Mag. Dr. Susanne SACKL-SHARIF, Bakk. M.A.

Zur Person
Susanne Sackl-Sharif absolvierte 2002–2007 das Diplomstudium Musikwissenschaft an der Universität Graz, 2005–2008 ebendort das Bachelorstudium Soziologie, 2008-2010 das Masterstudium Soziologie und 2007–2014 das Doktoratsstudium Musikwissenschaft & Kultursoziologie.
2012 gewann Susanne Sackl-Sharif den ersten Grazer Doktorand_innen Science Slam mit einer Performance über Männlichkeiten im Musikgenre Metal. Auf ihre Expertise zum Thema Geschlechterrepräsentationen in der Popularmusik wurde in Radiobeiträgen (u.a. für Ö1, Radio Burgenland, Radio Helsinki) und Medienberichten (Der Standard, Die Presse, Kleine Zeitung etc.) zurückgegriffen. Ihre Dissertation wurde durch ein Stipendium für Doktorandinnen der Universität Graz finanziert, mit dem Josef-Krainer-Preis 2015 ausgezeichnet und erschien 2015 bei Budrich UniPress, Opladen–Berlin–Toronto.

2010–2012 war Susanne Sackl-Sharif 1. Vorsitzende des „Dachverbands der Studierenden der Musikwissenschaften e. V.“ (DVSM e.V.), 2010 und 2012–2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Geschlechtersoziologie & Gender Studies des Instituts für Soziologie der Universität Graz, 2014–2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Spectro – gemeinnützige Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung GmbH Graz/Wien. Seit 2014 ist sie kooptiertes Vorstandsmitglied der „Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung“ (ÖGGF).

Seit 2013 hat sie Lehraufträge für Geschlechterforschung an den Universitäten Graz und Salzburg sowie an der Kunstuniversität Graz.

Zur ausgezeichneten Arbeit
Susanne Sackl-Sharif legt mit ihrer Dissertation eine methodisch wie theoretisch herausragende Arbeit vor, die einen wertvollen Beitrag für die Geschlechterforschung und die Musikwissenschaft darstellt. In ihrem interdisziplinären Design verknüpft die Autorin unterschiedliche methodologische Ansätze auf intelligente Art und Weise und erarbeitet dadurch neue, interessante und originelle Ergebnisse aus geschlechter-theoretischer Perspektive anhand des popular-kulturellen Phänomens „Metal“, den Interaktionen von Musikpräferenz, Freizeitverhalten und Mediennutzung.

Die Arbeit besticht durch die innovative Verschränkung ethno-methodologischer Ansätze (doing gender) und wissenssoziologischer Zugänge zu einer Typologie von Geschlechterwissen. Neben visuellem Geschlechterwissen fokussiert Susanne Sackl-Sharif besonders auf auditives Geschlechterwissen und die Interaktionen dieser Aspekte in der Praxis der Rezeption. Im Zentrum ihrer subtilen Methodologie steht die Adaption des Bourdieuschen Feld- und Habitus-Konzepts auf den Untersuchungs-gegenstand, indem insbesondere das Verhältnis von feldspezifischem Geschlechterwissen zu Alltagswissen über geschlechtsspezifische Zuschreibungen untersucht wird: Wer gehört zum Feld „Metal“? Was gilt als „Mädchenmetal?“ Wie wird über diese Kategorisierung Zugehörigkeit zum Feld definiert? Wer entscheidet, wer dazu gehört und wo die Grenzen, etwa zu anderen Musikrichtungen, gezogen werden?

Der differenzierende Ansatz ermöglicht es Susanne Sackl-Sharif einem Grundproblem qualitativer Sozialforschung konstruktiv zu begegnen: der Schwierigkeit, das Alltagswissen der Forschenden über den zu erforschenden Gegenstand unreflektiert als Ausgangspunkt der empirischen Erhebungen zu übernehmen.

Die von Susanne Sackl-Sharif entwickelte Herangehensweise eignet sich nicht nur für die Erforschung von Metal, sie ist auch auf andere, vergleichbare kultursoziologische Forschungsfelder übertragbar. Darüber hinaus ist Susanne Sackl-Sharifs Arbeit auch ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Jugend- und Migrant/innenforschung.