Von London 2007 bis Leuven/Louvain-la-Neuve 2009

Entsprechend dem auf Basis des London Kommunikees 2007 erstellten Arbeitsprogramm 2007 – 2009 wurden auf europäischer Ebene Arbeitsgruppen eingesetzt. Österreich war in der Arbeitsgruppe The European Higher Education Area in a global setting (hier als Vorsitz), im Network on Student Support, in der Mobility Coordination Group und in der Arbeitsgruppe Employability vertreten.
Weiters gab es Arbeitgruppen zu Data collection und Stocktaking sowie Koordinierungsgruppen zu Lifelong Learning, Qualifications Frameworks und Social Dimension. Die jeweiligen Opens external link in new windowBerichte wurden bei der Minister/innen-Konferenz in Leuven präsentiert.

Auch formulierten die am Bologna Prozess beteiligten Organisationen für die bevorstehende Minister/innen-Konferenz in gewohnter Weise ihre
Opens external link in new windowPositionen.

Hervorzuheben ist der Bericht BOLOGNA beyond 2010 - Report on the development of the European Higher Education Area. Dieses Papier richtet sich an die Minister/innen für Hochschulbildung als Information über den aktuellen Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele. Wie aus den diversen Bestandsaufnahmen hervorgeht, ist der Umsetzungsgrad in den einzelnen Bologna-Ländern und zusätzlich zwischen den Hochschulinstitutionen bzw. den Fachrichtungen sehr unterschiedlich. Zudem führen die Komplexität der Zielsetzungen und die Beteiligung der Vielzahl von Personen und Institutionen dazu, dass eine vollständige Umsetzung in allen Bologna-Staaten bis 2010 nicht zu erreichen sein wird.

In diesem Sinn bietet der Report gleichzeitig einen Ausblick auf die Zeit nach 2010. Er ist ein erster Hinweis in Richtung Implementierung der einzelnen Vorgaben des Leuven Kommunikees, wobei sich bereits die Hauptlinien für die zweite Dekade des Bologna Prozesses abzeichnen.

Vom 28. - 29. April 2009 fand in Leuven und Louvain-la-Neuve, Belgien die 
Opens external link in new windowsechste Bologna Minister/innen-Konferenz statt, deren Ziel es war, zehn Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele in allen damals 46 am Bologna Prozess teilnehmenden europäischen Ländern und auf europäischer Ebene aufzuzeigen und weitere Schritte zur Vervollständigung des Europäischen Hochschulraums nach 2010 festzulegen, sowie die Struktur an die Entwicklungen anzupassen.

Im Rahmen der Konferenz wurde der Stocktaking Report 2009 - Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele auf europäischer Ebene und in den einzelnen teilnehmenden Ländern vorgestellt. Bewertet wurden wiederum die drei prioritären Bologna-Ziele Qualitätssicherung, die zweigliedrige Studienstruktur und Anerkennungsfragen sowie zusätzlich die Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen sowie die Umsetzung der nationalen Qualifkationsrahmen. Österreich lag insgesamt bei der Umsetzung im europäischen Spitzenfeld. Im Bereich der Studienarchitektur zeigten die aktuellen Zahlen, dass 82 Prozent der Studienrichtungen an Universitäten und 95 Prozent der Fachhochschulen bis zum Wintersemester 2008/2009 in zweistufige Bachelor-/Master-Studien umgewandelt worden sind. Insgesamt gab es zu diesem Zeitpunkt 298 Bachelor- und 455 Master-Studien an den Universitäten sowie 180 Bachelor- und 89 Master-Studienprogramme im Fachhochschulbereich. Im Bereich der Anerkennungs- und Akkreditierungsfragen lag der Umsetzungsgrad in Österreich bereits bei 100 Prozent. Nachholbedarf bestand für Österreich bei der Umsetzung des nationalen Qualifikationsrahmens sowie der Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen, wo Österreich im europäischen Durchschnitt lag. ´

Hauptthema war die Diskussion des Entwurfs des Leuven-Kommunikees, (Deutsche Version: Download), [Hinweis: Bei der deutschen Übersetzung handelt es sich um ein für den deutschen Sprachraum zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinschaftlich erstelltes Dokument. Im Zweifelsfall gilt die offizielle englische Version.]

Als Schwerpunkt für die folgenden zehn Jahre wurde die vollständige Umsetzung aller Bologna-Ziele, insbesondere im Bereich der Studienarchitektur, der Qualitätssicherung, der Anerkennung, der Beschäftigungsfähigkeit und der Relevanz der Abschlüsse für den Arbeitsmarkt, der Stärkung der sozialen Dimension sowie im Bereich des lebenslangens Lernens und der internationalen Kooperation festgelegt. Besonderes Augenmerk sollte auf die Förderung der Mobilität gelegt werden mit dem Ziel, dass bis 2020 mindestens 20 Prozent der Graduierten im Europäischen Hochschulraum einen studienrelevanten Auslandsaufenthalt absolviert haben. Eine bessere europaweite Datenlage sollte insbesondere für die Bereiche Mobilität, soziale Dimension und Beschäftigungsfähigkeit das Monitoring verbessern.

Angesichts der zu dieser Zeit aktuellen Finanz- und Wirtschaftslage wiesen die Minister/innen auf die wichtige Rolle der Hochschulbildung im Wissensdreieck Bildung – Forschung – Innovation für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung hin. Im Kontext der öffentlichen Verantwortung für die prioritäre Bereitstellung von Mitteln für Hochschulbildung galt es aber auch, zusätzliche Finanzquellen für die autonomen Hochschuleinrichtungen zu erschließen.

Die Konferenz unterstrich die Bedeutung der partnerschaftlichen aktiven Teilnahme autonomer Hochschuleinrichtungen, der Studierenden sowie anderer Partner/innen für die erfolgreiche Umsetzung des Prozesses.

Der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn nutzte die Konferenz in Leuven, um  gemeinsam mit dem ungarischen Staatssekretär für Internationale Beziehungen im Ministerium für Bildung und Kultur, Ferenc Csák, die Bologna-Minister/innen anlässlich des für die Einrichtung des Europäischen Hochschulraums vereinbarten Datums 2010 zur Opens external link in new windowBologna-Ministerial Anniversary Conference nach Budapest und Wien einzuladen.

Im Anschluss an die Bologna Follow-up Minister/innen/konferenz in Leuven wurde das Opens external link in new windowerste Bologna Policy Forumveranstaltet, in dessen Rahmen ein Erfahrungsaustausch aller am Bologna-Prozess teilnehmenden Länder mit Vertreter/innen 15 interessierter Staaten aus allen Kontinenten stattfand. Die Ergebnisse dieser Zusammenkunft sind im Bologna Policy Forum Statement festgehalten.

Das zweite Bologna Policy Forum wurde für 2010 in Wien anberaumt.