Smart Specialisation - wissens- und innovationsgeleitete Standortpolitik

Smart Specialisation ist ein standortstrategisches Konzept mit dem Ziel, Strukturwandel zu fördern, hin zu wissens- und innovationsgeleitetem Wachstum. Regionale Entwicklungsprioritäten sollen dort gesetzt werden, wo vorhandenes Wissen und Technologien Erfolg versprechen.

Standortstrategien für Smart Specialisation [RIS3] setzen das Konzept um, indem sie die chancenreichsten Entwicklungsfelder einer Region definieren. Die EU-Kommission fordert diese Strategien von jeder Programmregion als Vorbedingung für die Zuerkennung von Strukturfonds-Förderungen 2014-20 in der Förderpriorität Forschung und Innovation. Konkrete Förderanliegen der Operationellen Programme 2014-20 sollen bereits in der RIS3 grundgelegt werden. Auf der vom Joint Research Centre in Sevilla betriebenen Smart Specialisation Plattform bietet die Europäische Kommission Information, Hilfestellung und Dialog bei kostenfreier Anmeldung. Standortstrategien entsprechen den RIS3-Kriterien nur dann, wenn sie als gemeinsame Vision von Politik, Wirtschaft - und den Leitinstitutionen für Wissen, Technologie, Innovation und Kreativität einer Region entwickelt oder überarbeitet wurden.

Das BMBWF unterstützt Österreichs Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sich als Leitinstitutionen ihrer Region gemeinsam mit Politik und Wirtschaft an der Entwicklung dieser neuen Generation von Standortstrategien aktiv zu beteiligen. Der EU-Expertenbericht "The role of Universities and Research Organisations as drivers for Smart Specialisation at regional level" würdigt Österreichs laufende Bemühungen als "Smart Scheme" (Seiten 30ff). Weitere empfohlene EU-Dokumente zum Thema Leitinstitutionen & Region: "Connecting Universities to Regional Growth", "EU Case Studies: Universities & Smart Specialisation" und  "Workshop Report: The Role of Universities in Smart Specialisation Strategies" .

Im Rahmen des Bundesländerdialogs am 28.2.2017 stellten alle Bundesländer "Best Practice" Beispiele  aus ihren Smart Specialisation Aktivitäten vor.

Das BMBWF ist Partner der Europäischen Kommission  und der OECD im europäischen und internationalen Diskurs und Ansprechpartner für Forschungscommunity und Regionen rund um Smart Specialisation.

In der renommierten OECD-Arbeitsgruppe für Innovations- und Technologiepolitik war das Wissenschaftsministerium (seit 1.3.2014: BMBWF) unter den Initiatoren des internationalen Projektes Innovation Driven Growth in Regions: The Role Of Smart Specialisation. Der  OECD-Draft Synthesis Report on Innovation Driven-Growth in Regions wurde der Europäischen Kommission präsentiert. Smart Specialisation ist auch ein Kernthema der, ebenfalls von der OECD initiierten Innovation Policy Platform (IPP), die einen interaktiven Zugang zu innovationspolitisch relevanten Analysen, Daten und strategischen Tools nach dem Open-Data-Prinzip bietet.

Am 18. Juli 2017 schlug die Europäische Kommission ein neues Maßnahmenpaket zur Stärkung und Unterstützung der Regionen in Europa und die Umsetzung von Smart Specialisation vor. Die zukunftsorientierten Mitteilung “Strengthening Innovation in Europe’s Regions: Strategies for resilient, inclusive and sustainable growth” (COM 2017 376) und das begleitende Arbeitsdokument (SDW 2017 264) schlagen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Förderung von Innovation und Wachstum in den Regionen vor. Darüber hinaus bekräftigt die Europäische Kommission Smart Specialisation in gezielten Pilotmaßnahmen, um durch die Förderung von Innovationskapazität und interregionaler Partnerschaften Innovationen in den Regionen Europas zu stärken.

Mit dem RIS3 KEY haben wir ein nützliches Instrument initiiert, das als praktische Starthilfe für Smart Specialisation Strategien inzwischen europaweit Einsatz findet.

Der RIS3 KEY ist eine kurz gefasste und leicht verständliche Broschüre, die hilft, das Konzept der Smart Specialisation für die Praxis zu erschließen, indem sie einen Katalog von Fragen zur Selbstbewertung anbietet.

Der RIS3 KEY soll Institutionen und Politik für eine verstärkte Zusammenarbeit, die Entwicklung einer gemeinsamen Standortvision und das Nutzen des gesamten Wissens-, Technologie- und Innovations-Potenzials am Standort mobilisieren.

Der RIS3 KEY wurde von Joanneum Research und dem BMBWF gemeinsam im Rahmen eines internationalen OECD-Projekts entwickelt und ist Anhang des RIS3-Guide  der EU-Kommission. Der RIS3 KEY wurde von interessierten Nutzern inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt; das BMWF (seit 1.3.2014: BMFW) stellt für weitere Übersetzungsinitiativen das Format zur Verfügung.   


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Stabsstelle Standortpolitik
standort(at)bmbwf.gv.at