Von Budapest-Wien 2010 bis Bukarest 2012

Die beiden Jahre nach der Jubiläumskonferenz im März 2010 in Budapest und Wien waren geprägt von der weiteren Umsetzung des Arbeitsprogramms 2009 – 2012, welches auf den in Leuven/Louvain-la-Neuve 2009 vereinbarten Prioritäten basiert.

 

In diesem Zusammenhang wurden die Arbeitsgruppen Mobility, Recognition, Social Dimension, International Openness, Qualifications Framework und Transparency Mechanisms  sowie das Network of Experts in Student Support in Europe (NESSIE), das Network of NQF correspondents, das Recogniton of Prior Learning Network und das EHEA Information & Promotion Network eingesetzt bzw. fortgeführt. Es war dies das erste Mal, dass Österreich in allen Arbeitgruppen und Netzwerken durch Expert/inn/en vertreten war und damit einmal mehr einen konstruktiven Beitrag zum Gelingen des Europäischen Hochschulraums leisten konnte.

 

Die Ergebnisse der Arbeiten in den Arbeitsgruppen und Netzwerken wurden in den jeweiligen Berichten für die Präsentation bei der nächsten Minister/innen-Konferenz in Bukarest 2012 festgehalten:

Auch die European University Association (EUA), die European Association of Institutions in Higher Education (EURASHE), die European Students´ Union (ESU), Education International (EI), die European Association for Quality Assurance in Higher Education (ENQA), sowie das European Quality Assurance Register for Higher Education (EQAR) verfassten in gewohnter Weise Positionspapiere:

Am 26. und 27. April 2012 fand in Bukarest, Rumänien, die siebente Bologna Minister/innen-Konferenz statt. Ziel war, 13 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele in allen 47 am Bologna Prozess teilnehmenden europäischen Ländern und auf europäischer Ebene aufzuzeigen und weitere Schritte zur Vollendung des Europäischen Hochschulraums nach 2012 festzulegen, sowie die Struktur an die aktuellen Entwicklungen anzupassen.

 

Der in Bukarest vorgestellte Bericht The European Higher Education Area in 2012: Bologna Process Implementation Report über den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele auf europäischer Ebene und in den einzelnen teilnehmenden Ländern, umfasst Bologna-Ziele wie, u.a., Qualitätssicherung, die dreigliedrige Studienstruktur und die soziale Dimension, sowie auch die Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen und die Umsetzung der nationalen Qualifikationsrahmen.
Der europäische Hochschulraum sieht sich aktuell mit einer ständig wachsenden Bandbreite an sozialen Herausforderungen, an strukturellen Bildungsreformen, an der Entwicklung und Einbettung von Qualitätssicherungssystemen und an Mobilitätsmechanismen konfrontiert.

 

Auf Österreich bezogen wurde in den Bereichen der Studienarchitektur, bei der Umsetzung des nationalen Qualifikationsrahmens und bei der Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen Adaptierungsbedarf festgestellt.


Es wurde zudem dargelegt, dass Österreich ein überdurchschnittliches Förderwesen für Studierende sowie Steuererleichterungen und weitere finanzielle Erleichterungen  für deren Eltern anbietet.


Auch liegt Österreich mit seinem Anteil an Studierenden in Joint Degree Programmen hinter Schottland europaweit an zweiter Stelle. Gemeinsame Programme werden vor allem in den MINT- und Wirtschaftsfächern angeboten.


Hinsichtlich des Bukarest Kommunikees PDF (englisch, 105 KB) | PDF (deutsch, 112 KB), wurden als Schwerpunkte für die europäische Ebene für die Zeit bis zur nächsten Minister/innen-Konferenz 2015 die Konsolidierung der weiteren Umsetzung aller Bologna-Ziele, insbesondere im Bereich der Studienarchitektur, der Qualitätssicherung, der Stärkung der sozialen Dimension sowie im Bereich des lebenslangen Lernens und des studierendenzentrierten Lernens vereinbart. Besonderes Augenmerk wurde auf die Förderung der Mobilität gelegt, mit dem Ziel, dass bis 2020 mindestens 20% der Graduierten im europäischen Hochschulraum einen studienrelevanten Auslandsaufenthalt absolviert haben. In Österreich lag die  Graduiertenquote damals  bereits bei 18,6 %.


Wissenschaftsminister Töchterle nutzte in diesem  Zusammenhang die Gelegenheit, besonders auf die Gefahren einseitiger, unausgewogener Mobilität hinzuweisen und unterstrich die Notwendigkeit, bilaterale und auch multilaterale Lösungen zu suchen, um faire Bedingungen für die Mobilität im gesamten europäischen Hochschulraum zu gewährleisten. Dies fand auch Berücksichtigung im Bukarest Kommunikee.


Weiters soll eine bessere europaweite Datenlage insbesondere für die Bereiche Mobilität, soziale Dimension und Beschäftigungsfähigkeit das Monitoring verbessern. Diesbezüglich haben die Ministerinnen und Minister die von der Bologna Follow-up Gruppe ausgearbeitete EHEA-Mobilitätsstrategie “Mobility for Better Learning – Mobility strategy 2020 for the European Higher Education Area” verabschiedet.


Im Anschluss an die Konferenz wurde die Fortsetzung des in Leuven/Louvain-la-Neuve 2009 und Wien 2010 begonnenen politischen Hochschuldialogs, das dritte Bologna Policy Forum, mit Vertreterinnen und Vertretern von europäischen und außereuropäischen Staaten sowie von europäischen und internationalen Organisationen durchgeführt. Die Diskussionsergebnisse finden sich im Third Bologna Policy Forum Statement.


Offizielle website: Opens external link in new windowBologna Ministerial Conference 2012 Bucharest

 

Die nächste Bologna Minister/innen-Konferenz wird 2015 in Jerewan, Armenien, stattfinden.