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(1) Stärkung der Lesekompetenz der Hauptschülerinnen und Hauptschüler

Geschäftszahl: 28.073/84-I/5/04

Sachbearbeiterin: VB Brigitte Pollak
Tel.: 01/53120-4252
Fax: 01/53120-4504
E-mail: brigitte.pollak@bmbwk.gv.at
www.bmbwk.gv.at

(2) Sachgebiet: Lesen und Qualitätsentwicklung
(3) Inhalt: Stärkung der Lesekompetenz der Hauptschülerinnen und Hauptschüler
Empfehlung zum schrittweisen Ausbau von Maßnahmen auf verschiedenen
Ebenen des Schulwesens
(4) Rechtsgrundlage: SCHOG § 15, § 16, SCHUG § 12, § 19, BGBl. II Nr. 134/2000
Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Leseerziehung / Rundschreiben Nr. 18/1999
(5) Angesprochene Behörden/Personen:
Alle Landesschulräte/Stadtschulrat für Wien
Alle Bezirksschulräte
Alle Pädagogischen Institute
Alle Schulleiter/innen an Pflichtschulen
Alle Pädagogischen Akademien und Übungshauptschulen

Rundschreiben Nr. 19/2004

Alle Landesschulräte/Stadtschulrat für Wien
Alle Bezirksschulräte
Alle Pädagogischen Institute
Alle Schulleiter/innen an Pflichtschulen
Alle Pädagogischen Akademien und Übungshauptschulen

Stärkung der Lesekompetenz der Hauptschülerinnen und Hauptschüler
Empfehlung zum schrittweisem Ausbau von Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen des Schulwesens

Lesen ist eine Grundkompetenz für „Lebensbegleitendes Lernen“ sowie für eine allgemeine und berufliche Bildung. Um das hohe Niveau in Österreich zu halten und zu verbessern, ist jede Schule, jede Region, jedes Land eingeladen, einen Qualitätsprozess zur Stärkung der Lesekompetenz kontinuierlich zu betreiben, mit dem Ziel:

  • Steigerung der Lesemotivation und der Lesekompetenz aller Schüler/innen
  • Effektive Förderung schwacher Leserinnen und Leser1
  • Entwicklung einer umfassenden schulischen Lesekultur, die vom gesamten Kollegium getragen, gepflegt und gelebt wird, als Teil der Schulentwicklung

Ab Sommersemester 2005 soll der SLS 5-82 – an allen Hauptschulen jährlich zum Einsatz kommen (zumindest 5. u 8. Schulstufe). Das Screeningverfahren liefert Aussagen über die basale Lesefertigkeit aller Schüler/innen. Auf dieser Grundlage und unter Beachtung folgender Anregungen sollen konkrete Maßnahmen gesetzt werden.

  • Auf der 5. Schulstufe soll ein Profil über die Lesefähigkeit der Schüler/innen erstellt und darüber im Rahmen einer Schulkonferenz zur Bewusstseinsbildung aller Lehrer/innen an der Schule (Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Leseerziehung, März 1999) berichtet werden.
  • Information der Eltern über die Einbindung in die gemeinsame Verantwortung für den Lernerfolg des Kindes; darüber hinaus Austausch von Erfahrungen über Lesebiografie und private bzw. häusliche Lektüre im Rahmen von Elternabenden (Thema „Lesemotivation“)
  • Beratung des Lehrerkollegiums durch Expert/innen, z.B. im Rahmen einer „Lesekonferenz“ (unter Berücksichtigung der von der Schulpsychologie erstellten Grundlagen der schulischen Behandlung von Leserechtschreibschwäche, August 2001)
  • Integrierte Förderangebote zum Beheben von Defiziten im Bereich der Grundkompetenz Lesen.
  • Schulbibliothek als multimediales Informationszentrum, als kommunikativer Treffpunkt, als „Ort zum Schmökern“ und der Entspannung, als Trainingscenter.
  • Gezielte Nutzung der Ressourcen vor Ort, der Aktivitäten der öffentlichen Bibliotheken, u.a. des Netzwerks der österreichischen Bibliotheken und lokaler Institutionen im Bereich der Leseerziehung.
  • Gezielte Nutzung der themenspezifischen Angebote z.B. der Initiative „Lesefit“, des Österreichischen Buchklubs, des Instituts für Jugendliteratur, einschlägiger EU-Projekte
  • Professionalisierungsmaßnahmen durch lese- und literaturpädagogische Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote.
  • Weiterentwicklung des Methodenrepertoires zum fächerübergreifenden Lesetraining.

Professionalisierung und Unterstützung erfolgt insbesondere durch die Pädagogischen Institute. Die Landesschulräte/Stadtschulrat und die Bezirksschulräte sollen die Koordination und Professionalisierung dieses Qualitätsprozesses sicherstellen. Durch ein bundesweites Steuerungsgremium von Landeskoordinatoren, die Anfang Juni 2004 auch zur Implementierung des Salzburger Lesescreenings SLS 5-8 eingeschult wurden, soll der Prozess in den Regionen gestützt werden. Diese Entwicklungsträger/innen sollen gemeinsam mit den Schulleiter/innen und den Fachkoordinator/innen Koordinationsaufgaben erfüllen.
Leiter/innentagungen bzw. Maßnahmen schulinterner Lehrer/innenfortbildung sollen zur praktischen Umsetzung der genannten Schwerpunkte beitragen.

Weiters wird empfohlen, die Landeskoordinator/innen in Ausübung ihrer Koordinationsaufgaben zu unterstützen und zu stärken. Dazu dient unter anderem die Einrichtung eines bundesweiten Lehrgangs zu „Lesepädagogik und Qualitätsmanagement“´, zu dem eine eigene Einladung erfolgt (siehe Anhang).

Mit freundlichen Grüßen
Wien, 25. Oktober 2004
Die Bundesministerin:
GEHRER
F.d.R.d.A.:
Hillinger eh.

1 Kommissionsbeschluss vom 20. 11.2002 über Benchmarks für die allgemeine und berufliche Bildung in Europa. „Bis 2010 soll der Anteil der 15-Jährigen in der Europäischen Union, die im Bereich der Lesekompetenz schlechte Leistungen erzielen, im Vergleich zu 2000 um mindestens 20% gesunken sein.“
2 Diagnosesystem, speziell für die Sekundarstufe I entwickelt von MMag. Dr. Heinz Mayringer und Univ.-Prof. Dr. Heinz Wimmer. Handbuch, Testblätter und Testschablonen des SLS 5-8 sind für die Landeskoordinator/innen online auf der Plattform http://epmp.bmbwk.gv.at abrufbar.

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Anhang: Lehrgangskonzept

Bundesweiter Lehrgang „Lesepädagogik und Qualitätsmanagement“

Hauptbotschaften:

  • Lesen ist die Grundkompetenz des selbst organisierten, eigenverantwortlichen und lebenslangen Lernens
  • Etablierung einer umfassenden schulischen Lesekultur als Teil der Schulentwicklung und Schulqualität, die von allen Lehrer/innen getragen wird.
  • Es bedarf der Implementierung eines kontinuierlichen Qualitätsprozesses.

Prozedere:

  • in bestimmten Lehrgangsphasen Einbindung von Schulaufsicht und PI – dazu sind entsprechende Ansprechpartner namhaft zu machen
  • soll Landeskoordinator/innen stärken

Grundsatz der Diplomfähigkeit ist zu beachten (192 Std.)

Zeitrahmen: Ende Nov. 04 – Ende Nov. 06 (mindestens 4 Wochen auf zwei Jahre verteilt)

Aufgabe:
Der Lehrgang soll im Sinne eines dynamischen Förderkonzeptes Lehrer/innen der Sekundarstufe I als Träger/innen im Bereich „Lesepädagogik und Qualitätsmanagement“ qualifizieren. Mittel und Wege zur Entwicklung und Etablierung einer umfassenden schulischen Lesekultur sollen erschlossen, Kooperationsformen mit öffentlichen Bibliotheken und Vereinen angestrebt werden. Insgesamt soll der Lehrgang ein wichtiger Baustein zur Qualitätsentwicklung sein und Lehrer/innen befähigen, als Multiplikatoren/innen in der Region (am Schulstandort) Entwicklungsarbeit zu leisten.

Zu erwerbende Qualifikation: Expert/innnen für Qualitätsmanagement im Bereich Lesepädagogik

Nominierung:

  • 3-4 Teiln. pro Bundesland (in regionaler Streuung) – max. 30 Personen österreichweit
  • Die Landesvertreter/innen der Lenkungs- und Steuerungsgruppe schlagen Teilnehmer/innen vor, und diese werden in Absprache mit der Schulbehörde und PI nominiert (bevorzugt werden junge Kolleg/innen).
  • Erwartungen an die Teilnehmer/innen:
    • Aktive Teilnahme
    • Koordination der Maßnahmen zur Lesepädagogik im Bundesland
    • Entwicklung regionaler Konzepte und Umsetzungsstrategien in Zusammenarbeit mit den Landeskoordinator/innen
    • Reflexion der eigenen Tätigkeit und Dokumentation eines persönlichen Portfolios
    • Übernahme und Dokumentation von kleinen Feldforschungsaufträgen
    • Vernetzung mit den anderen Lehrgangsteilnehmer/innen während des Lehrgangs und danach
Inhaltlicher Stand: 06.04.2018