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„Akademienverbund – Pädagogische Hochschule“ - Versuche gemäß § 131e SCHOG

Geschäftszahl: 17.151/25-V/7/02

Sachbearbeiter: MR Dr. Norbert FAHNL
Tel.: +43-1/53120-2830
Fax: +43-1/53120-2899
norbert.fahnl@bmbwk.gv.at

Verteiler: VI und N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten, Verwaltungsorganisation
Inhalt: Entwicklung Pädagogische Hochschulen, Rahmenbedingungen für Versuche „Akademienverbund – Pädagogische Hochschulen“
Rechtsgrundlage: AStG 1999
Geltung : 2007
Angesprochene Personen: Alle Bediensteten von AStG–Akademien (PA, BPA, RPA, PI, RPI) und Kollegs für Sozialpädagogik

Rundschreiben Nr. 30/2002

An alle Landesschulräte
(Stadtschulrat für Wien)
An die Direktionen aller AStG-Akademien

Auf Grund des Bundesgesetzes über die Studien an Akademien und über die Schaffung von Hochschulen für pädagogische Berufe (Akademien-Studiengesetz 1999 – AStG), BGBl I Nr. 94/1999 , wird der Bund innerhalb von acht Jahren hochschulische Einrichtungen für die Ausbildung der Pflichtschullehrer („Hochschulen für pädagogische Berufe“) schaffen.

Gemäß § 2 AStG hat die Evaluierungs- und Planungskommission (PEK) ausführliche „Materialien und Dokumente - Auf dem Weg zur Hochschule für Pädagogische Berufe“ zusammengestellt, die verschiedene Entwicklungsperspektiven aufzeigen.

Um Erfahrungen in Organisationsfragen für die Hochschulentwicklung zu sammeln, werden alle im Betreff genannten Einrichtungen eingeladen, Reformelemente zukünftiger „Hochschulen für pädagogische Berufe“ (in Folge kurz „Pädagogische Hochschulen“ genannt) zum Versuchsbereich „Akademienverbund – Pädagogische Hochschule“ durch Versuche und Projekte gemäß § 131 e SCHOG zu erproben.

1. Gesetzliche Rahmenbedingungen

Eine gesetzliche Grundlage für Modellversuche liegt wie folgt vor:

„(1) Zur Vorbereitung der Entwicklung von Hochschulen für die Ausbildung der Pflicht-schullehrer im Sinne des § 1 des Bundesgesetzes über die Studien an Akademien und über die Schaffung von Hochschulen für pädagogische Berufe können Versuche an Akademien durchgeführt werden. ...“ (Versuche gemäß § 131 e SCHOG)

2. Inhalte und Kriterien zur Modellbeschreibung

Die nachstehenden Punkte beinhalten im Wesentlichen Rahmenvorgaben für die Gestaltung von Anträgen zur Genehmigung eines Versuchs „Akademienverbund – Pädagogische Hochschule“.

2.1. Leitvorstellungen und Zielsetzungen

Die Modellbeschreibung der einzelnen Versuche muss klare Festlegungen von Reformbereichen und Versuchszielen enthalten. Dies betrifft vor allem neue Organisationsstrukturen beim Zu-sammenwirken mehrerer Akademien. Weiters wird in den Akademienverbünden auf Synergie-effekte im Bereich von Studien- und Forschungsschwerpunkten und die Neuorganisation der Verwaltungsbereiche zu achten sein.

Bei den Reformelementen im Bereich der Fort- und Weiterbildung sind in Zusammenarbeit mit den Landesschulräten (Stadtschulrat für Wien) die regionalen Gegebenheiten und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

2.2. Struktur und Organisation der Versuche

Gemäß § 131 e sind für Versuche folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Kooperation mehrerer Akademien
Für die Konzeption der zukünftigen Hochschulen stellen Kooperationsversuche mehrerer ver-schiedenartiger Institutionen, die vom AStG erfasst sind, ein grundlegendes Kriterium für die Genehmigung eines Versuches „Akademienverbund – Pädagogische Hochschule“ dar.

Personal- und Raumkonzept
Jeder Modellbeschreibung ein Vorschlag für einen Personalentwicklungsplan (Lehr- und Verwaltungspersonal) und ein Raumentwicklungskonzept anzuschließen.

Finanzkonzept
Im Rahmen der Modellbeschreibung ist ein Finanzkonzept auszuarbeiten, das unter den gege-benen Rahmenbedingungen Veränderungen zu den derzeitigen Kosten aufzeigt.

Verschiedene Trägerschaft
Kooperationsversuche mehrerer Institutionen, die vom AStG erfasst sind, mit verschiedener Trägerschaft bedürfen zusätzlicher gesonderter Vereinbarungen zwischen den Trägern der Institutionen.

2.3. Forschung

Die PEK (Planungs- und Evaluierungskommission) hat zur Forschung an zukünftigen Hoch-schulen für pädagogische Berufe umfangreiche Darstellungen vorgelegt, ebenso wurden vom Forschungsbeirat (§24 AStG) Qualitätskriterien für berufsfeldbezogene Forschung erarbeitet, die ebenfalls in die Forschungsentwicklung einzubringen sind.

Der Forschungsausschuss der BLK der Pädagogischen Akademien hat ebenfalls Qualitätskriterien zur Antragstellung und ein entsprechendes Genehmigungsverfahren von Forschungsanträgen aus-gearbeitet, die als Anregung für die Prüfung zukünftiger Forschungsaktivitäten dienen können.

Die Modellbeschreibung sollte auch Vorschläge zur Forschungsentwicklung enthalten.

3. Versuchsablauf

3.1. Empfehlungen zur Entwicklung der Modellbeschreibung und des Versuchsantrages

Bei der Erstellung der Modellbeschreibung ist die Kooperation mit allen beteiligten Institutionen und Instanzen und die enge Zusammenarbeit mit den Direktoren/innen und Abteilungsleiter/innen des Akademienverbundes sicherzustellen.

Vor der Übermittlung des Antrags an das bm:bwk ist es notwendig, die Modellbeschreibung mit allen Betroffenen zu diskutieren und einen größtmöglichen Konsens zu erreichen.

(§ 9 Bundespersonalvertretungsgesetz ist in vollem Umfang zu erfüllen.)

3.2 Antragstellung und Genehmigungsvorgang

Die Modellbeschreibung und der Antrag für einen Versuch „Akademienverbund – Pädagogische Hochschule“ sind dem bm:bwk zur Genehmigung vorzulegen.

Das bm:bwk wird alle eingelangten Anträge unverzüglich auf ihre Übereinstimmung der Ziel-setzungen mit den Vorgaben dieses Rundschreibens und die Einhaltung der rechtlichen Grund-lagen überprüfen.
In weiterer Folge werden die eingereichten Anträge zur Einholung einer Stellungnahme im Sinne des §131 e (1) SCHOG an die PEK weitergeleitet.

Nach Abschluss des Prüfungsvorganges erfolgt die Genehmigung durch die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Damit ist keine Vorwegnahme einer späteren gesetzlichen Festlegung von Hochschulstandorten verbunden.

Wien, 26. Juni 2002

Für die Bundesministerin:
Dr. Gruber

F.d.R.d.A.:

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018