Erasmus 2021 bis 2027 – eine europäische Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt

Erasmus+, das EU Programm für Bildung, Jugend und Sport hat sich dank seiner soliden finanziellen Ausstattung, der aktiven Teilnahme von Institutionen aus dem Bildungs-, Jugend und Sportsektor und der regen Beteiligung von EU-Bürger/innen aller Altersklassen zu einem europäischen Erfolgsmotor entwickelt. Erasmus+ fördert durch Mobilitäten und Kooperationsmöglichkeiten nachweislich europäisches Bürgerverständnis und den europäischen Integrationsgedanken. Ziele, die es neben Bestrebungen wie Qualitätssteigerung oder Internationalisierung im Bildungsbereich jedenfalls wert sind, weiter verfolgt und finanziell nachhaltig gefördert zu werden. So haben die europäischen Bildungsminister unter österreichischem EU-Ratsvorsitz am 26.11.2018 die Weichen für das Nachfolgeprogramm Erasmus 2021 bis 2027 gestellt und die partielle gemeinsame Ausrichtung, basierend auf einem Vorschlag der Europäischen Kommission vom Mai diesen Jahres, beschlossen.

In einem nächsten Schritt wird die angenommene Ratsposition als Grundlage für Verhandlungen im Europäischen Parlament herangezogen.

Was ist neu an Erasmus 2021 bis 2027?

Mehr Mobilität
Mit einem höheren Budget sollen deutlich mehr Mobilitäten gefördert werden. Lag die Zielzahl für 2014 bei 2020 bei vier Millionen Auslandsaufenthalten, so sollen in der Programmperiode 2021 bis 2027 rund zwölf Millionen Menschen am Programm teilnehmen können. Wobei Teilnahme hier nicht notwendigerweise eine physische Mobilität bedeuten muss, auch neue Formen, wie virtuelle Mobilitäten werden unter Erasmus 2021 bis 2027 in Auge gefasst.

Zugang für alle
Dahinter steht die Überlegung, das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ deutlich inklusiver zu gestalten. Unter Erasmus+ hat sich gezeigt, dass für viele Menschen eine Programmteilnahme noch nicht möglich ist, weil für sie aufgrund von Benachteiligungen (in ihren persönlichen, sozialen, physischen Lebensumständen) die Hürde zu groß ist. Dies soll mit dem neuen Programm verbessert werden, sowohl auf institutioneller als auch auf persönlicher Ebene sollen Menschen und Einrichtungen leichter teilnehmen können.

Innovation und Kontinuität
Erasmus+ ist äußerst erfolgreich, die Zwischenevaluierung hat dem Programm ein exzellentes Zeugnis ausgestellt. Begünstigte von Erasmus+ betonen den nachhaltigen Effekt auf ihre persönliche, soziale oder berufliche Entwicklung. Für Institutionen zeigt sich der Mehrwert durch internationale Kooperation, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Entwicklungsvorhaben, die auch auf die nationalen Bildungssysteme rückwirken. Bewährtes wird daher auch 2021 bis 2027 fortgeführt, die Hauptaktivitäten des Programmes – grenzüberschreitende Mobilität für Menschen aller Altersgruppen, die Zusammenarbeit im Rahmen europäischer Projekte sowie die Unterstützung politischer Reformen in den drei Politikbereichen Bildung, Jugend und Sport sollen weiterhin die zentralen Aufgaben bleiben.

Innerhalb der Hauptaktivitäten des Programmes sind jedoch auch Änderungen, Weiterentwicklungen bzw. Verbesserungen vorgesehen.

Diese betreffen folgende Bereiche:

  • starker Fokus auf Mobilität von Schülerinnen und Schülern (diese soll in Zukunft unter der Leitaktion Mobilität stattfinden)
  • Ermöglichung von noch mehr kurzen Lernaufenthalten im Ausland
  • Ausweitung der Teilnahme im Rahmen von integriertem Lernen („Blended Learning“)
  • Weltweite Zusammenarbeit und Mobilität über die europäischen Grenzen in der beruflichen Bildung (bisher nur in der Hochschulbildung)
  • Einführung von sogenannten „Small Scale Partnerships“ (für kleinere Einrichtungen, die sonst nur schwer zu erreichen sind, geringere organisatorische Leistungsfähigkeit, geringere Fördersummen, kürzere Dauer)
  • European Universities als eine neue Form der Kooperation zwischen Hochschuleinrichtungen
  • Weiterführung des „Europäischen Solidaritätskorps“ in einem eigenständigen Programm (Jugend)
  • Fortsetzung des Strukturierten Dialogs als „EU YOUTH Dialogue“ (Jugend)
  • Neue Aktivitäten „Discover EU“ (Jugend)
  • Mobilität von Trainern und Beschäftigten im Sportbereich

Effizientere und einfachere Verwaltung
So soll z.B. die Projektantragstellung vereinfacht werden und flexible Lösungen für alle Zielgruppen des Programms vorsehen. Einstiegshürden sollen auch hier gesenkt bzw. beseitigt werden. Bestehende Verwaltungstools werden nicht neu entwickelt sondern angepasst, ein reibungsloser Übergang von Erasmus+ auf Erasmus 2021 bis 2027 hat oberste Priorität. So wird bereits jetzt begonnen, an klaren und stabilen Regelungen für die Durchführung ab 2021 zu arbeiten.

Die nächsten Schritte

Nach der Einigung auf die gemeinsame partielle Ausrichtung steht die Beratung des Nachfolgeprogramms im Europäischen Parlament an. Die Einigung auf ein endgültiges Programmbudget zwischen den europäischen Mitgliedstaaten, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission wird ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur endgültigen Verabschiedung des Programmes darstellen. Von einem zeitgerechten Programmstart am 1.1.2021 ist derzeit jedenfalls auszugehen.