Governance in der Bologna-Umsetzung

Der Bologna-Umsetzungsprozess wird in Österreich hauptsächlich durch die Verankerung der Bologna-Ziele im österreichischen Recht gelenkt.


Gesetze
Österreich hat auf gesetzlicher Ebene rasch reagiert: Mit der Novelle 1999 zum Universitäts-Studiengesetz, dem Universitätsgesetz 2002, dem Fachhochschul-Studiengesetz 2002 und dem Hochschulgesetz 2005 wurde die Rechtsgrundlage für die Einführung von Bachelor- und Masterstudien, die Anwendung des ECTS, des Diplomzusatzes (Diploma Supplement), die Einrichtung von gemeinsamen Studienprogrammen verschiedener Universitäten/Joint Degree-Programmen und aufgewerteten PhD-ähnlichen Doktorats-Programmen geschaffen.
Opens internal link in current windowRechtsquellen im Detail


Leistungsvereinbarungen
Das Universitätsgesetz 2002 hat neue Formen von Governance und Management im Universitätsbereich etabliert und zur Finanzierung und Steuerung der autonomen Universität das Kontraktmanagement in Gestalt der Leistungsvereinbarungen eingeführt. Durch die Leistungsvereinbarungen werden finanzielle Ressourcen an qualitative Zieldefinitionen und vereinbarte Zielgrößen in den Ergebnissen gekoppelt. Eine Leistungsvereinbarung ist ein öffentlicher Vertrag der zwischen Bund und Universität geschlossen wird. Die Leistungsvereinbarungen werden vom BMWF und der jeweiligen Universität ausverhandelt. In diesem Dialog ist es beiden Parteien möglich ihre Wünsche bezüglich der Ressourcenverwendung zu äußern. Auch im Bologna Prozess vereinbarte Ziele finden Eingang in diese Verträge. So wurden in den Leistungsvereinbarungen unter anderem die Themen Mobilität, Beschäftigungsfähigkeit, Lebenslanges Lernen, Themen der sozialen Dimension und die verstärkte Internationalität durch Kooperationen erfasst. Die Leistungsvereinbarungen werden alle drei Jahre neu verhandelt.
Opens internal link in current windowLeistungsvereinbarungen

Begleitgespräche
Zweimal jährlich werden sogenannte Begleitgespräche abgehalten. Bei diesen Treffen wird die Einhaltung der in den Leistungsvereinbarungen festgelegten Ziele diskutiert. In diesem Kontext kommt auch die Bologna Umsetzung zur Sprache. Dadurch wird ein kontinuierlicher Dialog erreicht sowie eine kontinuierliche Lenkung ermöglicht.