Student Centred Learning

Hochschuldidaktiker beschreiben Student Centred Learning als einen sich vollziehenden. "Übergang von einer Inhalts- und Dozentenzentrierung zu einer Prozess- und Studierendenzentrierung [um so] die Lehre vom Lernen her zu durchdenken."1 So kann es als ein Oberbegriff für alle Lernformen verstanden werden, in denen die Studierenden ihren Lernprozess nach Möglichkeit selber bestimmen und verantworten. Dies betrifft Lernziele und Inhalte, Lerntätigkeiten und Zeitbudgets sowie Feedback und Expert/innenhilfe.2 Mittlerweile wird SZL auf sämtliche, die Studierenden in den Mittelpunkt stellenden Service- und Beratungsleistungen einer Hochschuleinrichtung angewendet.

 

Im Rahmen der Bologna-Minister/innen-Konferenz von Leuven/Louvain-la-Neuve im April 2009 wurden folgende Themenbereiche für die Implementierung der Ziele des Europäischen Hochschulraumes hinzugefügt: 

  • Erweiterung des Hochschulzugangs unter besonderer Berücksichtigung von unterrepräsentierten Gruppen
  • Erreichung einer Graduiertenquote von 20 Prozent bis 2020
  • Förderung von lebenslangem Lernen
  • Beschäftigungsfähigkeit 
  • Studierendenzentriertes Lernen (SZL)/ Student Centred Learning (SCL).3

Student Centred Learning bezeichnet einen auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnittenen Lehr-, und Lernbetrieb. Dieser wird durch hochschuldidaktische Methoden, technische Hilfsmittel, verschiedene Studienarten und Ansätze aktiv gefördert. Dazu gehören z.B. Modularisierung der Curricula,4 selbstbestimmtes Lernen, Blended Learning und E-Learning. Mit wachsendem Erfolg und steigender Relevanz wird Student Centred Learning im Laufe des Bologna Prozesses nunmehr als eigene Dimension hervorgehoben.


1 Mansbrügge, Wild 2010. Zeitschrift für Hochschulentwicklung  Jg.5 / Nr.4.
S. 235. 
 
2Martin Lehner: Studierendenzentriertes Lernen. Fokus: Hochschul-Leitungsebene, Studiengangsleiter/innen, Dekane. Präsentation anlässlich des Bologna Tages 2012.  
3Bologna Monitoring Report 2012: Bericht über die Maßnahmen der Umsetzung der Bologna-Ziele in Österreich. Berichtszeitraum: 2010 – 2012, S. 6.
4 Modularisierung bedeutet, Studiengänge konsequent von den zu erreichenden Qualifizierungszielen (Lernergebnissen) her zu konzipieren und den Stellenwert und Beitrag jeder einzelnen Lehrveranstaltung im Hinblick darauf zu definieren.