Ausbau des Fachhochschulsektors Studienjahr 2018/19

Zielsetzung und Schwerpunkte

Im Zuge der Reform der Stabilitätsabgabe für Finanzinstitute und der damit in Verbindung stehenden Investitionen in Zukunftsbereiche für Bildung, Wissenschaft und Forschung beabsichtigt die Bundesregierung gemäß Ministerratsvortrag vom 12. Juli 2016 den Ausbau von FH-Studienplätzen. Aus den für Bildungs- und Forschungsmaßnahmen zweckgebundenen Mitteln sollen zusätzliche Studienplätze zur Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte im Bereich der MINT-Fächer geschaffen werden.

Für das Studienjahr 2018/19 ist als erster Ausbauschritt vorgesehen, 450 neue Anfängerinnen- und Anfänger-Studienplätze für FH-Studiengänge bundesseitig zu finanzieren.
Diese Maßnahme korrespondiert ferner mit dem Arbeitsprogramm der Bundesregierung 2017/18, in dem ein Ausbau von Studienplätzen in MINT-Fächern als Ziel festgelegt ist.

Der übergeordnete zentrale Fokus dieses Ausbauschrittes liegt folglich im MINT-Bereich und im Ausbau bestehender sowie in der Förderung neuer und innovativer Studienangebote, die auf die Ausbildung geeigneter Fachkräfte für die sich im Rahmen der digitalen Transformation wandelnden Berufsfelder abzielen. Mit Bezugnahme auf das Projekt „Zukunft Hochschule“ stellen in diesem Zusammenhang Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Studiengängen und Standorten sowie Kooperationen und berufsermöglichendes Studieren konkrete Schwerpunkte für diese kommende Ausbaustufe dar.

Die zusätzlichen Studienplätze ab dem Studienjahr 2018/19 sind für bereits bestehende oder neue Studiengänge vorgesehen. Die Zuteilung der Studienplätze erfolgt wie bisher unter der Bedingung der Akkreditierung durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria).

Ablauf und Detailbestimmungen

1. Gegenstand

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung stellt 450 zusätzliche geförderte Anfängerinnen- und Anfänger-Studienplätze für FH-Studiengänge ab dem Studienjahr 2018/19 zur Verfügung. Die Höhe der Förderung entspricht zum gegenwärtigen Zeitpunkt grundsätzlich den folgenden angeführten jährlichen Fördersätzen pro Studienplatz:

Fördergruppe

Fördersatz bis 31.12.2018Fördersatz ab 1.1.2019
Für Studienplätze in Studiengängen mit einem Technikanteil von mindestens 50 %€ 8.850,-€ 8.600,-
Für Studienplätze in Studiengängen mit einem Technikanteil von mindestens 25 %€ 7.550,-€ 7.420,-
Für Studienplätze in Studiengängen mit dem Schwerpunkt Tourismus€ 7.050,-€ 6.950,-
Für Studienplätze in allen anderen Studiengängen€ 6.970,-€ 6.850,-

Die zusätzlichen Studienplätze können sowohl für neue Studiengänge als auch
für den Ausbau oder die Erweiterung bestehender Studiengänge vorgesehen werden.

2. Zuteilungskriterien

Bei der Verteilung der Studienplätze stellt die eindeutige Zuordenbarkeit zum thematischen
Schwerpunkt der Ausschreibung (MINT/Digitalisierung) die Grundvoraussetzung für eine Berücksichtigung dar:

  • Vorhaben im MINT-Bereich, speziell im Zusammenhang mit den Anforderungen, die sich aus der digitalen Transformation in den verschiedensten Berufsfeldern ergeben (z.B. im Bereich der mit dem Stichwort Industrie 4.0 zusammenfassbaren neuen Anforderungen in der Produkt- und Prozessgestaltung, der IT-Sicherheit, der Datenanalyse etc.)
    mit den Schwerpunkten
    • Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Studiengängen und Standorten
    • Kooperationen
    • Berufsermöglichendes Studieren

"Berufsermöglichendes Studieren" mit Bezugnahme auf das Projekt „Zukunft Hochschule“ umfasst der Schwerpunkt „Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Studiengängen und Standorten“ einerseits den Ausbau, die Vertiefung oder Ergänzung von bestehenden Studiengängen sowie andererseits die Schaffung von neuen, innovativen Studiengängen, die zur abgestimmten Profilbildung der Fachhochschul-Einrichtung beitragen. Diese Profilschärfung berücksichtigt die intersektorale Arbeitsteiligkeit und komplementäre Abstimmung der hochschulischen Studienangebote und die regionale Konstellation des jeweiligen Hochschulstandortes.

Der Schwerpunkt „Kooperationen“ umfasst im Sinne einer sinnvollen Weiterentwicklung des Hochschulsystems und des Ausbaus der durchlässigkeitsfördernden Zusammenarbeit die Entwicklung von Studiengängen im Rahmen von Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen.

Der Schwerpunkt „Berufsermöglichendes Studieren“ trägt dem Umstand einer immer diverseren Studierendenstruktur Rechnung und umfasst konkrete Maßnahmen zur Berücksichtigung der Vielfalt der zeitlichen Beschäftigungsgruppen der Studierenden in den eingereichten Studiengängen.

Es wird darauf hingewiesen, dass darüber hinaus die Auslastung der fachhochschulischen Einrichtung in fachverwandten Studiengängen, die Ausschöpfung der Finanzierungspotenziale der fachhochschulischen Einrichtung sowie das Aufzeigen von spezifischen Maßnahmen, um Frauen für eine MINT-Studium zu gewinnen, berücksichtigt werden.

3. Zuteilung und Akkreditierung

Die Vorhaben werden vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft geprüft und danach erfolgt die Zuteilung der Studienplätze. Die Zuweisung der Bundesmittel für diese Studienplätze erfolgt nur unter der Bedingung der Akkreditierung durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria).

4. Zielgruppe

Erhalter von Fachhochschul-Studiengängen, die eine Akkreditierung als Fachhochschul-Einrichtung vorweisen, können Vorhaben einbringen. Die Zuweisung der Bundesmittel zu Studienbeginn setzt jedenfalls die entsprechende institutionelle Akkreditierung des Erhalters voraus.

5. Einbringung der Unterlagen und Inhalte

Für die Einbringung der neuen Studienplätze der Vorhaben steht für bestehende Erhalter die Applikation „FH Ausbau ab 2018/19“ im Rahmen der BIS Applikation zur Verfügung. Die Berechtigung für die Benutzung der Applikation FH Ausbau ab 2018/19 ist ident mit den Berechtigungen der Applikation UV (Umschichtungsvorhaben); d.h. wenn eine benutzerberechtigte Person Zugriff auf die Applikation UV hat, dann hat diese Person automatisch auch Zugriff auf die Applikation FH Ausbau ab 2018/19. Es sind daher keine zusätzlichen Berechtigungen für die Applikation FH Ausbau ab 2018/19 zu vergeben.

Die Applikation FH Ausbau ab 2018/19 ist für den Zeitraum 11. Juli 2017 bis einschließlich 1. September 2017 über den Link http://www.FH-Ausbau.at verfügbar. Beim Upload des Antrages ist eine Vorhabens-Beschreibung für jeden einzelnen Studiengang mit folgenden Inhalten auszufüllen und mitzuschicken (maximal 3 Seiten pro Vorhaben):

  • Fachrichtung des Studienganges
  • Berufsbegleitend und/oder Vollzeit bzw. berufsermöglichend
  • Dauer des Studienganges
  • Zahl der Anfängerinnen- und Anfängerplätze und Plätze im Vollausbau
  • Allgemeine Beschreibung des Vorhabens
  • Welchen Kriterien wird entsprochen
  • Auslastung in fachverwandten Studiengängen
  • Ausschöpfung der Finanzierungspotentiale
  • Aufzeigen von Maßnahmen, um Frauen für ein MINT-Studium zu gewinnen

Für technische Fragen steht der BIS Helpdesk gerne zur Verfügung.

6. Zeitplan

Folgende Termine sind zu beachten:

  • Ausstellung Fördervertrag: bis 30. September 2018
  • Zuweisung Bundesmittel: ab 1. Oktober 2018
  • Einbringung von Vorhaben: 11. Juli bis 1. September 2017
  • Rückfragen und Entscheidung BMBWF: Oktober 2017