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Richtlinie für Sonderverträge; Lehrkräfte (Mathematik, Physik, Chemie, Informatik) an AHS und Bildungsanstalten - Verlängerung für das Schuljahr 2014/2015

Geschäftszahl: BMBF-722/0014-III/8/2014
SachbearbeiterIn: ADir. Felix Hochedlinger
Abteilung: III/8
felix.hochedlinger@bmbf.gv.at
T +43 1 53120-3332
F +43 1 53120-813332

Verteiler: VIII
Sachgebiet: Personalwesen (Lehrkräfte)
Inhalt: Richtlinie für Sonderverträge; Lehrkräfte (Mathematik, Physik,
Chemie, Informatik) an AHS und Bildungsanstalten
Geltung: Schuljahr 2014/2015
Rechtsgrundlagen: § 36 Abs. 2 Vertragsbedienstetengesetz 1948 (VBG), BGBl. Nr. 86

Rundschreiben Nr. 4 /2014

Um die Gewinnung von Personen als Lehrkräfte für bestimmte Unterrichtsgegenstände an AHS und Bildungsanstalten zu erleichtern und eine weitergehende Berücksichtigung einschlägiger Berufspraxis zu ermöglichen, wird im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt folgend Richtlinie (einheitliche Gestaltung von Sonderverträgen gemäß § 36 Absatz 2 VBG) erlassen und werden die Landesschulräte zum Abschluss von sondervertraglichen Vereinbarungen im Sinne der Richtlinie ermachtigt:

RICHTLINIE

1. Personenkreis:
Vertragslehrpersonen des Entlohnungsschemas I L, Entlohnungsgruppe l 1, im Bereich des Bundesministeriums für Bildung und Frauen mit einem in Österreich oder im europäischen Hochschulraum [Link zu den Länderinfos, die auch zu den jeweiligen Enic-Naric Büros führen: http://www.ehea.info/members.aspx] erworbenen für die Verwendung einschlägigen Diplom- Master- (Magister-) oder Doktoratsstudium an einer Universität (Regelstudienzeit mindestens vier Jahre).

2. sonderentgeltbegründende Verwendung/Tätigkeit:
Unterrichtstätigkeit in Mathematik, Physik, Chemie oder Informatik an einer allgemein bildenden höheren Schule oder an einer Bildungsanstalt, jeweils soweit geeignete Lehrkräfte, die die Einreihungserfordernisse aufweisen, trotz Ausschreibung der Planstelle (bzw. im Fall der Besetzung der Planstelle gemäß § 37a Abs. 2 VBG) nicht gefunden werden (Vertrag gemäß Art. X des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 350/1982).

3. Sonderbestimmungen:
§ 26 VBG (Vorrückungsstichtag) ist ausschließlich mit folgender Maßgabe anzuwenden:
Bei der sondervertraglichen Festsetzung der besoldungsrechtlichen Einstufung werden berücksichtigt:

  • die Einstufung gemäß den Bestimmungen des § 26 VBG mit Ausnahme dessen Abs. 3
    und
  • bis zu weitere (über die Hälfteanrechnung gemäß § 26 Abs. 1 Z 2 lit. b sublit. bb VBG
    hinaus) zwölf Jahre nachgewiesener einschlägiger Berufspraxis.

Zum Begriff der einschlägigen Berufspraxis siehe Punkt V des Erlasses vom 18. Mai 2011,
GZ 715/0006-III/5/2010.
Die Berücksichtigung dieser bis zu weiteren zwölf Jahre nachgewiesener einschlägiger Berufspraxis bei der Festsetzung der besoldungsrechtlichen Einstufung gilt nur für die Dauer des sondervertraglichen Dienstverhältnisses und bei einer überwiegenden Verwendung in den oben angeführten Unterrichtsgegenständen.

4. Sonstige sondervertragliche Bestimmungen:
Im ersten Dienstjahr ist berufsbegleitend eine Einführung in die praktische Unterrichtstätigkeit (Einführung in die Struktur des Schulwesens, der österr. Schulverwaltung und in die schulrechtlichen Grundlagen, die Methoden der Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht) zu absolvieren (mindestens 10 ECTS).

5. Die Richtlinie bzw. die Ermächtigung gilt für jene Dienstverhältnisse, die im Schuljahr 2014/2015 neu begründet werden. Zu bereits bestehenden Dienstverhältnissen siehe Punkt 7.

6. Das Dienstverhältnis ist zunächst (im Sinne des Sicherstellungserlasses) zu befristen.
Eine Verlängerung des Dienstverhältnisses über zwei Jahre hinaus ist nur unter der
Voraussetzung zulässig, dass eine Einführung im Sinne des Punktes 4 (mindestens 10 ECTS)
und einschlägige berufsbegleitende pädagogische Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge
(weitere mindestens 20 ECTS) absolviert worden sind. Die Vertragslehrpersonen sind
entsprechend zu informieren.

Text der sondervertraglichen Zusatzvereinbarung: „Ihrer besoldungsrechtlichen Einstufung
wird im Sinne des Rundschreibens 4/2014 eine weitere Zeit von JJ MM TT nachgewiesener
einschlägiger Berufspraxis zugrunde gelegt. Die Berücksichtigung dieser weiteren
Berufspraxis gilt nur für die Dauer des sondervertraglichen Dienstverhältnisses und einer
überwiegenden Verwendung in [Mathematik, Physik, Chemie bzw. Informatik]. Sie haben im
ersten Dienstjahr berufsbegleitend eine Einführung in die praktische Unterrichtstätigkeit
(Einführung in die Struktur des Schulwesens, der österr. Schulverwaltung und in die
schulrechtlichen Grundlagen, die Methoden der Planung, Durchführung und Auswertung
von Unterricht) zu absolvieren (mindestens 10 ECTS).“

7. Von der Richtlinie bzw. der Ermächtigung erfasst ist weiters der Abschluss einer (frühestens
mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 wirksam werdenden) sondervertraglichen
Zusatzvereinbarung mit Vertragslehrpersonen gemäß Punkt 1 in einer Verwendung gemäß
Punkt 2, deren Dienstverhältnis vor dem Beginn des Schuljahres 2014/2015 begründet worden
ist:
Sind diese Vertragslehrpersonen bereits ein volles Unterrichtsjahr in Verwendung gestanden,
darf eine sondervertragliche Festsetzung der besoldungsrechtlichen Einstufung im Sinne des
Punktes 3 befristet auf Vertragsdauer, höchstens jedoch auf zwei Jahre, erfolgen; dies in
Verbindung mit der vertraglichen Verpflichtung, (ab dem Beginn des Schuljahres 2014/2015)
einschlägige berufsbegleitende pädagogische Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge im
Umfang von mindestens 20 ECTS innerhalb von zwei Jahren zu absolvieren.

Text der sondervertraglichen Zusatzvereinbarung: „Mit Wirksamkeit vom [frühestens
01.09.2014 bzw. 08.09.2014] wird befristet auf Vertragsdauer [längstens jedoch für zwei
Jahre] Ihrer besoldungsrechtlichen Einstufung im Sinne des Rundschreibens 4/2014 eine
weitere Zeit von JJ MM TT nachgewiesener einschlägiger Berufspraxis zugrunde gelegt.
Die Berücksichtigung dieser weiteren Berufspraxis gilt nur für die Dauer des
sondervertraglichen Dienstverhältnisses und einer überwiegenden Verwendung in
[Mathematik, Physik, Chemie bzw. Informatik]. Eine Verlängerung der Zusatzvereinbarung
betreffend besoldungsrechtliche Einstufung über den Zeitraum von zwei Jahren hinaus setzt
voraus, dass ab dem Beginn des Schuljahres 2014/2015 einschlägige berufsbegleitende
pädagogische Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge im Umfang von mindestens 20 ECTS
absolviert werden.“

Sind diese Vertragslehrpersonen noch kein volles Unterrichtsjahr in Verwendung gestanden,
darf eine sondervertragliche Festsetzung der besoldungsrechtlichen Einstufung im Sinne des
Punktes 3 befristet auf Vertragsdauer, höchstens jedoch auf zwei Jahre, erfolgen; dies in
Verbindung mit der vertraglichen Verpflichtung, berufsbegleitend eine Einführung in die
praktische Unterrichtstätigkeit (Einführung in die Struktur des Schulwesens, der österr.
Schulverwaltung und in die schulrechtlichen Grundlagen, die Methoden der Planung,
Durchführung und Auswertung von Unterricht) zu absolvieren (mindestens 10 ECTS) und (ab
dem Beginn des Schuljahres 2014/2015) einschlägige berufsbegleitende pädagogische
Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge im Umfang von mindestens 20 ECTS innerhalb von zwei
Jahren zu absolvieren.

Text der sondervertraglichen Zusatzvereinbarung: „Mit Wirksamkeit vom [frühestens
01.09.2014 bzw. 08.09.2014] wird befristet auf Vertragsdauer [längstens jedoch für zwei
Jahre] Ihrer besoldungsrechtlichen Einstufung im Sinne des Rundschreibens 4/2014 eine
weitere Zeit von JJ MM TT nachgewiesener einschlägiger Berufspraxis zugrunde gelegt.
Die Berücksichtigung dieser weiteren Berufspraxis gilt nur für die Dauer des
sondervertraglichen Dienstverhältnisses und einer überwiegenden Verwendung in
[Mathematik, Physik, Chemie bzw. Informatik]. Sie haben berufsbegleitend eine Einführung
in die praktische Unterrichtstätigkeit (Einführung in die Struktur des Schulwesens, der
österr. Schulverwaltung und in die schulrechtlichen Grundlagen, die Methoden der Planung,
Durchführung und Auswertung von Unterricht) zu besuchen (mindestens 10 ECTS). Eine
Verlängerung der Zusatzvereinbarung betreffend besoldungsrechtliche Einstufung über den
Zeitraum von zwei Jahren hinaus setzt voraus, dass ab dem Beginn des Schuljahres
2014/2015 einschlägige berufsbegleitende pädagogische Fortbildungs-
/Weiterbildungslehrgänge im Umfang von mindestens 20 ECTS absolviert werden.“

Eine Verlängerung des befristeten Dienstverhältnisses auf der Grundlage dieser Richtlinie über
zwei Jahre hinaus ist nur unter der Voraussetzung zulässig, dass die Fortbildungs-
/Weiterbildungslehrgänge bzw. die Einführung und die Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge
absolviert worden sind. Die Zusatzvereinbarung lässt die Befristung des Grundvertrages
unberührt. Im Falle eines unbefristeten Dienstverhältnisses entfällt die zeitliche Begrenzung der
Einstufung, wenn die Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge absolviert worden sind.

Die Landesschulräte werden beauftragt vorzusorgen, dass die Vertragslehrpersonen vor
Aufnahme der Tätigkeit nachweislich in die Grundzüge ihrer dienstlichen Aufgaben eingeführt
werden. Dies kann in Form der Teilnahme am Einführungsseminar für
UnterrichtspraktikantInnen oder in anderer geeigneter Form erfolgen.

8. Zum Aspekt berufsbegleitende pädagogische Fortbildungs-/Weiterbildungslehrgänge im
Sinne der Punkte 6 und 7: Zum Nachweis wäre der erfolgreiche Besuch von
Lehrveranstaltungen aus folgenden Wissensgebieten zu bevorzugen: Erziehungs- und
bildungswissenschaftliche Grundlagen, Bildung in Österreich und ihre Organisationen (Schule
und andere Bildungsorganisationen), Diagnostik und Förderung, Individualisierung und
Personalisierung des Lernens, Unterrichtsführung und Entwicklung von Lernumgebungen,
Gestaltung und Evaluation von Bildungsprozessen; Instrumente der Qualitätssicherung an
österreichischen Schulen, Pädagogische Qualitätssicherung und Professionalitätsentwicklung,
Kommunikation und Elternarbeit. Weiters kann auf die jeweils gültigen Schwerpunkte für die
Fort- und Weiterbildung an Pädagogischen Hochschulen hingewiesen werden (dzt. aktuell
Rundschreiben Nr. 5/2014 – Längerfristige Schwerpunktsetzungen im Bereich der Fort- und
Weiterbildung 2014 – 2018), die einerseits auf aktuelle Ressortschwerpunkte und Leitprojekte
u.a. auch zur Umsetzung des gültigen Regierungsprogramms abgestimmt sind, anderseits die
Professionskompetenzen von Lehrkräften im Fokus haben. Fortbildungsveranstaltungen ohne
ECTS-Punkte können entsprechend der Wertigkeit 1 ECTS = 25 Echtstunden angerechnet
werden.

9. Controlling: Bis zum 31. Mai 2015 ist der Abteilung III/8 des BMBF (mittels des beiliegenden
Formulars) mitzuteilen, mit welchen Lehrpersonen an welchen Schulen für welche
Unterrichtsgegenstände und für welche Bestellungsdauer sondervertragliche Vereinbarungen
auf Grund dieses Rundschreibens (einschließlich solcher im Sinne des Punktes 7)
abgeschlossen worden sind.

Bezüglich der Lehrkräfte für Mathematik und für Physik an BMHS ist eine Ergänzung des
Rundschreibens 14/2001 für das Schuljahr 2014/2015 in Aussicht genommen.

Beilage

Wien, 4. Februar 2014

Für die Bundesministerin:
MR Dr. Friedrich Fröhlich

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Inhaltlicher Stand: 06.04.2018