Von Bologna 1999 bis Prag 2001

Im Herbst 1999 beschlossen die EU-Bildungsminister/innen während der finnischen Präsidentschaft die weitere praktische Umsetzung der Bologna-Erklärung.

Alle Unterzeichner-Staaten nannten eine sogenannte nationale Bologna-Kontaktstelle. Für Österreich wurde für die erste Phase der damalige Leiter der Sektion Universitäten und Hochschulen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Dr. Sigurd Höllinger, als nationale Kontaktstelle nominiert. Ab August 2001 wurde diese Aufgabe von der späteren Leiterin der Sektion für Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten – Bereich Wissenschaft im bmbwk, Frau Mag. Barbara Weitgruber, wahrgenommen. Diese nationalen Kontaktstellen trafen sich zum Austausch von Information über den Stand der Umsetzung der Ziele der Bologna-Erklärung, zur Vereinbarung aller weiteren Schritte zur Umsetzung dieser Ziele und zur Vorbereitung der Folge-Minister/innen-Konferenz einmal pro Präsidentschaft. 

Für die Vorbereitung der Nachfolgekonferenz in Prag 2001 wurde eine kleine Arbeitsgruppe eingesetzt, die neben dem Gastgeberland die EU-Präsidentschaften bis zur Konferenz in Prag bzw. die darauf folgenden Präsidentschaften, die europäische Rektor/inn/enkonferenz (CRE), die Konferenz der Rektor/inn/enkonferenzen der Europäischen Union, den europäischen Studierenden-Dachverband (ESIB), die Europäische Kommission und den Europarat umfasste.

Zur Unterstützung der Umsetzung der Ziele der Bologna-Erklärung fanden zwischen der Bologna-Minister/innen/konferenz und der Minister/innen/konferenz in Prag eine Reihe von Workshops und Konferenzen statt:

Zur Formulierung von Wünschen und Forderungen an die Minister/innen für die Konferenz in Prag fand eine Tagung der Studierenden in Göteborg, Schweden - Student Göteborg Declaration PDF (3 Seiten) und

eine Konferenz der Hochschuleinrichtungen in Salamanca, Spanien statt:

  • Conclusions of the work of thematic groups,
    Presentation by the Rapporteur
    Prof. Dr. Konrad Osterwalder Rector, ETH, Zürich PDF (34 KB)

  • EUA Message for Prague (Salamanca, Spain - 29-30 March 2001)
    PDF (167 KB)

In Vorbereitung auf die Konferenz in Prag wurde ein zweiter Bericht über die Trends in der Hochschulbildung in Europa - Trends II und ein Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-ErklärungRTF (60 KB) erstellt.

In Österreich fand im Juni 2000 ein erster österreichischer Bologna-Tag
PDF  statt. Der Stand der Umsetzung in Österreich wurde im Rahmen eines eigenen Monitoring-Prozesses erhoben. Der erste detaillierte Monitoring-Bericht erschien 2001.

Als Ergebnis der Konferenz in Prag, die einerseits der Bestandsaufnahme und andererseits der Diskussion der künftigen Schwerpunktsetzung diente, wurde das Prag-Kommunikee PDF (36 KB); PDF (Englisch, 34 KB) verabschiedet, das folgende Punkte umfasst:

  • Bestandsaufnahme und weitere Vorgangsweise bei der Umsetzung der Teilziele der Bologna-Erklärung;
  • Schwerpunkte bei der Umsetzung in der nächsten Phase:
    o Akkreditierung und Qualitätssicherung;
    o Fragen der Anerkennung und Kreditsysteme (ECTS);
    o Entwicklung gemeinsamer Abschlüsse;
    o Soziale Dimension, insbesondere bei den Mobilitätshindernissen;
    o Lebensbegleitendes Lernen;
    o Einbindung von Studierenden;
    o Erweiterung des Bologna-Prozesses.
  • Praktische Organisation des Folgeprozesses:
    In allen teilnehmenden Ländern gibt es eine nationale Kontaktstelle. Die Gruppe der nationalen Kontaktstellen – die europäische Bologna Follow-Up Gruppe – ist das Steuerungsgremium für die weitere Umsetzung und wird von der jeweiligen EU-Präsidentschaft geleitet. Die Europäische Kommission gehört ihr ebenfalls an. Eine kleine Arbeitsgruppe (bestehend aus den bisherigen und dem künftigen Gastgeberland, je zwei EU und Nicht-EU-Staaten, der EU-Präsidentschaft sowie der Europäischen Kommission) unterstützt die Steuerungsgruppe und die Vorbereitung der nächsten MinisterInnenkonferenz. EUA (European University Association, entstanden aus der europäischen Rektorenkonferenz (CRE) und der Konferenz der Rektor/inn/enkonferenzen der Europäischen Union), ESIB (National Unions of Students in Europe), EURASHE (European Association of Institutions in Higher Education) und der Europarat werden bei den Arbeiten beider Gruppen beigezogen.
  • Öffnung des Prozesses für weitere Staaten:
    Kroatien, Türkei und Zypern wurden in Prag als neue Mitglieder aufgenommen. Des Weiteren wurde vereinbart, dass der Bologna-Prozess all jenen Ländern offen steht, die zur Teilnahme an den EU-Programmen SOKRATES, LEONARDO DA VINCI und TEMPUS/CARDS berechtigt sind.