Univ.-Prof. Dr. Alexandra KAUTZKY-WILLER

Zur Staatspreisträgerin
Die herausragende Wissenschaftlerin Alexandra Kautzky-Willer ist durch ihr berufsbezogenes soziales Engagement eine wichtige Stütze für die Weiterentwicklung von Gendermedizin und ein Vorbild für junge Wissenschafterinnen. Als Mentorin fördert sie Frauen in der Wissenschaft, in ihrer Funktion als Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlung der Medizinischen Universität Wien versucht sie an der Medizinischen Universität Wien Frauenkarrieren zu unterstützen und Diskriminierungen von Frauen bei Stellenausschreibungen, Habilitationen und Berufungen entgegenzuwirken. Gleichzeitig ist sie in der Österreichischen Ärztekammer im Referat Gender Mainstreaming tätig.

Seit 1. Januar 2010 ist sie die erste Professorin für Gender Medicine Österreichs an der Medizinischen Universität Wien, wo sie die Gender Medicine Unit gegründet hat. Sie wurde erste Leiterin eines postgraduellen Universitätslehrgangs für Gender Medicine in Europa.

Seit 2011 ist sie sowohl im Scientific Board der Deutschen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGGZ) als auch im Verbund „Geschlechtersensible Forschung in Epidemiologie, Neurowissenschaften und Genetik / Tumorforschung“ aktiv. Als wissenschaftliche Leiterin des la pura women’s health resort kamptal unterstützt sie die Umsetzung neuester medizinischer Erkenntnisse aus der Gender Medicine in die klinische Praxis.
Im wissenschaftlich innovativen gesundheitspolitisch relevanten Ansatz von Alexandra Kautzky-Willer spielen nicht nur die biologischen Unterschiede eine Rolle, auch der soziokulturelle Hintergrund der Patientinnen und deren psychische Gesundheit sind für sie von entscheidender Bedeutung für das Krankheitsverständnis. Über das Zusammenspiel von biologischem (Sex) und soziokulturellem Geschlecht (Gender) informiert Alexandra Kautzky-Willer als Referentin und Vizepräsidentin des Vereins Mini-Med anhand von Beispielen aus Prävention, Diagnose und Therapie auch Lai/innen.

Im Jahr 2012 wurde Alexandra Kautzky-Willer sowohl als Associate Member in den Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Gender Medicine geholt als auch in den Vorstand der von ihr mitbegründeten Österreichischen Gesellschaft für Geschlechter-forschung. Im April 2013 wurde sie Obfrau der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin. Durch die Förderung der Anhebung des Frauenanteils in diversen nationalen und internationalen Fachgesellschaften und die Vernetzung der in diesem Bereich engagierten Personen, unterstützt sie das Verständnis für und die Entwicklung einer Frauen- und Gender-gerechten Medizin. Alexandra Kautzky-Willer hat sich außerdem jahrelang mit erfolgreicher Verwirklichung 2015 für die Einrichtung des Diploms „Gendermedizin" der österreichischen Ärztekammer eingesetzt. Als Gender-Expertin ist sie darüber hinaus an der Entwicklung eines nationalen Frauengesundheitsplans beteiligt.

Ihre umfangreiche Veröffentlichungstätigkeit umfasst derzeit bereits 149 Originalpublikationen, zahlreiche Buchbeiträge, Bücher, nationale und internationale Leitlinien sowie nationale Gesundheitsberichte mit Schwerpunkt Frauengesundheit und Gendermedizin.

Alexandra Kautzky-Willer hat nicht nur an der Universitätsklinik ein Forschungs-netzwerk für interdisziplinäre Geschlechterforschung aufgebaut, sondern beteiligt sich auch an der Entwicklung eines europäischen Curriculums zur Integration geschlechtsspezifischer Lehre in die Ausbildung der Studierenden sowie postgraduell. Dass Risikofaktoren für die Entwicklung bestimmter Krankheiten generell genderdifferenziert zu bewerten sind, frauenspezifische Besonderheiten in Bezug auf Gesundheit bisher aber häufig vernachlässigt wurden und Frauen nach wie vor nicht immer im erforderlichen Ausmaß in Studien eingeschlossen sind, ist ein zentrales Thema für Alexandra Kautzky-Willers Arbeit. So belegt auch der Frauengesundheitsbericht 2010/2011, an dem Alexandra Kautzky-Willer mitwirkte, dass der Anteil der Frauen mit der Haupttodesursache „Herz-Kreislauf-Erkrankungen" deutlich höher sei als der bei Männern.

Alexandra Kautzky-Willers Forschungsergebnisse sind international anerkannt. Ihre Expertise bewirkte die Implementierung neuer klinischer Empfehlungen und Umsetzungen. 2011 wurde sie beim „Österreicher des Jahres Award“ in der Kategorie Forschung nominiert, 2013 zu einer der „Women Inspiring Europe" gewählt (eine Initiative des European Institute for Gender Equality).
Alexandra Kautzky-Willers beeindruckende Leistungen umfassen die Etablierung, Weiterentwicklung und Förderung von Geschlechterforschung in ihrer gesamten Breite im universitären und außeruniversitären Bereich in Österreich, Nachwuchsförderung, die nachhaltige Verankerung von Gender Studies in Forschung und Lehre an den österreichischen Universitäten sowie die Vertretung von Geschlechterforschung in den relevanten hochschul- und wissenschaftspolitischen Gremien bzw. in der Öffentlichkeit.