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Kooperation des BMWFW mit der FH St. Pölten, Institut für Creative\Media/Technologies, unter der Leitung von Rosa von Suess

Vor über zehn Jahren wurden aus den österreichischen Universitäten autonome Einrichtungen. Mit dieser Entwicklung gingen auch neue Anforderungen hinsichtlich Berichtslegung einher. 2006 wurde daher die Wissensbilanz eingeführt. Die Wissensbilanz bietet einen Panoramablick über den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt im Universitätsbereich.

Professor Oliver Vitouch, Präsident der Universitätenkonferenz, sieht darüber hinaus den Mehrwert der Wissensbilanz in ihrer Rolle als evidenzbasierte, strategische Entscheidungsgrundlage:

“Letztlich bringt sie das immaterielle Vermögen der jeweiligen Universität im doppelten Wortsinne: das worüber sie verfügt und das was sie erreichen und gestalten kann, so gut es geht, in einem Band - das ermöglicht Vergleiche zu den Vorjahren und Vergleiche zu anderen Universitäten, auch eine Verortung wo man international steht. Und das bedeutet dass das letztlich die Grundlage für den Entwicklungsplan, für die Leistungsvereinbarung und die Finanzierung der Universität darstellt.”

Statistische Kennzahlen aus den Bereichen Human-, Beziehungs- und Strukturkapital; sowie zu Lehre und Forschung fließen in die Wissensbilanz: unter anderem die Anzahl an Studierenden, Absolventinnen und Absolventen, Personal sowie Daten über Kernprozesse der Universitäten.

Zum Beispiel Personalstand:
Im Bereich Personalressourcen zeichnet sich das Wachstum in den Kennzahlen aller Standorte ab. Diese Zahlen verdeutlichen die Rolle, die die Universitäten als großer Arbeitgeber in Österreich spielen. Gemessen in Vollzeitäquivalenten beträgt der Personalstand aktuell über 35.000. Mit 62% machen wissenschaftliches und künstlerisches Personal den Großteil dieser Stellen aus.

Bei den Berufungen zeigt sich in den Personalkennzahlen Dynamik. Den größten Zuwachs verzeichnen hier mit 1.186 die Berufungen von Professorinnen und Professoren aus anderen EU-Ländern.

Die Erhebung des Einkommensunterschieds zwischen Frauen und Männern ist der Entwicklung von Personalstrategien zur Geschlechtergleichstellung dienlich. In den letzten sechs Jahren zeichnete sich bereits eine leichte Verbesserung ab.

Wie beim Personal zeigen sich auch bei den Studierenden dynamische Trends.
In den letzten 10 Jahren stieg die Gesamtanzahl der Studierenden um 38%.
Die Kennzahlen verbildlichen, wie die Studierenden über die Universitätsstandorte verteilt sind. Die Universität Wien ist mit 95.000 Studierenden die größte Hochschule. Mit 53% überwiegen weibliche Studierende in Österreich.

Die steigende Mobilität der Studierenden zeugt vom internationalen Austausch. Im vergangen Jahr nahmen über 7.500 Studierende aus Österreich und über 8.000 Studierende aus dem Ausland an Mobilitätsprogrammen teil.
Gut 2/3 dieser Studierenden bewegten sich innerhalb der EU, mit annähernd gleicher Anzahl an Incoming- und Outgoing-Studierenden.
Bei Drittstaaten absolvierten mehr Studierende einen Auslandsaufenthalt in Österreich als umgekehrt.

Jahr für Jahr werden mehr Beiträge und Werke publiziert. Das intellektuelle Kapital der Universitäten wird in Büchern, Beiträgen in künstlerischen Ton-, Bild-, und Druckwerken, Artikel in peer-reviewten Journalen, Fachzeitschriften, Sammelwerken und Postern greifbar gemacht. Übereinander gestapelt würden die über 415.000 Veröffentlichungen mit durchschnittlich je 10 Seiten das Wiener Riesenrad um mehr als ein Sechsfaches überragen.

“Das Ziel ist, dass sich die wesentlichen Akteure, also zum einen der Staat und zum anderen die Universitäten dieses Landes darauf verständigen, welche Kennzahlen und Indikatoren für eine gedeihliche Entwicklung und eine wettbewerbsfähige Entwicklung des universitären Sektors entscheidend und zielführend sind.”

Die Wissensbilanz gliedert sich in drei Teile: dem Leistungsbericht, einer qualitativen Darstellung der Leistungsbereiche; den Kennzahlen, die das intellektuelle Kapital der Universitäten abbilden, sowie dem Leistungsvereinbarungsmonitoring, einem Bericht über die Umsetzung der Ziele und Vorhaben aus der Leistungsvereinbarung. Alle Kennzahlen werden im Informationsportal unidata bereitgestellt. Als zentrale Informationsquelle unterstützt unidata Studierende, Forschende, Bildungsverantwortliche, Unternehmen, das Management der Hochschulen, und die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger des Wissenschaftsministeriums und informiert die breite Öffentlichkeit über die Leistungen der Hochschulen.

Mag. Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, unterstreicht den Innovationsgedanken der hinter unidata steckt.

“Unidata war sicherlich ein Vorreiter im Bezug auf die grundsätzliche Idee, Daten die einer staatlichen Steuerung zugrunde liegen, auch öffentlich zu machen und die Zukunft liegt darin, zu überlegen wie kann man diese Daten dann noch User-freundlicher gestalten, zugänglicher machen; wie kann man daraus noch mehr Analysen ableiten, um auch dem gerecht zu werden was an Arbeit hinter dieser Datenerfassung steckt. Die ist nicht gering, weder auf der Seite der Universitäten, der Hochschulen, noch auf Seiten des Ministeriums und deshalb gilt es auch da den maximalen Nutzen daraus zu entwickeln, damit hier auch quasi genug an Output abgeholt werden kann, wie kann man das in die nächste Generation von unidata 4.0 bringen, sozusagen.”
2009 erhielt unidata ein "Best Practice Certificate" im Rahmen des European Public Sector Awards.
Im unidata-Portal können Benutzerinnen und Benutzer die Kennzahlen kostenfrei dynamisch abrufen und sie auf Knopfdruck maßgeschneidert drucken oder herunterladen. Statistische Publikationen des Wissenschaftsministeriums und Dokumente des universitären Berichtswesens stehen auch zur Verfügung, darunter die Wissensbilanzen aller Universitäten.

Sie bieten den Universitäten die Möglichkeit, sich einer breiten Öffentlichkeit in Form einer Leistungsschau zu präsentieren und eigene Schwerpunkte darzustellen.
Darüber hinaus ermöglichen sie die transparente Vergleichbarkeit aus strategischer Perspektive und gewähren einen Einblick in das systematische Management des intellektuellen Kapitals aller Universitäten.

Die Steuerung über objektivierte Daten ist eine Kernidee auch der modernen Universitätssteuerung generell. Und es ist schlüssig dass das zentrale System unidata beim Ministerium verankert ist, es ist aber genauso schlüssig dass es im Sinne einer Open-Book Gestaltung gemeinsam mit den Systempartnern befüllt wird, dass die Daten besprochen gecleart werden, und dass die Datenqualität derart ist, dass sie Vertrauen schenkt in die Gestaltung des Systems. Denn Daten sind ja immer nur Ausgangspunkt auch für neue Entwicklungen, und auf Basis von gemeinsam besprochenen, gemeinsam verstandenen Daten kommt man auch viel leichter zu neuen Zielsetzungen und zur Klärung wohin die Reisen in Zukunft gehen können.”