beachten. Es dürfen daher nur solche Bücher ausgewählt werden, die tatsächlich benötigt und verwendet werden. Werden die Grundsätze der Sparsamkeit undZweckmäßigkeit verletzt, indem Bücher bestellt und angeschafft werden, die nichtverwendet werden, hat der Schulerhalter dem Bund den Aufwand für solche Bücher zuersetzen.

An Schulen mit berufsbildendem Unterricht kommen für dieunentgeltliche Beistellung auch Bücher des Anhangs zur Schulbuchliste ( Fachbücher) in Betracht, wenn

a) keine entsprechenden schulbehördlich zugelassenen Schulbüchervorhanden sind,

b) diese für einen berufsbildenden Unterricht notwendig sind und

c) die Notwendigkeit durch die Schulbehörde erster Instanz bestätigt wird.

Auf Grund der Novelle 1996 zum Familienlastenausgleichsgesetz können die Schulen sowohl zugelassene Bücher als zugelassene oder nicht zugelassene Bücher des Anhangs zur Schulbuchliste oder therapeutische Unterrichtsmittel aus Listen für andereSchularten bestellen, wenn diese nach gewissenhafter Prüfung durch die Lehrerinnen und Lehrer nach Inhalt und Form auch dem Lehrplan einer anderen Schulform oder Schulstufe entsprechen.

So ist es z.B. möglich, therapeutische Unterrichtsmittel auch für Volksschulen zu bestellen, an denen keine Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.

2. Konferenzen zur Auswahl der Schulbücher

Zur Auswahl der Schulbücher (einschließlich der Bücher des Anhangs) sind an allen Schulen im Zeitraum vom 1. bis 20. März 1999 Schul- bzw. Abteilungskonferenzen abzuhalten.

3. Auswahlgrundsätze

Die Direktionen werden dringend ersucht, darauf zu achten, dass nur Bücher ausgewählt werden, die für den Unterricht in den betreffenden Klassen unbedingt notwendig sind, weil sie regelmäßig im Unterricht verwendet werden oder für die häusliche Arbeit unerlässlich sind. Die Hinweise von Schülern und Eltern, welche Bücher in den vergangenen Jahren nicht ausreichend verwendet wurden, sind zu beachten und die Erläuterungen auf der zweiten Umschlagseite der Schulbuchliste sind unbedingt zu beachten.

Bei allen Werken, die aus Textteil und Arbeitsteil bestehen, gibt es die Möglichkeit zur getrennten Bestellung dieser Teile. Die Schule kann einerseits nur den Textteil bestellen, wenn der Arbeitsteil nicht unbedingt erforderlich erscheint. Andererseits erhalten Repetenten, die den Textteil bereits besitzen, nur mehr den Arbeitsteil. Auch andere Schüler können nur mehr den Arbeitsteil beanspruchen, wenn sie über einen gut erhaltenen Textteil in einer lehrplangemäßen, noch aktuellen Auflage verfügen.

Werke, die in der Zeile "Anmerkung" als "auslaufend" gekennzeichnet sind, werden im Schuljahr 2000/2001 in dieser Form voraussichtlich nicht mehr erhältlich sein.

Bücher mit dem Zusatz "Neubearbeitung" wurden für 1998/99 oder werden für 1999/2000 so wesentlich verändert, dass frühere Auflagen daneben nicht mehr verwendet werden können.

Bücher, die in mehreren Schulstufen verwendet werden, sind in jener Klasse (Schulstufe) einzuführen, die in der Schulbuchliste als Erste angegeben ist bzw. in der gemäß Lehrplan der verschiedenen Formen der allgemeinbildenden höheren Schulenoder verschiedener Fachrichtungen berufsbildender Schulen die Verwendung erstmalig vorgesehen ist.

Bei schulautonomen Lehrplänen , bei Sonderformen (z.B. Kollegs, Aufbaulehrgängen) und Versuchsformen (Schulversuchen) erfolgt die Einführung der Bücher in sinngemäßer Auslegung des Lehrplans.

Die Schüler (die Erziehungsberechtigten) können der Schule freiwillig Schulbücher für die Wiederverwendung zur Verfügung stellen. Dies erfolgt nach Richtlinien, die vom Schulforum bzw. vom Schulgemeinschaftsausschuss gemäß dem Schulunterrichtsgesetz festzulegen sind. Die Schüler haben bis spätestens Ende des Kalenderjahres der Schule mitzuteilen, welche Schulbücher sie der Wiederverwendung zur Verfügung stellen werden.

Die für die Wiederverwendung zur Verfügung gestellten Bücher stehen ab der Überlassung nicht mehr im Eigentum der Schüler. Die Richtlinien des Schulforumsbzw. des Schulgemeinschaftsausschusses sind Aufzeichnungen im Sinne des § 31c Abs. 5FLAG.

Welche Auflagen nebeneinander verwendbar sind, ist aus den Angaben auf dem Buchumschlag oder unter der Approbationsklausel ersichtlich.

4. Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schüler (Limits)

Die Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schüler (für Bücher der Schulbuchliste, Bücher des Anhangs und therapeutische Unterrichtsmittel sowie Unterrichtsmittel nach eigener Wahl zusammen) werden durch Verordnung des Bundesministers für Umwelt, Jugend und Familie im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten festgesetzt. (Informationen durch das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie ergehen gemeinsam mit diesem Erlass.)

Auf Grund der getroffenen Auswahl übermittelt die Schule bis 20. März 1999 die Bedarfsmeldung unmittelbar an das Österreichische Schulrechenzentrum. Die früher erforderliche Antragstellung an die Schulbehörde erster Instanz entfällt.

Die Auswahl der Bücher des Anhangs erfolgt gleichzeitig mit der Auswahl der Bücher der Schulbuchliste durch die Schule, und zwar für die 1.– 8. Schulstufe durch das Schulforum und für die 9. – 13. Schulstufe durch die Schulkonferenz , an der Lehrer/innen, Eltern- und Schülervertreter teilnehmen.

Die Bedarfsmeldung für Bücher des Anhangs gilt als Antrag an dieSchulbehörde erster Instanz. Diese bestätigt gemäß § 31a Abs. 1 Familienlastenausgleichsgesetz zutreffendenfalls die Notwendigkeit für den Unterricht. Diese Bestätigung hat in der vom Österreichischen Schulrechenzentrum übersandten "Auftragsbestätigung (Anhang)" zu erfolgen.

5. Bedarfsmeldung für Schulbuchbelege



5.1. Allgemeine Anforderungsgrundsätze
Nach Auswahl der Schulbücher, die im nächsten Schuljahr in der Schule verwendet werden sollen, ist der voraussichtliche Bedarf für das gesamte Schuljahr möglichst genau zuschätzen. Reserven sind in die Schätzung nicht einzubeziehen.

Die Bedarfsmeldungen sind mit der Unterschrift des Schulleiters und dem Schulsiegel zu versehen und eingeschrieben an das Österreichische Schulrechenzentrum zu senden.

Die Einführung der Bücher für den Religionsunterricht obliegt nicht den Schulbehörden des Bundes. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Schulbuchbelege für die Bücher für den Religionsunterricht zugleich mit den anderen Schulbuchbelegen mittels Bedarfsmeldung beim Österreichischen Schulrechenzentrum zu bestellen sind.

5.2. Verwendung der Schulbuchbelege

In den Monaten Mai und Juni erhalten jene Schulen, die bis Ende April 1999 keine Limitüberschreitungen mehr aufweisen, die angeforderten Schulbuchbelege von der Österreichischen Postsparkasse.

Die Verwendung der Schulbuchbelege sowie allfällige Neu- und Nachbestellungen, die nur zu Beginn des Schuljahres möglich sind, für das sie bestimmt sind, werden durch die Durchführungsrichtlinien des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie geregelt, die den Schulen im April 1999 zugehen werden.

Die gesamte Bestellgebarung wird in Bezug auf die Schulen ausschließlich vom ÖSRZ abgewickelt. Das umfasst auch allfällige Reklamationenüber Schulbuchbelege.

6. Anforderung der Bücher des Anhangs

Die Ausführungen in den vorstehenden Punkten gelten sinngemäß für die Anforderung von Büchern des Anhangs, jedoch mit der Maßgabe, dass die vom ÖSRZ auf Grund der "Bedarfsmeldung" (Anhang) der Schulen erstellte "Auftragsbestätigung" (Anhang) gleichzeitig an die Schulen gesandt wird und an die zuständige Schulbehörde erster Instanz zur Erteilungder von Gesetzes wegen erforderlichen Bestätigung, dass die in der Auftragsbestätigung enthaltenen Bücher des Anhangs als für den Unterricht notwendige Schulbücher gelten.

Soweit dies nicht gegeben ist oder diese Bücher nicht zu mehr als 50 v.H. unmittelbar im Unterricht verwendet werden, sind diese Titel zu streichen. Die Auftragsbestätigung wird bis 15. Juni der Schule übermittelt.

Im Interesse einer Vereinfachung des Bestell- und Beschaffungsverfahrens erfolgt auch die Abgabe der Schulbücher aus dem Anhang ab dem Schuljahr 1999/2000 über Schulbuchanweisungen .

Schulbücher, die in der Anhangliste den Vermerk "DIR" enthalten, werden von Eigenverlegern hergestellt und vertrieben.Die Schulbuchanweisungen für diese Schulbücher können nur beim Eigenverleger (nicht beim Schubuchhändler!) gegen Erhalt der Schulbücher Zug um Zug eingelöst werden.

Die weitere Vorgangsweise bei Beschaffung der Bücher des Anhangs ist den obzit. Durchführungsrichtlinien zu entnehmen. Werden durch die Bestellung für Bücher des Anhangs die Limits überschritten, geht eine Auftragsbestätigung (Anhang) vom ÖSRZ an die Schule zurück, die die Bestellung entsprechend zu reduzieren hat. Die Weiterverarbeitung erfolgt erst, wenn die Limits nicht mehr überschritten werden.

7. Unterrichtsmittel eigener Wahl

Im Rahmen von höchstens 15 % der Limits können von den Schulen Unterrichtsmittel eigener Wahl (therapeutische, gedruckte, audiovisuelle Unterrichtsmittel, automationsgestützte Datenträger, Lernspiele) für die Hand derSchülerinnen und Schüler angeschafft werden.

Den Schulen wird nach Verarbeitung der von der Schule beschlossenen Werke vom ÖSRZ mitgeteilt werden, welcher Betrag für den Ankauf von Unterrichtsmitteln eigener Wahl zur Verfügung steht. Diese Unterrichtsmittel sind in keiner amtlichen Liste enthalten. Sie werden von der Schule im Fachhandel bestellt, die Rechnung wird der Finanzlandesdirektion übermittelt. Weitere Auskünfte dazu wird das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie geben.

8. Überprüfung der Schulbuchgebarung

Es wird darauf hingewiesen, dass die Schulen gemäß § 31c Abs. 5 Familienlastenausgleichsgesetz Aufzeichnungen führen müssen, aus denen die Empfänger der Schulbücher hervorgehen. Die Schulen sind gegenüber dem Bundesminsterium fürUmwelt, Jugend und Familie und den Finanzlandesdirektionen zur Auskunfserteilung verpflichtet und haben diesen Einblick in die Aufzeichnungen zu geben.

9. Aussendung des Erlasses

Dieser Erlass wird zusammen mit den Schulbuchlisten und dem Anhang den Schulleitungen aller in Betracht kommenden Schulen, den Bezirksschulräten, den Berufsschulinspektoren, den Inspektoren für die Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung sowie den Landesschulinspektoren bis Februar im Wege des Österreichischen Schulrechenzentrums zugesandt werden.

Wien, 12. Jänner 1999
Die Bundesministerin:
GEHRER

F.d.R.d.A.:

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018