Von Bukarest 2012 bis Jerewan 2015

Sofort nach der Bukarest-Konferenz begann eine intensive Phase der Umsetzung des neuen Arbeitsprogramms durch folgende Arbeitsgruppen und Netzwerke:

Die “Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area” wurden überarbeitet und ein “European Approach for Quality Assurance of Joint Programs” vorgestellt.

Österreich führte seine Politik der aktiven Beteiligung und Mitgestaltung des europäischen Hochschulraums weiter und war in allen Arbeitsgruppen mit Expertinnen und Experten vertreten; in der AG „Mobility and Internationalization“ hatte Österreich den Co-Vorsitz inne.

Belarus wurde als 48. Mitgliedsland aufgenommen, muss jedoch aufgrund gewisser Defizite und Umsetzungsrückstände bis zur nächsten Konferenz 2018 in Paris ein Pflichtenheft („roadmap“) abarbeiten.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit anderen Regionen der Welt („Bologna Policy Forum“), die bisher hauptsächlich nur über bestehende bilaterale und multilaterale (EU-)Netzwerke funktioniert, sollen Themen für gemeinsame Projekte und ein entsprechender Zeitplan zur Umsetzung ausgearbeitet werden.

Am 14. und 15. Mai fand in Jerewan die insgesamt achte Bologna-Konferenz der für die Hochschulbildung zuständigen Ministerinnen und Minister statt. Es ging diesmal auch besonders darum, der Schaffung eines europäischen Hochschulraums einen neuen Impuls zu geben. Mehr denn je muss die Hochschulbildung einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung unserer großen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Probleme leisten. Der Einsatz neuer Technologien und innovativer pädagogischer Konzepte in Lehre und Lernen,  der verstärkte Dialog zwischen Hochschulen und Wirtschaft sowie die Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen für die Studierenden, sind wichtige nächste Schritte, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Das „Jerewan Kommunikee“ betont insbesondere die Wichtigkeit und Qualität der Lehre und des Lernens, die lebensbegleitende Weiterbildung und damit verbesserte Berufsfähigkeit sowie die entsprechende Öffnung der Hochschulbildung und größere Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Hochschulsparten.

Die unbeschränkte Mobilität von Studierenden, Lehrenden, Hochschulpersonal und Forschenden gilt weiterhin als oberste Priorität. Strukturreformen sollen helfen, die EHR-Instrumente fertig umzusetzen, bei denen noch Verzögerungen festzustellen sind (z.B. faire und transparente Anerkennung, ECTS).

Spezielle Forderungen des Kommunikees betreffen die Einbeziehung von „short cycles“, die Umsetzung der Lissabonner Anerkennungskonvention, die Anerkennung von vorher erworbenen Kompetenzen, die Erarbeitung einer Strategie zur sozialen Dimension sowie die Förderung der Mobilität von Universitätspersonal und die Verwendung von nationalen Stipendien und Krediten für transnationale Studien.

Der anlässlich jeder Ministerkonferenz veröffentlichte Umsetzungsbericht „The European Higher Education Area in 2015: Bologna Process – Implementation Report“ stellt fest, dass der Europäische Hochschulraum an einem Scheidepunkt angelangt ist. Er muss nun wesentlich gestärkt werden, um einen entsprechenden Beitrag zur Lösung unserer mannigfaltigen Probleme leisten zu können.

Der Bericht gibt einen Überblick über die Umsetzung im gesamten EHR und weist auf jene Themen und Länder hin, bei denen noch Nachholbedarf besteht.

Viertes Bologna Policy Forum Statement

Berichte der institutionellen Mitglieder der Bologna Follow-up Gruppe:

Education International:Report from Education International to the EHEA Ministerial Conference and Leaflet

ENQA:Report to Ministers Responsible for Higher Education in the EHEA

EQAR - Message to the EHEA Ministerial Conference

ESU:European Students’ Union Statement to the Ministerial Conference, ESU’s Policy on the Bologna Process and the European Higher Education Area
Bologna With Student Eyes 2015 Executive Summary

EUA:Trends 2015: Learning and Teaching in European Universities

EURASHE:Recommendations from Professional Higher Education, 2015 Yerevan Ministerial Conference

Offizielle Website: Bologna Ministerial Conference 2015 Jerewan

Die nächste Bologna Minister/innen-Konferenz wird 2018 in Paris stattfinden.
Wie bisher werden Arbeitsgruppen das von den Ministerinnen und Ministern in Jerewan in Auftrag gegebene Arbeitsprogramm in diesen drei Jahren umzusetzen versuchen.

Österreich ist wie bisher in den meisten Arbeitsgruppen durch Expertinnen als Mitglieder bzw. Vorsitzende aktiv eingebunden.