Forschung, Entwicklung und Innovation im Dienstleistungssektor

Interessenslage: Moderne Volkswirtschaften sind von einem hohen Anteil unterschiedlichster Dienstleistungssegmente geprägt. Durch die zunehmende Tertiärisierung hat sich der Anteil der Dienstleistungen insgesamt als auch im Bereich der F&E an Beschäftigung und Wertschöpfung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erhöht und stellt inzwischen insgesamt mehr als zwei Drittel der gesamten Wertschöpfung dar (in Österreich bei 68%).

Gleichzeitig ist der tertiäre Sektor äußerst inhomogen und in sich selbst einem dynamischen Strukturwandel unterworfen. Die zunehmende Verschränkung zwischen dem Sachgüter- und dem Dienstleistungssektor lässt eine scharfe Trennung nicht mehr zu. Erkennbar ist die Interdependenz daran, dass knapp ein Fünftel aller Unternehmen, deren Hauptaktivitäten in das Sachgütererzeugung liegen auch Dienstleistungsinnovationen hervorbringt. Gleichzeitig bringt ca. ein Fünftel aller Dienstleistungsunternehmen auch Produktinnovationen auf den Markt. Die analytischen Untersuchungen zeigen sehr klar, dass die Entwicklung von Innovationen Hand in Hand mit Neuerungen im Marketing und der Unternehmensorganisation gehen muss, um erfolgreich sein zu können. Dieser positive Einfluss macht deutlich, dass die Einbettung technologischer Innovationen in weiche organisatorische Neuerungen die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant erhöht.

Diese Heterogenität erschwert die Entwicklung konsistenter Strategien/Konzepte zur Stimulierung/Förderung des Dienstleistungssektors und seiner Innovationsfähigkeit. Die vorliegende Studie versteht sich als ein Beitrag zu einer klareren und umfassenderen Erfassung des Innovationsverhaltens des Dienstleistungssektors in Österreich.