Geologische Bundesanstalt (GBA)

Geologie – unbekannt, allgegenwärtig und unverzichtbar!

Der geologische Untergrund prägt unser Leben mehr, als es vielen von uns bewusst ist. Ob steiles Gebirge, sanftes Hügelland oder Ebene, ob Granit, verkarsteter Kalk oder große Kiesgruben, ob Trinkwasser, Deponiestandort oder der Untergrund für die besten Lagen österreichischer Weine, die Geologie Österreichs hat viele Facetten. Wer mehr über den geologischen Untergrund wissen will, ist bei der Geologischen Bundesanstalt, der GBA, richtig.  

Zwischen Neusiedlersee und Bodensee, zwischen Blockheide und Karnischen Alpen, die Geolog/inn/en der GBA arbeiten an der Erforschung des geologischen Untergrundes mit all seinen Aspekten. Wer sich über diese Themen vertiefen will, nimmt eine geologische Karte zur Hand. Am wichtigsten Produkt der GBA lässt sich vieles ablesen. Ein, wenn auch geübter, Blick zeigt Planer/inne/n, Techniker/inne/n und Bauingenieur/inn/en wie es "im Gelände" (so die Sprache der Geolog/inn/en) aussieht, denn geologische Karten halten auf zwei Dimensionen vier Dimensionen fest. Neben der Verbreitung der Gesteine (jedes Gestein hat eine bestimmte Farbe), geben Sonderzeichen Auskunft über deren Lage (flach lagernd, steil gekippt,…), die Legende informiert über das Alter der Gesteine, wobei es hier fast immer um Millionen, manchmal sogar um mehrere hundert Millionen Jahre geht. Selbst Wanderer und Tourist/inn/en sind mit geologischen Karten gut beraten, erfahren sie doch worauf sie gehen und stehen; mal ist es ein – wenn auch 390 Millionen Jahre altes Riff – das von einstigem tropischen Klima zeugt, mal ist es der "nur" 20.000 Jahre alte Löss der letzen Eiszeit. Aber auch Naturdenkmale, Höhlen, Fossilfundstellen und Bereiche mit Rutschungen sind auf geologischen Karten eingetragen.  

Kristallingeologie, Sedimentgeologie, Paläontologie, Rohstoffgeologie, Geochemie, Geophysik, Ingenieurgeologie und Hydrogeologie sind nur einige der Fachdisziplinen an der GBA. Im interdisziplinären Teamwork arbeiten die Geolog/inn/en an der umfassenden geologischen Landesaufnahme, die Ergebnisse stehen allen zur Verfügung. Zum einen in der größten erdwissenschaftlichen Bibliothek Österreichs, zum anderen natürlich online (www.geologie.ac.at) – zunehmend auch im Volltext.

Neulinggasse 38

Der Standort Neulinggasse mit dem Neubau (2005), dem Laborgebäude und dem Bibliothekstrakt vereint alle Abteilungen der GBA.

Geologische Karte

Nach der Arbeit "im Gelände" erfolgen zahlreiche kartographische Schritte zur Erstellung geologischer Karten. Diese erscheinen österreichweit, in verschiedenen Maßstäben und zu verschiedenen geologischen Themen.   

Bibliothek

Die größte erdwissenschaftliche Bibliothek (mit Archiv) verfügt über 360.000 Medienwerke der geowissenschaftlichen Fachliteratur beginnend im 16. Jahrhundert. Heute sind viele GBA-Publikationen online verfügbar.

Geochronologie

Bei der absoluten Altersdatierung mittels natürlicher radioaktiver Isotope wird das Mineral-, bzw. Gesteinsalter bestimmt.

Aerogeophysik

Im Zuge der aerogeophysikalischen Landesaufnahme (in Kooperation mit dem Bundesheer) werden elektrische Leitfähigkeit, magnetische Suszeptibilität und die natürliche Radioaktivität der Gesteine gemessen.

Sammlungen

Die wissenschaftlichen Sammlungen der GBA enthalten vor allem Fossilien (Altersbestimmung), viele wurden bereits im 19. Jahrhundert beschrieben und stehen für vergleichende Forschungen zur Verfügung.  

Gesteinssäge

Um Gesteine im Mikroskop zu betrachten, werden mit einer Gesteinssäge kleine Stücke abgeschnitten, auf Glasplatten geklebt und so dünn geschliffen, dass sie durchsichtig sind (Dünnschliff).