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„Europäisches Jahr der Erziehung durch Sport 2004“ Aktionsplan; Bekanntgabe

Geschäftszahl: 36.377/8-V/5/2004

Sachbearbeiter: MinR Dr. Sepp REDL
Leiter der Abteilung V/5
Telefon: 0043-1/531 20-2570
Telefax: 0043-1/531 20-81 2570
E-Mail: sepp.redl@bmbwk.gv.at

Verteiler: N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Information zum „Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport 2004
Geltung: unbefristet
Angesprochener Personenkreis: Schulaufsicht, Lehrerfort(Weiter-)bildung, Schulleiter/innen, Lehrer/innen

Rundschreiben Nr. 2 /2004

Landesschulräte
(Stadtschulrat für Wien)
Pädagogische Institute
Pädagogische Akademien
Zentrallehranstalten

Die Europäische Kommission hat mit dem Beschluss Nr. 291/2003/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Februar 2003 das Europäische Jahr der Erziehung durch Sport 2004 eingerichtet.

Mit dem Jahr der Erziehung durch Sport hat die Europäische Union einen wichtigen Aktionsrahmen geschaffen, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf die in Bewegung, Spiel und Sport angelegten erzieherischen und bildenden Möglichkeiten zu lenken. Sport- wie Bildungsorganisationen eröffnet sich damit die große Chance, die wertvollen erzieherischen Aspekte von Bewegung und Sport hervorzuheben. Für Österreich wurde das europäische Motto „Move Your Body. Stretch Your Mind.“ mit „Bewege dein Leben. Körper und Geist.“ in die deutsche Sprache übertragen.

Die nachstehenden Zielsetzungen stehen im Mittelpunkt:

  • Bildungs- und Sporteinrichtungen sollen zur engen Zusammenarbeit angeregt werden.
  • Mit Bewegung und Sport verbundene Werte sollen Kompetenz in einem multikulturellen Umfeld (weiter)entwickeln helfen.
  • Für ehrenamtliche Tätigkeit im Bereich von Bewegung und Sport soll sensibilisiert werden.
  • Sport und kulturelle Begegnungen in der Schule sollen den erzieherischen Wert der Mobilität und des Schüleraustausches fördern.
  • Bewegung und Sport als Beitrag zur soziale Eingliederung benachteiligter Bevölkerungs-gruppen in der Schule.
  • Bewegung und Sport in der Schule sollen zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen geistiger und körperlicher Aktivität bei Kindern und Jugendlichen führen.
  • Im Zusammenhang mit der (Schul)Bildung junger (Leistungs-)SportlerInnen sollen weitere Fördermaßnahmen gesetzt werden.

Die Partner im Österreichischen Netzwerk (ÖNNES 2004) sind derzeit das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Koordination), das Bundeskanzleramt/Staatssekretariat für Sport, das Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, der Fonds Gesundes Österreich, die Österreichische Bundes-Sportorganisation, das Österreichische Olympische Comité, die Österreichische Sporthilfe und der Österreichische Rundfunk (ORF).

Von einer Gruppe von Expertinnen und Experten unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Michael Kolb (Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien, Abteilung Bewegungs- und Sportpädagogik) wurden Leitlinien für – vor allem bewegungsorientierte – Aktionen erstellt:

  • Einrichtung sportpraktischer Angebote, mit denen möglichst viele bislang sportferne Gruppen erreicht werden sollen.
  • Enge Orientierung an den Bedürfnissen der anvisierten Zielgruppen: z. B. Kinder, Jugendliche, Burschen, Mädchen, Menschen mit Behinderung, Ausländer/innen, Frauen, ältere Menschen.
  • Angebote, bei der die Beteiligten die Möglichkeit haben, über Inhalte und Organisation mitzubestimmen.
  • Leitung der Angebote durch Personen, die Erfahrung in der bewegungsbezogenen pädagogischen Arbeit insbesondere mit Kindern und Jugendlichen haben.
  • Einrichtung von Kooperationsangeboten zwischen Bildungseinrichtungen und Sport-organisationen.
  • Angebote, die mit großer Wahrscheinlichkeit nachhaltig sind bzw. in dauerhafte Strukturen münden.

Inhaltlich stehen bei den Aktionen und Projekten die Vermittlung folgender Werthaltungen im Mittelpunkt:

  • Fairness: Achtung vor dem Gegner hat höhere Bedeutung als der Sieg im Wettkampf.
  • Gleichheit: Beachtung und Durchsetzung des Grundsatzes, dass alle die gleichen Chancen haben, Bewegung und Sport auszuüben.
  • Toleranz gegenüber und Respekt vor Menschen aus anderen Kulturen und solchen mit besonderen Bedürfnissen sowie deren Integration: Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen, mit anderer Religionszugehörigkeit oder mit anderer politischer Überzeugung. Verständnis für das Vorliegen einer Behinderung und für unterschiedliche körperliche oder geistige Voraussetzungen.
  • Regelakzeptanz und -befolgung: Akzeptanz der Regeln und deren Einhaltung insbesondere in Konfliktsituationen.
  • Selbstkontrolle: Körperlicher Einsatz ausschließlich im Rahmen der vorgegebenen Regeln, insbesondere Verzicht auf psychische Aggression sowie physische Gewalt.
  • Ablehnung von Doping und Drogenmissbrauch: Verzicht, sich durch verbotene Mittel einen Vorteil im Wettkampf zu verschaffen.
  • Zusammenhalt in der Gruppe, Freundschaft und Solidarität: Gegenseitige Unterstützung in der Gemeinschaft der Sporttreibenden

Für das BMBWK ist es ein Anliegen, die Umsetzung der von der Europäischen Kommission entwickelten Zielsetzungen durch ein umfassendes Aktionsprogramm zu unterstützen.

Damit soll erreicht werden, dass durch ein breites Spektrum von verschiedenen Maßnahmen, Aktivitäten und entsprechenden Informationen ein möglichst umfassender Beitrag zur Bewusstseinsbildung und öffentlichen Auseinandersetzung mit Themen zu Bewegung und Sport geleistet wird.

1. Auftaktveranstaltung („Kick-Off“) am 22. Jänner 2004; CD-ROM an alle Schulen
Am 22. Jänner 2004 (10 Uhr) wird im Studio 44 der Österreichischen Lotterien (Rennweg 44, 1030 Wien) die „Auftaktveranstaltung“ ("Kick-Off") zu den österreichischen Aktivitäten stattfinden.
Grundgedanken und die Zielsetzungen werden im Rahmen von Interviews mit BM Elisabeth Gehrer (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Vorsitz), BM Maria Rauch-Kallat (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen), BM Herbert Haupt und StS Ursula Haubner (Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz), StS Mag. Karl Schweitzer (Staatssekretariat für Sport), Präsident Dr. Franz Löschnak (Österreichische Bundes-Sportorganisation) und Präsident Dr. Leo Wallner (Österreichisches Olympisches Comité) vorgestellt.

Die Auftaktveranstaltung soll auf das kommende Schwerpunktjahr aufmerksam machen und Informationen zu den beabsichtigten Bereichen des „Nationalen Aktionsplanes“ geben. Aus diesem Grund kann die Veranstaltung „live“ im Internet unter http://www.y2004 und unter http://www.bewegung.ac.at mitverfolgt werden.

Auf einer CD-Rom werden anschließend ausgewählte Teile dieser Veranstaltung sowie weitere Materialien in breiter Auflage den Schulen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

2. Jahreskalender 2004 zum Jahr der Erziehung durch Sport
Jeder Schule wird durch Kooperation mit Wirtschaftspartnern unentgeltlich ein großformatiger Kalender mit bekannten ehemaligen und aktiven Spitzensportlern zur Verfügung gestellt. Dieser Kalender nimmt in seinem Textanteil auf die Fragestellungen zu möglichen Werten im Sport Bezug und soll als Grundlage für Diskussionen zum Thema herangezogen werden. Ideal wäre es, den Kalender im Bewegungsbereich am jeweiligen Schulstandort anzubringen.

Fragen und Anregungen zu dieser Aktion können unter bewegung@bmbwk.gv.at mitgeteilt werden.

3. Präsenz an der BEST3 (4. – 7. März 2004, Wien)
Die BeSt richtet sich an MaturantInnen, SchülerInnen, Schul- und StudienabbrecherInnen und Studierende, sowie an Eltern, LehrerInnen, HochschulabsolventInnen, Berufstätige und Weiterbildungsinteressierte. Veranstalter der BeSt sind das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Arbeitsmarktservice Österreich.

Die Zielsetzungen des EU-Jahres der Erziehung durch Sport werden im Zusammenhang mit einer Präsentation der Ausbildungen für SportlehrerInnen vorgestellt. Eigene Veranstaltungen unter Teilnahme bekannter SportlerInnen geben einen Überblick zu Projekten in Schule und Verein.

Weitere Informationen: http://www.bestinfo.at/

4. Wettbewerbe zur Thematik „Erziehung durch/zum Sport“
Die Wettbewerbe sind verschiedene Altersgruppen mit unterschiedlichen Anforderungen konzipiert und möchten vor allem zum Nachdenken über den Stellenwert von Bewegung und Sport anregen.
Alle weiteren Informationen und die Anmeldung unter http://www.y2004.at.

4.1. Zeichenwettbewerb „SPORTLICH” (Mein Sport und ich …)"; 4-10Jährige Kinder
Kinder zeichnen oder malen, wie sie sich im Sport erleben oder wie sie ihre Freunde oder Familienmitglieder bei Bewegung und Sport beobachten. Teilnahmeberechtigt sind Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren, die über den Kindergarten, Volksschule, Kinderorganisationen etc. angesprochen werden.

Es gewinnen die originellsten Beiträge. Die Durchführung des Wettbewerbes erfolgt auch in Kooperation mit den Schülerzeitschriften des Österreichischen Jugendrotkreuzes Mini-Spatzenpost (1. Schulstufe), Spatzenpost (2. Schulstufe), und Kleines Volk (3. - 4. Schulstufe) erfolgen.

4.2. Aufsatzwettbewerb: „MEINUNG OLYMPIA“
„Das meine ich zu den Olympischen Spielen in Athen 2004!“
10-14-jährige Kinder und Jugendliche erheben auf einem "Formblatt" die Meinung Ihrer Mitschüler, Geschwister, Eltern und Großeltern, die eines Sportlehrers und/oder Vereinstrainers zum Thema Olympische Spiele im Hinblick auf Athen 2004.

Aus den gesammelten Statements schreiben sie einen kleinen Aufsatz zum Thema. Es gewinnt die Darstellung, die andere am besten zum Nachdenken anregt. Die Durchführung des Wettbewerbes erfolgt auch in Kooperation mit den Schülermagazinen des Österreichischen Jugendrotkreuzes: Jung Österreich; JÖ (5.-6. Schulstufe) und Topic (ab 7. Schulstufe).

4.3.. Videowettbewerb: „MOVE YOUR BODY. STRETCH YOUR MIND“.
"Film-Spot zu Erziehung durch Sport…"
Jugendliche ab 15 Jahren erstellen einen Spot mit 30 Sekunden Dauer, der auf Werte, die der Sport vermitteln kann, hinweist (also etwa auf Gesundheit, Fairness, Integration etc.). Alle gängigen Videoformate (kein Flash) auf den üblichen Datenträgern (Videoband, CD, etc.) sind zugelassen. Die Einsendungen werden im Internet präsentiert (Download) und dort bewertet.

4.4. Liedwettbewerb: „SONGFAIRSUCH“
Idee: 8 - 12-jährige bzw. 13-18-jährige Kinder und Jugendliche texten, komponieren und produzieren einen Song zum Thema „Fairness“. Der Begriff ist weit gefasst, sodass Situationen, wie „Ausgrenzen“, „Betrügen im Sport (Doping)“ etc. auch in Betracht kommen.

Musik, Text und Arrangement müssen neu sein; ein Notensatz muss vorgelegt und der Song auf Tonträger übermittelt (MC, CD, DAT, etc) werden. Der Song wird im Internet präsentiert (Download) und bewertet.

Die Landessschulräte/der Stadtschulrat von Wien werden gebeten, die Schulen über das „Europäische Jahr der Erziehung durch Sport 2004“ und die Initiativen des BMBWK in geeigneter Form zu informieren und damit den Beschluss der Europäischen Union aufzugreifen und bestmöglich umzusetzen.

Wien, 9. Jänner 2004

Für die Bundesministerin:
Mag. STELZMÜLLER

F.d.R.d.A.: Miedler eh.

Inhaltlicher Stand: 6. April 2018