Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Muttersprachlicher Unterricht: Information und Übermittlung der Merkblätter/Anmeldeformulare

Geschäftszahl: 27.901/87-V/B/5a/2001

Sachbearbeiterin:
Mag. Elfie Fleck
Tel.: 01/53-120/2552
Fax: 01/53-120/2329
e-mail: elfie.fleck@bmbwk.gv.at

Verteiler: VII
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Muttersprachlicher Unterricht
Geltung: Schuljahr 2001/2002

Rundschreiben Nr. 38/2001

Landesschulräte/den Stadtschulrat für Wien

1. Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätter für die Eltern

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur übermittelt mit getrennter Post die Anmeldeformulare für den muttersprachlichen Unterricht/Merkblätter für die Eltern, die in folgenden Sprachen abgefasst sind: Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch, Englisch, Kurdisch (Kurmançi und Sorani), Makedonisch, Persisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbokroatisch (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Türkisch und Ungarisch.

Es wird ersucht, die Merkblätter/Anmeldeformulare zu Beginn des Schuljahres an die einzelnen Schulstandorte zu verteilen, um den SchülerInnen eine Anmeldung zum muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen.

In jenen Bundesländern, in denen keine diesbezügliche Landesverordnung erlassen wurde und daher am jeweiligen Schulstandort entschieden wird, ob der muttersprachliche Unterricht ab der 5. Schulstufe als Freigegenstand oder als unverbindliche Übung angeboten wird, wird empfohlen, die Lehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht und die betroffenen Eltern in den Entscheidungsfindungsprozess einzubeziehen.

2. Statistikblätter

Die Statistikblätter werden zu Beginn des kommenden Schuljahres erstmals DIREKT an die Stammschulen zuhanden der LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht übermittelt werden. Dadurch wird eine Entlastung der Bezirksschulräte und eine Vereinfachung der Arbeitsabläufe erwartet. Die betreffenden Lehrkräfte werden in einem Begleitschreiben ersucht werden, bis Ende Oktober 2001 die ausgefüllten Statistikblätter im Dienstweg an das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zu retournieren.

3. Stellenplanrichtlinie 2001

Die Stellenplanrichtlinie 2001 sieht keine zentralen zweckgebundenen Zuschläge für den muttersprachlichen Unterricht mehr vor. Die erforderlichen Ressourcen sind nunmehr aus dem allgemeinen Kontingent zu entnehmen.

Gleichzeitig konnte in den vergangenen Jahren ein wachsendes Interesse am muttersprachlichen Unterricht festgestellt werden, was sich an erhöhten Teilnehmerzahlen in fast allen Bundesländern und in fast allen Sprachen und an der Einführung neuer Sprachen ablesen lässt.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass der muttersprachliche Unterricht ein zentrales bildungspolitisches Anliegen darstellt, dessen Durchführung bei Vorliegen der erforderlichen Teilnehmerzahl unbedingt ermöglicht werden sollte (vgl. schriftlich-mündlicher Vortrag der Frau Bundesministerin an den Ministerrat vom 23. Mai 2000).

4. Eröffnungs- und Teilungszahlen – Gruppenbildung – Team Teaching

Die Bestimmungen für den muttersprachlichen Unterricht werden durch den neuen Lehrplan für die Sekundarstufe I nicht berührt. Bei nichtintegrativer Führung (Kursform) gelten die Eröffnungs- und Teilungszahlen für Freigegenstände bzw. unverbindliche Übungen (Landesausführungsgesetze). Es ist auch möglich, klassen-, schulstufen-, schul- und schulartenübergreifende Gruppen zu bilden bzw. an Standorten, an denen bisher kein muttersprachlicher Unterricht angeboten wurde, einen solchen einzurichten.

Für Klassen mit einem hohen Anteil an SchülerInnen der gleichen Herkunftssprache bietet sich der muttersprachliche Unterricht in integrativer Form (Team Teaching) an, sofern dies von den betroffenen Lehrkräften (Klassen/FachlehrerIn und LehrerIn für den muttersprachlichen Unterricht) gewünscht wird.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Teilnahme der LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht an Lehrerkonferenzen, sofern es nicht durch den Einsatz an zu vielen Schulstandorten organisatorisch unmöglich ist, verpflichtend ist.

Weiters wird in Erinnerung gerufen, dass in der Vorschulstufe im Rahmen der verbindlichen Übung „Sprache und Sprechen“ eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden parallel zum Unterricht bzw. (ganz oder teilweise) integrativ angeboten werden kann (vgl. BGBl. Nr. 528/1992, S. 2144).

Für allgemein bildende höhere Schulen und für berufsbildende mittlere und höhere Schulen wird empfohlen, den muttersprachlichen Unterricht im Rahmen der Schulautonomie zu ermöglichen, sofern der Bedarf und die stellenplanmäßige Bedeckung gegeben sind. Auch hier gilt die Möglichkeit von schulübergreifenden Sammelkursen.

Die Erteilung des muttersprachlichen Unterrichts ist grundsätzlich in jeder Sprache möglich, sofern der Bedarf gegeben ist und die personellen und stellenplanmäßigen Ressourcen vorhanden sind. Sollte die Einführung einer neuen Sprache in Ihrem Bundesland geplant sein, werden Sie ersucht, mit dem Referat für Interkulturelles Lernen im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Kontakt aufzunehmen.

5. Muttersprachlicher Unterricht in Serbokroatisch-Bosnisch/Kroatisch/Serbisch

Auf Grund wiederholter Anfragen zur Organisationsform des muttersprachlichen Unterrichts in Serbokroatisch – Bosnisch/Kroatisch/Serbisch darf das Rundschreiben Nr. 10/1996 (GZ 27.901/8-V/5a/96) in Erinnerung gerufen werden, in welchem empfohlen wird, „nach Möglichkeit keine Trennung nach ethnischen Zugehörigkeiten vorzunehmen“, und die Lehrkräfte darauf hingewiesen werden, „ungeachtet ihrer eigenen ethnischen oder regionalen Herkunft, alle in ihrer Gruppe vertretenen Sprachvarietäten im gleichen Maße zu respektieren und zu fördern.“ Auf diesen Sachverhalt sowie auf die Tatsache, dass für die Auswahl und Anstellung der Lehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht ausschließlich österreichische Behörden zuständig sind, wäre bei etwaigen neuerlichen Anfragen bzw. bei der Neuanstellung von LehrerInnen ausdrücklich hinzuweisen.

Die Landesschulräte/der Stadtschulrat für Wien werden ersucht, die in diesem Rundschreiben enthaltenen Informationen allen Schulen, auch den mittleren und höheren Schulen, bekanntzugeben.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Sachbearbeiterin zur Verfügung.

Eine Abschrift dieses Schreibens ergeht an die für die Anstellung der muttersprachlichen LehrerInnen zuständigen Personen in den Landesregierungen, an die Schulberatungsstellen für AusländerInnen/MigrantInnen bei den Landesschulräten/dem Stadtschulrat für Wien, an die KoordinatorInnen für interkulturelles Lernen an den Pädagogischen Instituten, an die im Bereich Interkulturelles Lernen und Deutsch als Zweitsprache tätigen ProfessorInnen an den Pädagogischen Akademien, an die Übungsschulen der Pädagogischen Akademien sowie an alle in Österreich tätigen LehrerInnen für den muttersprachlichen Unterricht.

Wien, 23. Juli 2001

Für die Bundesministerin:
Dr. Gruber

Für die Richtigkeit
der Ausfertigung:

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018