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Allgemeine Richtlinien für die Beantragung und Durchführung von Schulversuchen an Volksschulklassen mit musikalischem Schwerpunkt

Geschäftszahl: BMUKK-39.407/0040-I/1/2010
SachbearbeiterIn: Dr. Wilhelm Wolf
Abteilung: I/1
wilhelm.wolf@bmukk.gv.at
T +43 1 53120-4447
F +43 1 53120-814447

Rundschreiben Nr. 13/2010

1. ALLGEMEINE VORAUSSETZUNGEN BZW. BESTIMMUNGEN

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur stimmt der Durchführung des Schulversuches Volksschule bzw. Volksschulklassen mit musikalischem Schwerpunkt (in der Folge kurz als Musikvolksschulklassen bezeichnet) durch die Landesschulräte bzw. den Stadtschulrat für Wien gemäß § 7 Absatz 1 Schulorganisationsgesetz zu.

Dieser Schulversuch dient der Entwicklung neuer Lehrplaninhalte sowie zur Verbesserung didaktischer und methodischer Arbeitsformen (insbesondere soziale Arbeitsformen) an der Grundschule. Grundlage für diesen Schulversuch ist die nachstehende Rahmenhafte Projektbeschreibung, die das Ziel des Schulversuches und die Einzelheiten der Durchführung festlegt.

Ausgehend von der *Rahmenhaften Projektbeschreibung ist am jeweiligen Schulstandort ein Schulversuchsplan durch Anschlag während eines Monats kundzumachen und anschließend bei der betreffenden Schulleitung zu hinterlegen. Auf Verlangen ist Schülerinnen und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten Einsicht zu gewähren.

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur geht davon aus, dass die erforderlichen Vereinbarungen gemäß Artikel 14 Abs. 3 lit. b des Bundesverfassungsgesetzes im jeweiligen Bundesland vorliegen.

Vor Einführung des Schulversuches ist das Schul- bzw. Klassenforum zu hören.

Der Schulversuch darf nur eingerichtet werden, wenn die Erziehungsberechtigten von mindestens zwei Dritteln der Schülerinnen und Schüler und mindestens zwei Dritteln der Lehrerinnen und Lehrer der betreffenden Schule zustimmen. Ist der Schulversuch nur für einzelne Klassen der Schule geplant, darf dieser eingerichtet werden, wenn die Erziehungsberechtigten von mindestens zwei Dritteln der Schülerinnen und Schüler, welche diese Klasse voraussichtlich besuchen werden, und mindestens zwei Dritteln der Lehrerinnen und Lehrer, welche in dieser Klasse voraussichtlich unterrichten werden, zustimmen. Diese Zustimmung gilt auch für die Fortsetzung des Schulversuches in den aufsteigenden Klassen.

Der Schulversuch ist gemäß § 7 Abs. 6 SchOG von der Schulbehörde 2. Instanz zu betreuen, zu kontrollieren und auszuwerten. Jeweils am Ende der 4. Schulstufe ist ein strukturierter Bericht bzw. gegebenenfalls ein Evaluationsbericht (auch qualitativ!) dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur vorzulegen. Dazu wird ein strukturierter Leitfaden zur Verfügung gestellt werden.

2. ANZAHL DER STANDORTE UND KLASSEN

Die Anzahl der Schulstandorte und Klassen zur Durchführung dieser Schulversuche ist mit der Anzahl der genehmigten Schulversuchsstandorte und Klassen im Schuljahr 2009/10 gedeckelt. Derartige Schulversuche können nur auf der Basis der folgenden Rahmenhaften Projektbeschreibung (vergleiche hierzu insbesondere Punkt 3) geführt werden. Neue Standorte können nur dann errichtet werden, wenn bereits bestehende Standorte nicht mehr weiter geführt werden oder besonders zwingende Gründe für die Neuerrichtung vorliegen.

3. RAHMENHAFTE PROJEKTBESCHREIBUNG

3. 1. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL

entsprechend dem Lehrplan der Volksschule, Erster Teil. Darüber hinaus gilt:

Aufgabe ist es

  • die musikalische Bildung der Kinder zu erweitern und zu vertiefen
  • die individuelle Entfaltung des einzelnen Kindes zu fördern
  • jedem Kind im Sinne der Begabungsförderung und im Hinblick auf seine Persönlichkeitsentwicklung auf möglichst breiter Basis eine vertiefende musikalische Erziehung zu bieten
  • Freude durch die Begegnung mit kulturellem Bildungsgut zu vermitteln
  • die Auseinandersetzung mit Musik auch außerhalb der Schule zu ermöglichen
  • die Begegnung und das Befassen mit zeitgenössischer Musik herbeizuführen
  • beim instrumentalen Musizieren nach den regionalen Gegebenheiten auch mit außerschulischen Institutionen zusammenzuarbeiten.

3. 2. AUFNAHME IN DIE VOLKSSCHULKLASSE MIT MUSIKALISCHEM SCHWERPUNKT

Über die Aufnahme in eine Klasse mit musikalischem Schwerpunkt entscheidet nicht das Ergebnis einer Eignungsprüfung, sondern der Wunsch der Eltern und der Kinder nach Maßgabe der Plätze am Standort.

3. 3. ORGANISATION

Für die Errichtung von Klassen mit musikalischem Schwerpunkt ist zu beachten:

  • Das Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Wunsch der Eltern sowie die entsprechenden Qualifikationen der Lehrerinnen und Lehrer (zB Chorleiter- und Instrumentalausbildung, musikalische Früherziehung) ist maßgeblich.
  • Die Klassenschülerzahlen orientieren sich am Regelschulwesen.
  • Aus schulorganisatorischen Gründen ist auch eine Teilintegration möglich.

3. 4. STUNDENTAFEL

Stundentafel
Pflichtgegenstände Schulstufen und Wochenstunden
  1. 2. 3. 4. Gesamt
Religion 2 2 2 2  
Sachunterricht 3 3 3 3  
Deutsch, Lesen, Schreiben 7 7 7 7  
Mathematik 4 4 4 4  
Musikerziehung 3-4 3-4 3-4 3-4 14
Bildnerische Erziehung 1 1 1 1  
Technisches Werken
Textiles Werken
1 1 2 2  
Bewegung und Sport 2 2 2 2  
Verbindliche Übungen          
Lebende Fremdsprache x x 1 1  
Verkehrserziehung x x x x  
Gesamtwochenstundenzahl 23-24 23-24 24-25 24-25 94-98
Förderunterricht 1 1 1 1  
Unverbindliche Übungen
Vertiefende Musikerziehung (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Chorgesang (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Spielmusik (1)-22 (1)-22 (1)-2 (1)-2  
Bewegung und Sport (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Darstellendes Spiel (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Musikalisches Gestalten (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Bildnerisches Gestalten (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Lebende Fremdsprache (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Interessen- und Begabungsförderung (1)-2 (1)-2 (1)-2 (1)-2  
Muttersprachlicher Unterricht 2-6 2-6 2-6 2-6  

3. 4. 1 BEMERKUNGEN ZUR STUNDENTAFEL

Die Regelungen bezüglich des einzelnen Kindes, wonach es nicht mehr als vier Wochenstunden wählen kann, sind zu beachten.

Von der o. a. Stundentafel kann im Rahmen der Schulautonomie in folgender Weise abgewichen werden:

Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen können innerhalb des vorgesehenen Rahmens die Wochenstunden in den einzelnen Pflichtgegenständen (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand Religion) sowie in der verbindlichen Übung lebende Fremdsprache pro Schulstufe um höchstens eine Wochenstunde, insgesamt um höchstens drei Wochenstunden, erhöht und um insgesamt maximal zwei Wochenstunden verringert werden. Die gänzliche Streichung eines Unterrichtsgegenstandes auf einer Schulstufe ist nicht zulässig. Siehe auch Lehrplan der Volksschule, Zweiter Teil, Abschnitt I Z 14 (Schulautonome Lehrplanbestimmungen).

3. 5 INSTRUMENTALES MUSIZIEREN

Instrumentales Musizieren kann im Rahmen der unverbindlichen Übungen Musikalisches Gestalten und Spielmusik stattfinden. Eine Erstausbildung am Instrument ist nicht Aufgabe der Klassen mit musikalischem Schwerpunkt bzw. der Musikvolksschulklassen und somit für die Kinder auch nicht verbindlich bzw. ein Ausschließungsgrund von der Teilnahme der Kinder an diesem Schulversuch.

3. 6. LEHRPLAN

Es gelten die einschlägigen Bestimmungen des Lehrplanes für den Pflicht gegenstand Musikerziehung bzw. die entsprechenden Lehrpläne für die einschlägigen unverbindlichen Übungen als Grundlage. Für die Führung des Schulversuches ist darüber hinaus der Lehrplanentwurf „Vertiefende Musikerziehung, Stand: 23. Juni 2010“, maßgeblich.

3. 7 ZUSAMMENARBEIT MIT AUSSERSCHULISCHEN INSTITUTIONEN

Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen ist überaus erwünscht und bietet sich besonders für das instrumentale Musizieren an, ohne dass sich an der Verantwortlichkeit der in der Klasse tätigen Lehrerinnen und Lehrer grundsätzlich etwas ändert.

4. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN

Diese Rahmenhafte Projektbeschreibung ist strikt einzuhalten. Eine deutliche Abweichung von diesem Rundschreiben steht nicht im Einklang mit der Durchführung des Schulversuchs „Musikvolksschulklassen“ und kann daher auch nicht derart bezeichnet werden.

Wien, 30. Juni 2010

Für die Bundesministerin:
SektChef Dr. Anton Dobart

Letzte Aktualisierung: 7. Mai 2018