Von der Sorbonne 1998 bis Bologna 1999

Der Bologna Prozess begann mit der Unterzeichnung der Opens external link in new window"Sorbonne"- Erklärung durch die für Hochschulbildung zuständigen Minister/innen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und des Vereinigten Königreichs anlässlich der 800 Jahr Feier der Sorbonne im Mai 1998. Diese Erklärung löste – vor allem durch die Verwendung des Begriffs "Harmonisierung der Hochschulsysteme" – heftige Diskussionen unter den Akteur/inn/en der Hochschulbildung in ganz Europa aus. 

Während des österreichischen Vorsitzes in der Europäischen Union fand im Oktober 1998 bei der Konferenz der Bildungsminister/innen der Europäischen Union in Baden bei Wien ein erster Meinungsaustausch über die Sorbonne-Erklärung statt, wobei vor allem von den "kleineren" EU-Staaten eine gemeinsame Vorgangsweise vorgeschlagen wurde. Der italienische Hochschulminister sprach eine Einladung zu einer Minister/innen/konferenz 1999 in Bologna aus.

Ende Oktober 1998 wurde unter österreichischem Vorsitz eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung dieser Konferenz in Bologna eingerichtet. Neben der TROIKA (vorhergehende, gegenwärtige und folgende EU-Präsidentschaft) waren Italien als Gastgeberland, die Sorbonne-Unterzeichnerstaaten, die europäische Rektor/inn/enkonferenz (CRE), die Konferenz der Rektor/inn/enkonferenzen der Europäischen Union und die Europäische Kommission vertreten. In Vorbereitung auf die Konferenz, zu der alle EU-Staaten, EFTA- und EF-TA/EWR-Staaten und assoziierte Staaten eingeladen wurden, wurde eine Studie über die Trends in der Hochschulbildung in den EU und EFTA/EWR-Staaten – Trends I erstellt.

Als Ergebnis der Minister/innen/konferenz in Bologna im Juni 1999 wurde die sogenannte Opens external link in new windowBologna-Erklärung von 31 Minister/inne/n aus 29 Staaten unterzeichnet.

Ziel der Bologna-Erklärung ist die Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis 2010. Dies soll durch die Umsetzung der sogenannte Bologna-Ziele erreicht werden:

  • Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse (Diploma Supplement); 
  • Schaffung eines zweistufigen Studiensystems; 
  • Einführung eines Leistungspunktesystems nach dem ECTS-Modell; 
  • Förderung größtmöglicher Mobilität von Studierenden, Lehrer/inne/n, Wissenschafter/innen und Verwaltungspersonal; 
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung; 
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich.

Als Termin für die erste Bologna-Nachfolgekonferenz wurde 2001 in Prag festgesetzt.