Einstellungen der Österreicher/innen zum Wissenschaftsstandort im wirtschaftlichen Kontext

Befragt wurden 4.000 Personen ab 15 Jahren (repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung) zum Thema Wissenschaftsstandort Österreich und ihren Einstellungen zu Wirtschaftsfragen allgemein. Die wichtigsten Ergebnisse zum Thema Wissenschaftsstandort waren:

  • Mit dem Begriff "Wissenschaft und Forschung" verbinden die ÖsterreicherInnen in erster Linie die Anwendung und Auswirkung von Forschungsergebnissen, halb so oft bestimmte Fachgebiete und kaum einzelne WissenschafterInnen.
  • Im Verhältnis 4:6 halten sich die ÖsterreicherInnen für gut bzw. schlecht über Wissenschaft und Forschung informiert – in "Schulnoten" ausgedrückt wäre das für die österreichische Gesamtbevölkerung ab 15 ein gutes "Befriedigend".
  • In den Beurteilungen der Wichtigkeit verschiedener Bereiche fürs Land rangieren Wissenschaft und Forschung im mittleren Bereich, nach Bildung und Ausbildung, dem Sozialsystem und der Wirtschaft, aber vor Kultur oder gar Politik und Religion.
  • Nach Fachrichtungen sind sowohl das Interesse als auch die zugeschriebene Bedeutung für die Lebenswissenschaften am höchsten. Insgesamt ist das Interesse meist geringer als die attributierte Wichtigkeit, nur bei den Geistes- und Kulturwissenschaften ist es umgekehrt. Im Gegensatz dazu werden Lebens- und Ingenieurwissenschaften ganz besonders oft für wichtiger als für interessant gehalten.
  • Alles in allem werden die "hard sciences" im Vergleich zu den "soft sciences" öfter für interessant und auch öfter für wichtig gehalten.
  • Unterschiede in den Interessenslagen nach Geschlecht sind mehr als nur deutlich und verlaufen geradezu "klassisch" nach den traditionellen Rollenbildern.
  • Alles in allem ist das Image der österreichischen ForscherInnen nach 26 abgefragten Kriterien durchaus und meist mehrheitlich positiv.
  • Außerdem denken drei Viertel, dass der Großteil NaturwissenschafterInnen, weniger als ein Fünftel, dass die meisten GeisteswissenschafterInnen seien; außerdem werden sie deutlich häufiger an Universitäten als in der Unternehmensforschung wahrgenommen. Sie werden öfter in der angewandten Forschung als in der Grundlagenforschung vermutet, sie werden auch eher mit österreichischer als mit internationaler Ausbildung und Forschungserfahrung ausgestattet gesehen, aber ganz so eindeutig sind die Wahrnehmungen hier nicht mehr.
  • Die Respondenten wurden auch gebeten, den österreichischen Wissenschaftsstandort im Vergleich mit anderen Ländern zu bewerten: Ein Vorsprung wird Österreich gegenüber Osteuropa, den neuen mitteleuropäischen EU-Mitgliedsländern sowie (geringer) Italien und Indien bescheinigt. Deutschland, Frankreich und England sieht man meist gleichwertig, im Zweifelsfall eine et-was bessere Situation in Österreich. Das Bild von China ist stark polarisiert. Die Schweiz und die skandinavischen Länder wurden als gleichwertig bis besser beurteilt.
  • Deutlich besser als Österreich werden aber Japan und die USA gesehen.