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Tag der Lehre am 16. Oktober 2008

Geschäftszahl: BMUKK-25.075/0016-II/1/2008
SachbearbeiterIn: Mag. Renate Saipt
Abteilung: II/1
renate.saipt@bmukk.gv.at
T +43 1 53120-4593
F +43 1 53120-814593

Verteiler: N
Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten
Inhalt: Informationen zur Berufswahl, Berufsfindung und Berufsorientierung
Angesprochene Personen: Schulaufsicht, Schulleiter/innen, Lehrer/innen

Rundschreiben Nr. 21/2008

An alle LSR/SSR für Wien

Polytechnische Schulen
Hauptschulen
Sonderschulen
AHS-Unterstufe
BMHS

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat heuer den 16. Oktober 2008 zum Tag der Lehre erklärt.

Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied unterstützt diese Initiative und lädt in diesem Zusammenhang die Schulen ein, das Thema Lehre an diesem Tag in den Mittelpunkt pädagogischer Aktivitäten zu stellen. Die Duale Ausbildung stellt in Österreich nach wie vor für einen gro-ßen Teil der Jugendlichen – 2007 wählten rd. 40 % der 15jährigen diesen Weg – ein wesentliches Angebot einer weiterführenden Ausbildung nach der Pflichtschule dar. Am 16. Oktober 2008 sollen daher einerseits die Möglichkeiten für Jugendliche im Rahmen einer Lehre eine ei-genständige berufliche Qualifikation zu erwerben dargestellt und andererseits soll auf den bedeutenden gesellschaftlichen und ökonomischen Stellenwert des dualen Systems hingewiesen werden. Zielgruppe sind insbesondere Schüler/innen der Sekundarstufe I und II.

Eine qualifizierte Ausbildung sicherzustellen ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben, weil sich Unternehmen nur mit gut ausgebildeten Menschen im internationalen Wettbewerb behaupten können. Qualifizierte Fachkräfte sind die Basis der Wirtschaftskraft unseres Landes. Die österreichische Bundesregierung verfolgt daher das Ziel, dass kein junger Mensch mehr von der Schulbank in die Arbeitslosigkeit geschickt wird. Sie will erreichen, dass Jugendliche in unserem Land Zukunftschancen bekommen, dass Jugendliche ihre Berufschancen wahrnehmen können.

Das System der österreichischen Lehrlingsausbildung ist ein besonders praxisorientiertes Ausbildungsmodell. Durch die große Bandbreite an Qualifikationsmöglichkeiten – von der Teilqualifizierung bis hin zu High-Tech-Berufen und zur Berufsreifeprüfung - eröffnet die Lehrlingsausbil-dung alle Qualifikationschancen, die der österreichische Ausbildungsmarkt bietet. Ob mit oder ohne Reifeprüfung, die duale Ausbildung ist flexibel an die unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnisse angepasst.

Durch die Verbindung von Lehre und Matura werden neue Wege zu einer Höherqualifizierung für Lehrlinge aufgezeigt. Daher wurde ein bildungspolitischer Schwerpunkt darauf gelegt, dass Lehrlinge zusätzlich und parallel zu ihrer Lehre eine Berufsmatura, die Kombination von Lehre und Berufsreifeprüfung, ablegen können, wobei sie bei der Vorbereitung kompetent und kosten-los unterstützt werden.

Jugendliche, die mit einer Reifeprüfung eine Lehre beginnen, erhalten eine Verkürzung der Lehrzeit und haben nach erfolgreichem Abschluss der Lehrabschlussprüfung gute Jobchancen. Jugendliche, die eine Lehre erfolgreich abschließen, sind von der Wirtschaft nachgefragte Fachkräfte und nehmen einen beachtlich hohen Anteil an Selbständigen in der Gründer/innenstatistik ein. Zudem wurde der Weg in die Selbständigkeit durch die Validierung der während der Ausbildung erworbenen fachlichen Qualifikationen, die den Entfall von Prüfungsteilen im Rahmen der Meisterprüfung bewirkt, erleichtert.

Die Lehrlingsausbildung bietet aber auch Jugendlichen mit sozialen, begabungsmäßigen oder körperlichen Benachteiligungen eine geeignete Ausbildungsschiene zur Ausschöpfung ihres Potentials an beruflichen Fähigkeiten, da ganz gezielt auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen wird und dadurch ein wesentlicher Impuls für die Integration dieses Personenkreises in das Berufsleben gesetzt werden kann.

„Zukunftschancen für Jugendliche“ – das ist ein Thema, das uns alle angeht. Der Ausbildung kommt bei der Bewältigung dieser Herausforderung eine Schlüsselrolle zu. Mit Bildung und Ausbildung erschließen wir Wissen. Mit Bildung gewinnen wir Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt. Ausbildung ist für jeden von uns der Schlüssel zum Arbeitsmarkt - und erst Bildung ermöglicht uns echte Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben.

Verschiedene Lernorte, ein gemeinsames Bildungsziel – so lässt sich schlagwortartig und vereinfachend das duale System der Berufsausbildung in Österreich kennzeichnen. Berufsschule und Ausbildungsbetrieb besitzen als Lernorte jeweils unterschiedliche Traditionen, rechtliche Verankerungen, institutionelle Merkmale und curricular-didaktische Konzeptionen. Eine lernortübergreifende und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller an der Berufsausbildung Beteiligten ist einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des dualen Systems. Eine moderne Berufsausbildung erfordert eine enge Verbindung von Theorie und Praxis, von schulischem Unterricht und betrieblicher Praxis. Große Handelsketten aber auch Industriebetriebe nutzen zunehmend die Potenziale, die in der Lehrlingsausbildung stecken, und entwickeln in Kooperation mit den Berufsschulen komplementäre Bildungsmodelle, die auf ihren Fachkräftenachwuchs zugeschnitten sind. Diese vertieften Kontakte und Kooperationen zwischen Wirtschaft und Berufsschule sind wichtige Impulsgeber zur Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Lehre und vielfach auch zu einem Marketinginstrument sowohl für Berufsschulen als auch für Betriebe.

Die österreichischen Berufsschulen verstehen sich als Dienstleistungszentren, die sich inhaltlich, organisatorisch und qualitativ permanent weiterentwickeln. Sie passen ihr Bildungsangebot stark den Bedürfnissen und Erwartungen der ausbildenden Betriebe und der Jugendlichen an.

Die Berufsschule als zweites Standbein der Lehrlingsausbildung bietet in rund 260 Lehrberufen unterschiedliche Aktivitätsfelder, die den Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung für die Zukunft ermöglichen und somit den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig sichern helfen.

Am 16. Oktober 2008 laden zahlreiche Veranstaltungen die Lehrer/innen und Schüler/innen da-zu ein, mehr über die Lehre zu erfahren. In diesem Zusammenhang darf auf die Homepage www.lehre-plus.at hingewiesen und die Einladung ausgesprochen werden, zahlreich diese Ver-anstaltungen zu besuchen.

Sonstige Links:

Informationen zu Berufsschulen, Berufsschullehrpläne
www.berufsbildendeschulen.at

Lehrberufsliste = Liste der in Österreich anerkannten Lehrberufe
www.bmwa.gv.at/BMWA/Service/Lehrlingsservice

Qualifikationsbarometer
bis.ams.or.at/qualibarometer/berufsbereiche.php

Lehrstellenbörse
www.ams.or.at/lehrstellen

WEBSCHOOL
www.webschool.at

Wien, 26. September 2008

Für die Bundesministerin:
SektChef Mag. Theodor Siegl

Inhaltlicher Stand: 06.04.2018