Von Leuven/Louvain-la-Neuve 2009 bis Budapest-Wien 2010

Im Leuven – Kommunikee 2009 haben die Minister/innen für Hochschulbildung der am Bologna Prozess teilnehmenden Länder folgende Prioritäten für die weitere Umsetzung der Bologna-Ziele in der nächsten Dekade formuliert:

  • Soziale Dimension: Gerechtigkeit beim Hochschulzugang und bei der Vollendung des Studiums
  • Lebenslanges Lernen
  • Beschäftigungsfähigkeit
  • Studierendenzentriertes Lernen und der Lehrauftrag der Hochschulen
  • Bildung, Forschung und Innovation
  • Internationale Offenheit
  • Mobilität
  • Datenerhebung
  • Multidimensionale Transparenzinstrumente
  • Finanzierung

Auf Grundlage dieser Prioritäten hat die europäische Bologna Follow-up Gruppe das Arbeitsprogramm 2009 -2012 verabschiedet, welches die Arbeitsgruppen Mobility, Recognition, Social Dimension, International Openness, Qualifications Framework und Transparency Mechanisms sowie das Network of Experts in Student Support in Europe (NESSIE), das Network of NQF correspondents, das Recogniton of Prior Learning Network und das EHEA Information & Promotion Network vorsieht.

 

Künftig wird es nur noch einen integrierten Bericht für alle Arbeitsgruppen geben. Die Erstellung dieses Berichts übernimmt die Arbeitsgruppe Reporting on the Implementation of the Bologna Process.

 

Österreich war in der Umsetzung der Bologna-Ziele zum Aufbau eines europäischen Hochschulraums von Anfang an eines der pro-aktiven Länder und hat mit dem Universitätsgesetz 2002 ein oft verwendetes Beispiel guter Praxis geschaffen. In der Arbeitsetappe 2009 – 2012 war Österreich erstmals in allen Arbeitsgruppen durch Expert/inn/en vertreten und konnte so einmal mehr einen konstruktiven Beitrag zum Gelingen des Europäischen Hochschulraums leisten.

 

Neben der weiteren Umsetzung der Bologna-Ziele und –Prioritäten stand vor allem das erste Jahr nach Leuven ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die Bologna Ministerial Anniversary Conference 2010 in Budapest und Wien.
Die österreichisch-ungarische Bewerbung zur Abhaltung dieser Jubiläumskonferenz, die außerhalb der regulären, alle zwei Jahre stattfindenden Minister/innen- Konferenzen durchgeführt wurde, ist von der europäischen Bologna Follow-up Gruppe einstimmig angenommen worden.
Es wurde ein österreichisch-ungarisches Organisationskomitee gegründet; mit der organisatorischen Durchführung in Österreich wurde die OeAD (Österreichischer Austauschdienst)-GmbH beauftragt.

 

Die Europäische Kommission beauftragte anlässlich der Jubiläumskonferenz ein internationales  unabhängiges Forscher/innen-Konsortium mit der Erstellung eines Independent Assessment Report, der einen Überblick über die aktuelle Situation im Bologna Prozess bieten, die erreichten Fortschritte aufzeigen und Schlussfolgerungen ziehen sollte.

 

Bologna Ministerial Anniversary Conference 2010
Bologna – JubiläumsMinister/innen-Konferenz 2010
Budapest-Wien, 11.–12. März 2010 

 

 

Aus Anlass der Evaluierung der Umsetzung des Bologna Prozesses sowie des offiziellen Starts des europäischen Hochschulraums fand am 11. – 12. März 2010 in Budapest und Wien eine Konferenz der für Hochschulbildung zuständigen Ministerinnen und Minister, der Europäischen Kommission sowie der beratenden Mitglieder des Bologna Prozesses, d.h. des Europarats, der UNESCO, der europäischen Dachverbände der Hochschuleinrichtungen, der Studierenden, der Lehrenden und der Arbeitsgeber sowie der Qualitätssicherungsagenturen statt.


Im Mittelpunkt dieser Tagung stand die Präsentation und Diskussion der Evaluierung der bisherigen Umsetzung des Bologna Prozesses. Grundlage dafür waren ein von der Europäischen Kommission beauftragter und von einer unabhängigen Forschungsgruppe erstellter Evaluierungsbericht
The Bologna Process Independent Assessment: The first decade of working on the European Higher Education Area.  


Executive summary: Overview and conclusions (PDF, 390 KB)

Volume 1: Detailed assessment report (PDF, 2.2 MB)    
Volume 2: Case studies and appendices (PDF 1.5 MB)

 

sowie der von der European University Association (EUA) erstellte EUA Trends 2010 Report, EURASHE ‘S 10 Commitments for the European Higher Education Area in 2020 der European Association of Institutions in Higher Education, der von der European Students´ Union (ESU) verfasste Report Initiates file downloadBologna at the Finish Line. , das EI Statement to the Bologna Anniversary Ministerial Conference von Education International – Pan-European Structure, der ENQA Report to the Bologna Ministerial Anniversary Conference der European Association for Quality Assurance in Higher Education (ENQA) und der EQAR Annual Report 2009 des European Quality Assurance Register for Higher Education.

 

Auf Basis der daraus gezogenen Schlussfolgerungen und des sich ergebenden Handlungsbedarfs für den Bologna Prozess nach 2010 wurde die 2009 bei der Minister/innen-Konferenz in Leuven/Louvain-la-Neuve, Belgien, beschlossene Ausrichtung des weiteren Bologna-Follow-up für die folgenden Jahre entsprechend angepasst und in der Budapest-Wien Deklaration festgeschrieben. Dabei wurde die Notwendigkeit der stärkeren Einbeziehung der Betroffenen, insbesondere der Studierenden und des Hochschulpersonals auf europäischer, nationaler und vor allem institutioneller Ebene betont. Nur durch enge Kooperation aller Beteiligten können eine Steigerung der Mobilität, die Verbesserung von Lehre und Lernformen an den Hochschuleinrichtungen, die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der Graduierten sowie ein Angebot an qualitativ hochwertiger Hochschulbildung für alle erreicht werden. Große Bedeutung werde auch einer besseren Kommunikation und Vermittlung der Ziele und Inhalte des Bologna Prozesses zukommen.


Die Ministerinnen und Minister unterstrichen die große Verantwortung der Hochschuleinrichtungen im Rahmen der Umsetzung der Bologna-Ziele hinsichtlich der Stärkung einer friedlichen, demokratischen Gesellschaft und des sozialen Zusammenhalts und erneuerten ihr Bekenntnis zu akademischer Freiheit und Autonomie.


Gleichzeitig wurde die öffentliche Verantwortung für Hochschulbildung und die Notwendigkeit der Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen in einem von der öffentlichen Hand gestalteten und begleitenden Rahmen unterstrichen. Anstrengungen werden insbesondere hinsichtlich der sozialen Dimension unternommen werden.


Im Rahmen der Konferenz wurde Kasachstan nach Ratifizierung der europäischen Kulturkonvention als 47. Land in den Kreis der Bologna-Länder aufgenommen.

 

Opens external link in new windowOffizielle website zur Bologna Ministerial Anniversary Conference 2010

 

Im Anschluss an die Konferenz trafen sich am 12. März in Wien die Vertreterinnen und Vertretern von 47 europäischen und 24 außereuropäischen Staaten sowie von 11 europäischen und internationalen Organisationen zu einem politischen Hochschuldialog, dem zweiten Bologna Policy Forum. Die Diskussionsergebnisse wurden im Bologna Policy Forum Statement festgehalten.