Univ.-Prof. i.R. Dr. HERTA NAGL-DOCEKAL

Zur Würdigungspreisträgerin
Herta Nagl-Docekal studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Wien. 1967 promovierte sie sub auspiciis Praesidentis rei publicae zur Dr. phil. im Fach Geschichte an der Universität Wien. 1981 habilitierte sie sich an der Universität Wien für das Gesamtgebiet der Philosophie mit der Habilitationsschrift: „Die Objektivität der Geschichtswissenschaft“.

Von 1968 bis 1985 war Herta Nagl-Docekal Universitätsassistentin am Institut für Philosophie der Universität Wien, 1985 bis 2009 Universitätsprofessorin am Institut für Philosophie der Universität Wien, seit 2009 ist sie Universitätsprofessorin i. R.
Sie war u.a. Gastprofessorin an der Millersville University, Lancaster, Pennsylvania (1980), der Universität Utrecht, Niederlande (1990), der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (1991/92), der Universität Konstanz (1993), der Freien Universität Berlin (1994/95) und an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck (1995/96), an der Universität Sankt Petersburg (2011). 1994 war sie Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien.

1983 erhielt sie den Förderpreis der Stadt Wien, 1997 den Käthe Leichter Preis (Österreichischer Staatspreis) und 2009 den Preis für Geistes- und Sozialwissen-schaften der Stadt Wien.

Herta Nagl-Docekal ist Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Membre titulaire des IIP (Institut International de Philosophie, Paris), Vizepräsidentin der FISP (Federation Internationale des Sociétés de Philosophie), Mitglied der Soci corrispondenti der International School of Higher Studies in Cultural Sciences der Fondazione San Carlo in Modena, Italien und seit 1986 Mitherausgeberin der Wiener Reihe Themen der Philosophie. Sie war Mitherausgeberin der Deutschen Zeitschrift für Philosophie (1993-2004) und Gründerin und Mitherausgeberin von L'Homme, der europäischen Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft (1990–2003).

Seit ihrer Habilitation 1981 hielt Herta Nagl-Docekal kontinuierlich Lehrveran-staltungen zu Themen der philosophischen Geschlechterforschung und machte es sich zur Aufgabe, in Lehrveranstaltungen zu allgemeinen Themen (z.B. zur Rechts- und Moralphilosophie sowie zur philosophischen Anthropologie) die Relevanz feministischer Fragestellungen zu erläutern.

Durch ihre langjährige Tätigkeit in Forschung, akademischer Lehre und themenrelevanten Fachverbänden sowie durch ihre kontinuierliche Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses trug Herta Nagl-Docekal wesentlich dazu bei, dass die Universität Wien zu einer international anerkannten und im deutschsprachigen Raum führenden Institution auf dem Gebiet der feministischen Philosophie wurde.

Die internationale Wertschätzung der Forschungen Herta Nagl-Docekals zeigt sich auch in ihren zahlreichen Publikationen im Ausland, insbesondere den Übersetzungen ihrer Arbeiten in den USA, den Niederlanden, Japan, Lettland, Tschechien, Ungarn und in der Slowakei, sowie durch ihre Tätigkeit als Gastprofessorin und ihre Gastvorträge in 22 Ländern.