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Schulbücher im Schuljahr 2006/2007

Geschäftszahl: BMBWK-36.650/0032-V/9/2005

Verteiler VII, N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Schulbucherlass für 2006/2007
Geltung: Budgetjahre 2006 und 2007, Schuljahr 2006/2007

Rundschreiben Nr.24/2005

Landesschulräte und Bezirksschulräte
Öffentlichen Schulen und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht

Schulbücher sind Unterrichtsmittel zur Erfüllung von Teilaufgaben des Unterrichts (§ 14 Schulunterrichtsgesetz), sie können und sollen in allen Schulstufen fachspezifisch zur Verbesserung der Leseleistung eingesetzt werden. Bei der Auswahl der Materialien soll auf das Textverständnis und die fächerübergreifende Anwendbarkeit geachtet werden. Durch Verbesserung der Lesekompetenz können nachweislich Wissen und Fähigkeiten in anderen Bereichen ausgebaut werden. Für die Leistung der Schülerinnen und Schüler ist die Steigerung der Freude am Lesen von wesentlicher Bedeutung – zahlreiche Informationen und Aufgaben dazu finden Sie unter www.pisa-austria.at.
Im Anhang zur Schulbuchliste gibt es zahlreiche gedruckte und audiovisuelle Unterrichtsmittel sowie CD-ROMs und Internet-Ergänzungen zu Schulbüchern, mit denen die Motivation der Schülerinnen und Schüler zur Beschäftigung mit verschiedensten Inhalten im Unterricht und zu Hause erhöht werden kann. Die mehr als zweitausend Schulbibliotheken verleihen nicht nur Bücher, sondern auch multimediale Angebote. Es wird empfohlen, diese Angebote vermehrt zu nützen – umfassende Informationen finden Sie unter www.schulbibliothek.at.
Bezüglich der Auswahl der Schulbücher für das Schuljahr 2006/2007 werden - im Zusammenhang mit der Aktion "Unentgeltliche Schulbücher" im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz - folgende Informationen gegeben und folgende Maßnahmen verfügt:

1. Grundlagen der Auswahl

Für die unentgeltliche Beistellung kommen gemäß § 31a Abs. 1 des Familienlastenausgleichs gesetzes 1967, BGBl. Nr. 376, in der geltenden Fassung, Schulbücher in Betracht, die sowohl zum Gebrauch als Lehrbuch für die jeweilige Schulart und Schulstufe zugelassen sind - dazu zählen Arbeitsbücher, Lesebücher, Sprachbücher, Liederbücher, Wörterbücher, Atlanten und mathematische Tabellenwerke - als auch von der Schule zur Durchführung des Unterrichts erforderlich bestimmt wurden.
Alle diese Bücher sind in der nach Schularten gegliederten amtlichen Schulbuchliste enthalten, die ab Jänner 2006 im Internet verfügbar sein wird und auch für die Elternvertreter/innen und die Schülervertreter /innen bestimmt ist (im Hinblick auf § 58 Abs. 2 lit. f und § 63 Abs. 3 des Schulunterrichtsgesetzes).
Schulartspezifische Hinweise zur Schulbuchauswahl und Erläuterungen zum Bestellvorgang werden am Beginn der Schulbuchlisten gegeben.
Bei der Auswahl sind die Grundsätze der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit genau zu beachten. Es dürfen daher nur solche Bücher ausgewählt werden, die tatsächlich benötigt und verwendet werden. Werden die Grundsätze der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit verletzt, indem Bücher bestellt und angeschafft werden, die nicht verwendet werden, hat der Schulerhalter dem Bund den Aufwand für solche Bücher zu ersetzen.
Auf Grund der Novelle 1996 zum Familienlastenausgleichsgesetz können die Schulen sowohl Bücher der Schulbuchliste als auch Bücher des Anhangs zur Schulbuchliste oder therapeutische Unterrichtsmittel aus Listen für andere Schularten bestellen, wenn diese nach gewissenhafter Prüfung durch die Lehrerinnen und Lehrer nach Inhalt und Form auch dem Lehrplan der eigenen Schulform oder Schulstufe entsprechen.
So ist es z.B. möglich, therapeutische Unterrichtsmittel auch für Volksschulen zu bestellen, an denen keine Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.

Für einige Gegenstände stehen mit eigenen Buchnummern SbX (Internet-Ergänzungen zu Schulbüchern) und mit einer gemeinsamen Buchnummer so genannte SbX-Kombi zur Verfügung. Erläuterungen dazu finden Sie im Klappentext der Schulbuchliste und unter www.sbx.at .

2. Auswahl der Schulbücher

Zur Auswahl der Schulbücher (einschließlich der Bücher des Anhangs) sind an allen Schulen mit online Bestellung im Zeitraum vom 1. März bis 15. April 2006, hingegen bei Schulen mit stellvertretender Erfassung durch das Bundesrechenzentrum bis spätestens 15. März 2006 Schulforen für die 1. – 8. Schulstufe an allgemein bildenden Pflichtschulen oder Schul- bzw. Abteilungskonferenzen an allgemein bildenden höheren Schulen, an Polytechnischen Schulen, an berufsbildenden Schulen und an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik und an Bildungsanstalten für Sozialpädagogik abzuhalten.

3. Auswahlgrundsätze

Die Direktionen werden dringend ersucht, darauf zu achten, dass nur Bücher ausgewählt werden, die für den Unterricht in den betreffenden Klassen unbedingt notwendig sind, weil sie regelmäßig im Unterricht verwendet werden oder für die häusliche Arbeit unerlässlich sind. Die Hinweise von Schülerinnen, Schülern und Eltern, welche Bücher in den vergangenen Jahren nicht ausreichend verwendet wurden, und die Erläuterungen auf der zweiten Umschlagseite der Schulbuchliste sind zu beachten.
Bei allen Werken, die aus Textteil und Arbeitsteil bestehen, gibt es die Möglichkeit zur getrennten Bestellung dieser Teile. Die Schule kann einerseits nur den Textteil bestellen, wenn der Arbeitsteil nicht unbedingt erforderlich erscheint. Andererseits erhalten Repetentinnen und Repetenten, die den Textteil bereits besitzen, nur mehr den Arbeitsteil. Auch andere Schülerinnen und Schüler können nur mehr den Arbeitsteil beanspruchen, wenn sie über einen gut erhaltenen Textteil in einer lehrplangemäßen, noch aktuellen Auflage verfügen.
Werke, die in der Zeile "Anmerkung" als "auslaufend" gekennzeichnet sind, werden im Schuljahr 2007/2008 in dieser Form voraussichtlich nicht mehr erhältlich sein.
Bücher mit dem Zusatz "Neubearbeitung" wurden für 2005/2006 oder werden für 2006/2007 so wesentlich verändert, dass frühere Auflagen daneben nicht mehr verwendet werden können.
Bücher, die in mehreren Schulstufen verwendet werden, sollen in jener Klasse (Schulstufe) eingeführt werden, die in der Schulbuchliste als Erste angegeben ist bzw. in der gemäß Lehrplan die Verwendung erstmalig vorgesehen ist.
Bei schulautonomen Lehrplänen, bei Sonderformen (z.B. Kollegs, Aufbaulehrgängen) und Versuchsformen (Schulversuchen) erfolgt die Einführung der Bücher in sinngemäßer Auslegung des Lehrplans. Die Schülerinnen und Schüler (die Erziehungsberechtigten) können der Schule freiwillig Schulbücher für die Wiederverwendung zur Verfügung stellen. Dies erfolgt nach Richtlinien, die vom Schulforum bzw. vom Schulgemeinschaftsausschuss gemäß dem Schulunterrichtsgesetz festzulegen sind. Die Schülerinnen und Schüler haben bis spätestens Ende des Kalenderjahres der Schule mitzuteilen, welche Schulbücher sie der Wiederverwendung zur Verfügung stellen werden.
Die für die Wiederverwendung zur Verfügung gestellten Bücher stehen ab der Überlassung nicht mehr im Eigentum der Schülerinnen und Schüler. Die Richtlinien des Schulforums bzw. des Schulgemeinschaftsausschusses sind Aufzeichnungen im Sinne des § 31c Abs. 5 FLAG.

Welche Auflagen nebeneinander verwendbar sind, ist aus den Angaben auf dem Buchumschlag oder unter der Approbationsklausel ersichtlich.

4. Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schüler (Limits)

Die Höchstgrenzen für die Durchschnittskosten pro Schülerin/Schüler (für Bücher der Schulbuchliste, Bücher des Anhangs, Internet-Ergänzungen zu Schulbüchern (SbX), und therapeutische Unterrichtsmittel sowie Unterrichtsmittel nach eigener Wahl zusammen) werden durch Verordnung des Bundesministers für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur festgesetzt. (Informationen durch das Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz ergehen gemeinsam mit diesem Erlass.). Auf Grund der getroffenen Auswahl übermittelt die Schule bis 15. März 2006 bzw. bei Bestellung über Internet bis spätestens 15. April 2006 die Bedarfsmeldung unmittelbar an das Bundesrechenzentrum.

Die Auswahl der Bücher des Anhangs erfolgt gleichzeitig mit der Auswahl der Bücher der Schulbuchliste durch die Schule durch das Schulforum bzw. durch die Schulkonferenz, an der Lehrer/innen, Eltern- und Schülervertreter/innen teilnehmen.

5. Bedarfsmeldung für Schulbuchbelege

5.1. Allgemeine Anforderungsgrundsätze

Nach Auswahl der Schulbücher, die im nächsten Schuljahr in der Schule verwendet werden sollen, ist der voraussichtliche Bedarf für das gesamte Schuljahr möglichst genau zu schätzen. Reserven sind in die Schätzung nicht einzubeziehen.
Alle Schulen, die über Internet bestellen, können ihre Bestellung für 2006/07 ab Februar auf Basis der vom Bundesrechenzentrum kopierten Bestellung des Schuljahres 2005/06 vorbereiten.
Die schriftlichen Bedarfsmeldungen für Schulbücher aus der amtlichen Schulbuchliste sind mit der Unterschrift des Schulleiters und dem Schulsiegel zu versehen und eingeschrieben an das Bundesrechenzentrum zu senden.
Die Bedarfsmeldungen werden vom Bundesrechenzentrum stellvertretend online erfasst. Die Auftragsbestätigungen werden den Schulen bis Ende Mai zugestellt.
Die Einführung der Bücher für den Religionsunterricht obliegt nicht den Schulbehörden des Bundes. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Schulbücher für den Religionsunterricht zugleich mit den anderen Schulbüchern mittels Bedarfsmeldung beim Bundesrechenzentrum zu bestellen sind.

5.2. Verwendung der Schulbuchbelege

In den Monaten Mai und Juni erhalten jene Schulen, die bis 15. April 2006 keine Limitüberschreitungen mehr aufweisen, die angeforderten Schulbuchbelege von der Österreichischen Postsparkasse.
Die Verwendung der Schulbuchbelege sowie allfällige Neu- und Nachbestellungen, die nur zu Beginn des Schuljahres möglich sind, für das sie bestimmt sind, werden durch die Durchführungsrichtlinien des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen geregelt, die im März 2006 online gestellt werden.
Die gesamte Bestellgebarung wird in Bezug auf die Schulen ausschließlich vom Bundesrechenzentrum abgewickelt. Das umfasst auch allfällige Reklamationen über Schulbuchbelege.

6. Anforderung der Bücher des Anhangs

Die Ausführungen in den vorstehenden Punkten gelten sinngemäß für die Anforderung von Büchern des Anhangs.
Im Interesse einer Vereinfachung des Bestell- und Beschaffungsverfahrens erfolgt auch die Abgabe der Schulbücher aus dem Anhang über Schulbuchanweisungen.
Die weitere Vorgangsweise bei Beschaffung der Bücher des Anhangs ist den obzit. Durchführungsrichtlinien zu entnehmen. Werden durch die Bestellung für Bücher des Anhangs die Limits überschritten, geht eine Auftragsbestätigung (Anhang) vom Bundesrechenzentrum an die Schule zurück, die die Bestellung entsprechend zu reduzieren hat. Die Weiterverarbeitung erfolgt erst, wenn die Limits nicht mehr überschritten werden.

7. SbX – Internet-Ergänzungen zu Schulbüchern

Die mit einer gemeinsamen Buchnummer angebotenen SbX-Kombi (Schulbuch und SbX) sind wie die Schulbücher mit Schulbuchanweisungen zu bestellen, während die mit einer eigenen Schulbuch-Nummer versehenen SbX-solo als „Unterrichtsmittel eigener Wahl“ zu bestellen und wie diese abzurechnen sind (in der SBA-Online unter „Bestellung – SbX-Bestellungen“).
Die Beantragung der Unterrichtsmittel eigener Wahl in der SBA-online ist schon im Hauptbestelltermin möglich, die Fixierung kann jedoch erst im Hauptnachbestelltermin erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass eine Fixierung der Unterrichtsmittel eigener Wahl erst dann erfolgt, wenn die Bestellungen der Lehrmittel in der SBA-Online nahezu abgeschlossen ist. SbX-Solo-Bestellungen können erst ab diesem Termin über die UeW bestellt und abgerechnet werden.
Erst durch die Fixierung der Unterrichtsmittel eigener Wahl werden die in der SBA-online ausgewiesenen Beträge an die Finanzämter weitergeleitet und die Rechnungen können bezahlt werden.
Für den Einsatz im Unterricht können die SbX-Lerninhalte über das Bildungsportal (sbx.bildung.at) des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bmbwk) bzw. über das SbX-Portal www.sbx.at abgerufen werden.
SbX-Schüler/innen gelangen nach ihrem Login (Benutzername und Passwort) in ihren persönlichen Bereich "Mein SbX". Unter "SbX-Titel" können die bereitgestellten Inhalte gestartet werden. Die dazugehörigen Bücher werden wie gewohnt über den Schulbuchhandel ausgeliefert.
Werden SbX-Titel in der Schulbuchaktion-online freigegeben (im Hauptnachbestelltermin ab 20.8.), sind diese im SbX-Portal zugänglich. Voraussetzung für die Nutzung sind gültige SbX-Schüler/innen-Tickets. Die Anleitung für die Ausstellung von SbX-Schüler/innen-Tickets ist auf der Startseite des Bildungsportals (sbx.bildung.at) zu finden.
Weitere Informationen gibt es unter der Web-Adresse www.schulbuchaktion.at und im Leitfaden „Schulbuchaktion“ des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz.

8. Unterrichtsmittel eigener Wahl

Im Rahmen von höchstens 15 % der je nach Schulform maßgeblichen Limits können von den Schulen Unterrichtsmittel eigener Wahl (therapeutische, gedruckte, audiovisuelle Unterrichtsmittel, automationsgestützte Datenträger, Lernspiele, aber auch SbX) für die Hand der Schülerinnen und Schüler angeschafft werden, wenn damit das Gesamtlimit nicht überschritten wird.
Den Schulen wird nach Verarbeitung der von der Schule beschlossenen Werke vom Bundesrechenzentrum mitgeteilt werden, welcher Betrag für den Ankauf von Unterrichtsmitteln eigener Wahl voraussichtlich zur Verfügung stehen wird, die endgültige Berechnung erfolgt im September. Schulen, die ihre Bestellung online erfassen, fixieren diesen Betrag bei der Bestellung der 2. Tranche der Schulbuchanweisungen im September (zum Hauptbestelltermin wird der Betrag nur informativ angezeigt).
Diese Unterrichtsmittel sind in keiner amtlichen Liste enthalten. Sie werden von der Schule im Fachhandel bestellt und mit Rechnungen von dem örtlich zuständigen Finanzamt bezahlt. Weitere Auskünfte dazu wird das Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz geben.

9. Überprüfung der Schulbuchgebarung

Es wird darauf hingewiesen, dass die Schulen gemäß § 31c Abs. 5 Familienlastenausgleichs gesetz Aufzeichnungen führen müssen, aus denen die Empfänger der Schulbücher hervorgehen. Die Schulen sind gegenüber dem Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz und den örtlich und sachlich zuständigen Finanzämtern zur Auskunftserteilung verpflichtet und haben diesen Einblick in die Aufzeichnungen zu geben.

9. Aussendung des Erlasses

Dieser Erlass wird zusammen mit den Schulbuchlisten und dem Anhang den Schulleitungen aller in Betracht kommenden Schulen, den Bezirksschulräten, den Berufsschulinspektorinnen und Berufsschulinspektoren, den Inspektorinnen und Inspektoren für die Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung sowie den Landesschulinspektorinnenen und Landesschulinspektoren bis Februar im Wege des Bundesrechenzentrums zugesandt werden.
Ab Jänner werden alle Schulbuchlisten, der Erlass „Schulbücher im Schuljahr 2006/2007“, die Limit-Vorinformation des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz sowie Informationen zu den Lehrerexemplaren im Internet auch unter www.bmbwk.gv.at im Bereich Service – Schulbuchaktion, über Links der Schulbuchaktion online und des Bildungsportals verfügbar sein.

Wien, 19. Dezember 2005

Für die Bundesministerin:
Dr. Walter Denscher

Inhaltlicher Stand: 6. April 2018