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Schulbücher im Schuljahr 2003/2004

Geschäftszahl: 36.650/22 -V/1/2002

Verteiler VII, N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Schulbucherlass für 2003/2004
Geltung: Budgetjahre 2003 und 2004, Schuljahr 2003/2004

Rundschreiben Nr. 55/2002

Landesschulräte und Bezirksschulräte
Öffentlichen Schulen und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht

Bezüglich der Auswahl der Schulbücher für das Schuljahr 2003/2004 werden - im Zusammenhang mit der Aktion "Unentgeltliche Schulbücher" im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen - folgende Informationen gegeben und folgende Maßnahmen verfügt:

1. Grundlagen der Auswahl

Für die unentgeltliche Beistellung kommen gemäß § 31a Abs. 1 des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967, BGBl. Nr. 376, in der geltenden Fassung, Schulbücher in Betracht, die sowohl zum Gebrauch als Lehrbuch für die jeweilige Schulart und Schulstufe zugelassen sind - dazu zählen Arbeitsbücher, Lesebücher, Sprachbücher, Liederbücher, Wörterbücher, Atlanten und mathematische Tabellenwerke - als auch von der Schule zur Durchführung des Unterrichts erforderlich bestimmt wurden.

Alle diese Bücher sind in der amtlichen Schulbuchliste enthalten, die den Schulen bis Februar 2003 zugeht und ab Jänner im Internet verfügbar sein wird. Sie ist nach Schularten gegliedert. Jede Schule im Bereich der 1. – 8. Schulstufe wird die entsprechende(n) Teilliste(n) in zweifacher Ausfertigung erhalten, wovon eine für die Elternvertreter und die Schülervertreter bestimmt ist (im Hinblick auf § 58 Abs. 2 lit. f und § 63 Abs. 3 des Schulunterrichtsgesetzes).
Schulartspezifische Hinweise zur Schulbuchauswahl und Erläuterungen zum Bestellvorgang werden am Beginn der Schulbuchlisten gegeben.
Bei der Auswahl sind die Grundsätze der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit genau zu beachten. Es dürfen daher nur solche Bücher ausgewählt werden, die tatsächlich benötigt und verwendet werden. Werden die Grundsätze der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit verletzt, indem Bücher bestellt und angeschafft werden, die nicht verwendet werden, hat der Schulerhalter dem Bund den Aufwand für solche Bücher zu ersetzen.
Auf Grund der Novelle 1996 zum Familienlastenausgleichsgesetz können die Schulen sowohl Bücher der Schulbuchliste als auch Bücher des Anhangs zur Schulbuchliste oder therapeutische Unterrichtsmittel aus Listen für andere Schularten bestellen, wenn diese nach gewissenhafter Prüfung durch die Lehrerinnen und Lehrer nach Inhalt und Form auch dem Lehrplan der eigenen Schulform oder Schulstufe entsprechen.
So ist es z.B. möglich, therapeutische Unterrichtsmittel auch für Volksschulen zu bestellen, an denen keine Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.
Erstmals werden für einige Gegenstände Internet-Ergänzungen zu Schulbüchern zur Verfügung stehen. Erläuterungen dazu finden Sie im Klappentext der Schulbuchliste.

2. Auswahl der Schulbücher

Zur Auswahl der Schulbücher (einschließlich der Bücher des Anhangs) sind an allen Schulen im Zeitraum vom 1. bis 15. März 2003 (bei Bestellung über Internet bis spätestens 15. April 2003) Schulforen für die 1. – 8. Schulstufe an allgemeinbildenden Pflichtschulen oder Schul- bzw. Abteilungskonferenzen an allgemeinbildenden höheren Schulen, an Polytechnischen Schulen, an berufsbildenden Schulen und an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik und an Bildungsanstalten für Sozialpädagogik abzuhalten.

3. Auswahlgrundsätze

Die Direktionen werden dringend ersucht, darauf zu achten, dass nur Bücher ausgewählt werden, die für den Unterricht in den betreffenden Klassen unbedingt notwendig sind, weil sie regelmäßig im Unterricht verwendet werden oder für die häusliche Arbeit unerlässlich sind. Die Hinweise von Schülern und Eltern, welche Bücher in den vergangenen Jahren nicht ausreichend verwendet wurden, und die Erläuterungen auf der zweiten Umschlagseite der Schulbuchliste sind zu beachten.
Bei allen Werken, die aus Textteil und Arbeitsteil bestehen, gibt es die Möglichkeit zur getrennten Bestellung dieser Teile. Die Schule kann einerseits nur den Textteil bestellen, wenn der Arbeitsteil nicht unbedingt erforderlich erscheint. Andererseits erhalten Repetenten, die den Textteil bereits besitzen, nur mehr den Arbeitsteil. Auch andere Schüler können nur mehr den Arbeitsteil beanspru-chen, wenn sie über einen gut erhaltenen Textteil in einer lehrplangemäßen, noch aktuellen Auflage verfügen.
Werke, die in der Zeile "Anmerkung" als "auslaufend" gekennzeichnet sind, werden im Schuljahr 2004/2005 in dieser Form voraussichtlich nicht mehr erhältlich sein.
Bücher mit dem Zusatz "Neubearbeitung" wurden für 2002/2003 oder werden für 2003/2004 so wesentlich verändert, dass frühere Auflagen daneben nicht mehr verwendet werden können.
Bücher, die in mehreren Schulstufen verwendet werden, sollen in jener Klasse (Schulstufe) eingeführt werden, die in der Schulbuchliste als Erste angegeben ist bzw. in der gemäß Lehrplan die Verwendung erstmalig vorgesehen ist.
Bei schulautonomen Lehrplänen, bei Sonderformen (z.B. Kollegs, Aufbaulehrgängen) und Versuchsformen (Schulversuchen) erfolgt die Einführung der Bücher in sinngemäßer Auslegung des Lehrplans.
Die Schüler (die Erziehungsberechtigten) können der Schule freiwillig Schulbücher für die Wiederverwendung zur Verfügung stellen. Dies erfolgt nach Richtlinien, die vom Schulforum bzw. vom Schulgemeinschaftsausschuss gemäß dem Schulunterrichtsgesetz festzulegen sind. Die Schüler haben bis spätestens Ende des Kalenderjahres der Schule mitzuteilen, welche Schulbücher sie der Wiederverwendung zur Verfügung stellen werden.
Die für die Wiederverwendung zur Verfügung gestellten Bücher stehen ab der Überlassung nicht mehr im Eigentum der Schüler. Die Richtlinien des Schulforums bzw. des Schulgemeinschaftsausschusses sind Aufzeichnungen im Sinne des § 31c Abs. 5 FLAG
.
Welche Auflagen nebeneinander verwendbar sind, ist aus den Angaben auf dem Buchumschlag oder unter der Approbationsklausel ersichtlich.

4. Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schüler (Limits)

Die Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schüler (für Bücher der Schulbuchliste, Bücher des Anhangs und therapeutische Unterrichtsmittel sowie Unterrichtsmittel nach eigener Wahl zusammen) werden durch Verordnung des Bundesministers für soziale Sicherheit und Generationen im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur festgesetzt. (Informationen durch das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen ergehen gemeinsam mit diesem Erlass.)
Auf Grund der getroffenen Auswahl übermittelt die Schule bis 15. März 2003 bzw. bei Bestellung über Internet bis spätestens 15. April 2003 die Bedarfsmeldung unmittelbar an das Bundesrechenzentrum.
Die Auswahl der Bücher des Anhangs erfolgt gleichzeitig mit der Auswahl der Bücher der Schulbuchliste durch die Schule durch das Schulforum bzw. durch die Schulkonferenz, an der Lehrer/innen, Eltern- und Schülervertreter teilnehmen.

5. Bedarfsmeldung für Schulbuchbelege

5.1. Allgemeine Anforderungsgrundsätze

Nach Auswahl der Schulbücher, die im nächsten Schuljahr in der Schule verwendet werden sollen, ist der voraussichtliche Bedarf für das gesamte Schuljahr möglichst genau zu schätzen. Reserven sind in die Schätzung nicht einzubeziehen.
Die schriftlichen Bedarfsmeldungen für Schulbücher aus der amtlichen Schulbuchliste sind mit der Unterschrift des Schulleiters und dem Schulsiegel zu versehen und eingeschrieben an das Bundesrechenzentrum zu senden.
Die Bedarfsmeldungen werden vom BRZ stellvertretend online erfasst. Die Auftragsbestätigungen werden den Schulen bis Ende Mai zugestellt.
Alle Schulen, die über Internet bestellen, können ihre Bestellung für 2003/04 ab Februar auf Basis der vom BRZ kopierten Bestellung des Schuljahres 2002/03 vorbereiten.
Die Einführung der Bücher für den Religionsunterricht obliegt nicht den Schulbehörden des Bundes. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Schulbücher für den Religionsunterricht zugleich mit den anderen Schulbüchern mittels Bedarfsmeldung beim Bundesrechenzentrum zu bestellen sind.

5.2. Verwendung der Schulbuchbelege

In den Monaten Mai und Juni erhalten jene Schulen, die bis 15. April 2003 keine Limitüberschreitungen mehr aufweisen, die angeforderten Schulbuchbelege von der Österreichischen Postsparkasse.
Die Verwendung der Schulbuchbelege sowie allfällige Neu- und Nachbestellungen, die nur zu Beginn des Schuljahres möglich sind, für das sie bestimmt sind, werden durch die Durchführungsrichtlinien des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen geregelt, die den Schulen im April 2003 zugehen werden.
Die gesamte Bestellgebarung wird in Bezug auf die Schulen ausschließlich vom Bundesrechenzentrum abgewickelt. Das umfasst auch allfällige Reklamationen über Schulbuchbelege.

6. Anforderung der Bücher des Anhangs

Die Ausführungen in den vorstehenden Punkten gelten sinngemäß für die Anforderung von Büchern des Anhangs.
Im Interesse einer Vereinfachung des Bestell- und Beschaffungsverfahrens erfolgt auch die Abgabe der Schulbücher aus dem Anhang über Schulbuchanweisungen.
Die weitere Vorgangsweise bei Beschaffung der Bücher des Anhangs ist den obzit. Durchführungsrichtlinien zu entnehmen. Werden durch die Bestellung für Bücher des Anhangs die Limits überschritten, geht eine Auftragsbestätigung (Anhang) vom Bundesrechenzentrum an die Schule zurück, die die Bestellung entsprechend zu reduzieren hat. Die Weiterverarbeitung erfolgt erst, wenn die Limits nicht mehr überschritten werden.

7. Unterrichtsmittel eigener Wahl

Im Rahmen von höchstens 15 % der Limits können von den Schulen Unterrichtsmittel eigener Wahl (therapeutische, gedruckte, audiovisuelle Unterrichtsmittel, automationsgestützte Datenträger, Lernspiele) für die Hand der Schülerinnen und Schüler angeschafft werden.
Den Schulen wird nach Verarbeitung der von der Schule beschlossenen Werke vom Bundesrechenzentrum mitgeteilt werden, welcher Betrag für den Ankauf von Unterrichtsmitteln eigener Wahl voraussichtlich zur Verfügung stehen wird, die endgültige Berechnung erfolgt im September. Schulen, die ihre Bestellung online erfassen, fixieren diesen Betrag bei der Bestellung der 2.Tranche der Schulbuchanweisungen im September (zum Hauptbestelltermin wird der Betrag nur informativ angezeigt).
Diese Unterrichtsmittel sind in keiner amtlichen Liste enthalten. Sie werden von der Schule im Fachhandel bestellt und mit Rechnungen bezahlt. Weitere Auskünfte dazu wird das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen geben.

8. Überprüfung der Schulbuchgebarung

Es wird darauf hingewiesen, dass die Schulen gemäß § 31c Abs. 5 Familienlastenausgleichsgesetz Aufzeichnungen führen müssen, aus denen die Empfänger der Schulbücher hervorgehen. Die Schulen sind gegenüber dem Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen und den Finanzlandesdirektionen zur Auskunftserteilung verpflichtet und haben diesen Einblick in die Aufzeichnungen zu geben.

9. Aussendung des Erlasses

Dieser Erlass wird zusammen mit den Schulbuchlisten und dem Anhang den Schulleitungen aller in Betracht kommenden Schulen, den Bezirksschulräten, den Berufsschulinspektoren, den Inspektoren für die Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung sowie den Landesschulinspektoren bis Februar im Wege des Bundesrechenzentrum zugesandt werden.

Ab Jänner werden alle Schulbuchlisten, der Erlass „Schulbücher im Schuljahr 2003/2004“, die Limit-Vorinformation des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen sowie Informationen zu den Lehrerexemplaren im Internet auch unter www.bmbwk.gv.at im Bereich Bildung, Schulen, Service und Anlaufstellen, Schulbuchaktion und www.bildung.at, Services, Schulbuchaktion verfügbar sein.

Wien, 6 . Dezember 2002

Für die Bundesministerin:
Dr. Denscher

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018