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Muttersprachlicher Unterricht: Information und Übermittlung der Merkblätter/Anmeldeformulare und Statistikblätter

Geschäftszahl: 27.901/72-V/B/5a/99

Sachbearbeiterin: Mag. Elfie Fleck
Tel.: 01/53-120/25-52
Fax: 01/53-120/22-07

Verteiler: VII
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Muttersprachlicher Unterricht
Geltung: Schuljahr 1999/2000

Rundschreiben Nr. 27/1999

Landesschulräte/Stadtschulrat für Wien

  1. Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätter für die Eltern sowie Statistikblätter

Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheitenübermittelt mit getrennter Post die Anmeldeformulare für den muttersprachlichenUnterricht/Merkblätter für die Eltern, die in Albanisch, Arabisch, Bulgarisch,Chinesisch, Kurdisch (Kurmandji und Sorani), Makedonisch, Polnisch, Rumänisch,Serbokroatisch (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Türkischund Ungarisch abgefasst sind.

Es wird ersucht, die Merkblätter/Anmeldeformulare zu Beginn desSchuljahres an die einzelnen Schulstandorte zu verteilen, um den SchülerInnen eineAnmeldung zum muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen. In jenen Bundesländern, indenen keine diesbezügliche Landesverordnung erlassen wurde und daher am jeweiligenSchulstandort entschieden wird, ob der muttersprachliche Unterricht ab der 5. Schulstufeals Freigegenstand oder als unverbindliche Übung angeboten wird, wird empfohlen, dieLehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht und die betroffenen Eltern in denEntscheidungsfindungsprozess einzubeziehen.

Weiters werden Ihnen, ebenfalls mit getrennter Post, die Statistikblätterin der Anzahl der in Ihrem Bundesland beschäftigten Lehrkräfte für denmuttersprachlichen Unterricht übermittelt. Das im Schuljahr 1997/98 erstmals verwendeteStatistikblatt hat sich im wesentlichen als brauchbar herausgestellt, sodass diese Fassungnach einer geringfügigen Ergänzung, die im Schuljahr 1998/99 vorgenommen wurde,beibehalten werden konnte. Es wird dennoch ersucht, allfällige Restbestände desStatistikblattes aus dem Vorjahr nicht mehr zu verwenden.

Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheitenersucht um Übermittlung der von den einzelnen Lehrkräften für den muttersprachlichenUnterricht ausgefüllten Statistikblätter bis Ende Oktober 1999.

2. Eröffnungs- und Teilungszahlen – Gruppenbildung – TeamTeaching

Bei nichtintegrativer Führung (Kursform) gelten die Eröffnungs- undTeilungszahlen für Freigegenstände bzw. unverbindliche Übungen(Landesausführungsgesetze). Es ist auch möglich, klassen-, schulstufen-, schul- undschulartenübergreifende Gruppen zu bilden bzw. an Standorten, an denen bisher keinmuttersprachlicher Unterricht angeboten wurde, einen solchen einzurichten. Ausgegebenem Anlass – Aufnahme von schulpflichtigen Flüchtlingskindern aus dem Kosovo– wird auf diese Möglichkeit noch einmal ausdrücklich hingewiesen.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass sich für Klassen mit einem hohenAnteil an SchülerInnen der gleichen Herkunftssprache der muttersprachliche Unterricht inintegrativer Form (Team Teaching) anbietet, sofern dies von den betroffenen Lehrkräften(Klassen/FachlehrerIn und LehrerIn für den muttersprachlichen Unterricht) gewünschtwird.

Weiters wird in Erinnerung gerufen, dass in der Vorschulstufe imRahmen der verbindlichen Übung "Sprache und Sprechen" eine besondereFörderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden parallel zumUnterricht bzw. (ganz oder teilweise) integrativ angeboten werden kann (vgl. BGBl. Nr.528/1992, S. 2144).

Für allgemein bildende höhere Schulen, für Berufsschulen undfür berufsbildende mittlere und höhere Schulen wird empfohlen, denmuttersprachlichen Unterricht im Rahmen der Schulautonomie zu ermöglichen, soferne derBedarf und die stellenplanmäßige Bedeckung gegeben sind. Auch hier gilt die Möglichkeitvon schulübergreifenden Sammelkursen.

Die Erteilung des muttersprachlichen Unterrichts ist grundsätzlich injeder Sprache möglich, soferne der Bedarf gegeben ist und die personellen undstellenplanmäßigen Ressourcen vorhanden sind. Sollte die Einführung einer neuen Sprachein Ihrem Bundesland geplant sein, werden Sie ersucht, mit dem Referat fürInterkulturelles Lernen im Bundesministerium für Unterricht und kulturelleAngelegenheiten Kontakt aufzunehmen.

3. Lehrverpflichtung

Anhand der eingelangten Statistikblätter für den muttersprachlichenUnterricht im Schuljahr 1998/99 wurde erneut festgestellt, dass manche Lehrerinnen undLehrer an über zehn Standorten eingesetzt waren. Da sowohl der Einsatz an so vielenStandorten als auch eine hohe Überstunden-anzahl eine pädagogisch sinnvolle Arbeitextrem erschweren, wird neuerlich empfohlen, eine Lehrerin/einen Lehrer an nicht mehrals fünf Standorten zu beschäftigen und Mehrdienstleistungen nur im unbedingterforderlichen Ausmaß vorzusehen.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass die Teilnahmeder LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht an Lehrerkonferenzen, soferne esnicht durch den Einsatz an zu vielen Schulstandorten organisatorisch unmöglich ist,verpflichtend ist.

4. Unterrichtsmaterialien>

  • aus der Schulbuchliste

Für den muttersprachlichen Unterricht in Serbokroatisch – Bosnisch/Kroatisch/Serbisch wurde erstmals ein in Österreich entwickeltes Lehrbuch in die Schulbuchliste aufgenommen. Ebenfalls neu in der Schulbuchliste ist ein Lehrbuch zur Unterstützung der parallelen Alphabetisierung in Deutsch und Türkisch bzw. Deutsch und Serbokroatisch – Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.

Für den muttersprachlichen Unterricht in Türkisch können wie in den vergangenen Schuljahren Bücher aus der Schulbuchliste bestellt werden. Für den muttersprachlichen Unterricht in Slowenisch an Volksschulen können ebenfalls die Bücher aus der Schulbuchliste für Slowenisch verwendet werden.

Der Höchstbetrag für die Durchschnittskosten pro SchülerIn beträgt öS 202,--. Da in vielen Fällen die genauen Zahlen der teilnehmenden SchülerInnen erst zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 bekannt sein werden, werden die Schulen ersucht, die Bücher allenfalls mittels Nachbestellungsformular anzufordern.

  • Für alle anderen im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts angebotenen Sprachen werden die benötigten Bücher seitens des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten angekauft und den LehrerInnen zur Verfügung gestellt.

b) Wörterbücher

SchülerInnen, die am muttersprachlichen Unterricht teilnehmen, dürfenaußerdem einmal ein zweisprachiges Wörterbuch erhalten.

Folgende zweisprachige Wörterbücher, die das derzeitigeSprachenangebot des muttersprachlichen Unterrichts betreffen, werden in der Schulbuchlistegeführt:

Volksschulen:

Slowenisch (ab der 3. Schulstufe)

Hauptschulen, Sonderschulen, die nach dem Lehrplan der Hauptschulegeführt werden, und allgemein bildende höhere Schulen (ab der 5. Schulstufe):

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Slowenisch

Türkisch

Polytechnische Schulen:

Polnisch

Rumänisch

Serbokroatisch

Türkisch

Auch die Wörterbücher können mittels Nachbestellungsformular imLaufe des Schuljahres nachbestellt werden.

Im vergangenen Schuljahr wurde darüber hinaus den LehrerInnen für denmuttersprachlichen Unterricht in Türkisch und Albanisch auf Wunsch das – bereitsfür die Volksschule geeignete – zweisprachige Wörterbuch "DieWörterbrücke" in der gewünschten Stückzahl übermittelt. Nachbestellungenfür das Schuljahr 1999/2000 sind schriftlich an das Referat für Interkulturelles Lernen im Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten zu richten.

5. Muttersprachlicher Unterricht in Serbokroatisch(Bosnisch/Kroatisch/Serbisch)

Aufgrund wiederholter Anfragen zur Organisationsform desmuttersprachlichen Unterrichts in Serbokroatisch – Bosnisch/Kroatisch/Serbisch darfdas Rundschreiben Nr. 10/1996 (GZ 27.901/8-V/5a/96) in Erinnerung gerufen werden, in demempfohlen wird, "nach Möglichkeit keine Trennung nach ethnischen Zugehörigkeitenvorzunehmen", und in dem die Lehrkräfte angehalten werden, "ungeachtet ihrereigenen ethnischen oder regionalen Herkunft, alle in ihrer Gruppe vertretenenSprachvarietäten im gleichen Maße zu respektieren und zu fördern." Auf diesenSachverhalt sowie auf die Tatsache, dass für die Auswahl und Anstellung der Lehrkräftefür den muttersprachlichen Unterricht ausschließlich österreichische Behördenzuständig sind, wäre bei etwaigen neuerlichen Anfragen bzw. bei der Neuanstellung vonLehrerInnen ausdrücklich hinzuweisen.

Die Landesschulräte/der Stadtschulrat für Wien werden ersucht, die indiesem Erlass enthaltenen Informationen allen Schulen, auch den mittleren und höherenSchulen, bekannt zu geben.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Sachbearbeiterin zurVerfügung.

Eine Abschrift dieses Schreibens ergeht an die für die Anstellung dermuttersprachlichen LehrerInnen zuständigen Personen in den Landesregierungen, an dieSchulberatungsstellen für AusländerInnen bei den Landesschulräten, an dieKoordinatorInnen für interkulturelles Lernen an den Pädagogischen Instituten, an die imRahmen des interkulturellen Lernens tätigen ProfessorInnen an den PädagogischenAkademien sowie an alle in Österreich tätigen LehrerInnen für den muttersprachlichenUnterricht.

Wien, 7. Juni 1999

Für die Bundesministerin:
Dr. Gruber

Für die Richtigkeit der Ausfertigung:

Inhaltlicher Stand: 6. April 2018