Gabriele Possanner-Förderungspreisträgerin 2009

Mag. Dr. Katharina Mader,
Wirtschaftswissenschafterin, Wien

 

Katharina Mader, 1981 geboren, schloss ihr Diplomstudium Volkswirtschaftslehre 2004 an der Wirtschaftsuniversität Wien ab, 2008 promovierte sie. Für ihre Doktorarbeit erhielt sie 2008 den Dr. Maria Schaumayer Preis für Dissertationen. 2004–2007 arbeitete sie als Referentin für den Bereich Feministische Ökonomie mit Schwerpunkt Arbeitsmarkt und Gender Budgeting im Magistrat der Stadt Wien. Von ihr durchgeführte einschlägige Forschungsprojekte erarbeitete sie für das BMWF, die AK Wien und das Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (vidc). Sie ist Vorstandsmitglied der International Association for Feminist Economics (IAFFE) – Europe, Vorstandsmitglied von BEIGEWUM und Mitglieder der Watchgroup. Gender und öffentliche Finanzen. Seit 2007 arbeitet sie als Projektmitarbeiterin und Lektorin am Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien und seit 2009 als Lektorin am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität.

GENDER BUDGETING: EIN EMANZIPATORISCHES, FINANZPOLITISCHES UND DEMOKRATIEPOLITISCHES INSTRUMENT.

Theoretische Fundierung und Exemplifizierung am Wiener Budgetprozess
Mader bearbeitet die Frage nach einer geschlechtergerechten Verteilung des öffentlichen Budgets und die Frage, wie Finanzpolitik im Allgemeinen transparenter und partizipativer gestaltet werden könnte - eine Fragestellung wie sie angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise nicht relevanter sein könnte. Eingedenk des Faktums, dass gerade der weibliche Teil von Bevölkerung(en) von einer Wirtschaftskrise – aufgrund ihrer vielfachen Verantwortung für Kinder und Alte und eines geschlechtersegregierten Arbeitsmarktes – massiv betroffen ist, ist die Erforschung der geschlechterdemokratischen Verteilung von öffentlichen Budgets ein zentrales Anliegen feministischer Ökonomie und Politik. So ist für Gender Budgeting die Berücksichtigung von gesellschaftlich wichtiger, nicht entlohnter Arbeiten (wie z.B. von Haus- und Care-Arbeiten) in öffentlichen Haushalten wichtig, um auf ungleiche Geschlechter-Umverteilungseffekte der öffentlichen Haushalte aufmerksam machen zu können. Die in dieser Arbeit vorgenommene Präzisierung des Demokratieverständnisses erweitert allgemein gebräuchliche öffentliche Budgetierungskonzepte in Richtung mehr Geschlechter- wie auch mehr sozialer Verteilungsgerechtigkeit. Mader gelingt es in ihrer Dissertation, dieser politisch hoch relevanten Fragestellung eine theoretische Basis zu geben. Sie bietet eine normative Alternative zum herrschenden Modell von Finanzpolitik und Budgetprozessen und trägt damit wesentlich zur Vertiefung der Praxis von Gender Budgeting bei.

Maders Dissertation, aufgrund der umfassenden internationalen Diskussion von theoretischer Literatur (feministische Ökonomie, Demokratietheorien), der Vielfalt der eingesetzten Methoden und ihrer Transdisziplinarität wissenschaftlich hervorragend durchgeführt, ist inhaltlich und methodisch innovativ und leistet einen wichtigen Beitrag zur praxisbezogenen österreichischen wie auch internationalen

Die vorliegende Dissertation aus dem Fach Volkswirtschaftslehre, als Band 31 der Reihe „Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien“ im Peter Lang Verlag 2009 publiziert, wurde von der Jury als herausragend bezeichnet.