KÄTHE LEICHTER-PREIS 2012 des BMWF an Dr. Birgitt Haller

Im Rahmen eines Festaktes am 10.10.2012 wurden im Parlament anlässlich des siebzigsten Todestages von Käthe Leichter der „Käthe Leichter-Staatspreis“, wieder fünf „Käthe Leichter-Preise“ sowie zum dritten Mal der „Frauen Lebenswerk-Preis“ des Frauenministeriums verliehen.

Der Käthe Leichter-Preis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung wurde Frau Dr. Birgitt Haller für ihre hervorragende Forschungstätigkeit im Bereich der Implementation des österreichischen Gewaltschutzgesetzes zuerkannt.

Birgitt Haller studierte Politikwissenschaften und Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck. Seit 1990 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung, wo sie neben der Forschungstätigkeit seit 1994 für das Projektmanagement am Institut verantwortlich zeichnet. Mit 1. Oktober 2012 übernahm sie die wissenschaftliche Leitung des Instituts. Von 1991 bis 2001 war sie Redakteurin der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft. Birgitt Haller, die Expertin für familiäre Gewalt ist, lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien zu Gewaltforschung, Genderforschung, Politische Bildung und das politische System Österreichs.
Die Juristin und Politikwissenschaftlerin hat im Rahmen vieler Studien am Institut für Konfliktforschung wie auch im Kontext internationaler EU-geförderter Projekte die Implementation des österreichischen Gewaltschutzgesetzes untersucht. Ihre umfangreiche Publikationstätigkeit beruht zum größten Teil auf eigener Primärforschung. Haller hat unter anderem die erste Evaluierung des Gewaltschutzgesetzes 1997 durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurde unter ihrer Leitung eine Studie über Partnergewalt gegen ältere Frauen in Österreich umgesetzt.

Zuletzt legte sie 2012 die im Auftrag des Bundeskanzleramtes erhobene Studie. „High-Risk-Victims. Tötungsdelikte in Beziehungen, Verurteilungen 2008 – 2010“ vor.

Speziell die hervorragende Forschungstätigkeit Birgitt Hallers im Bereich der Implementation des österreichischen Gewaltschutzgesetzes ist von gesellschaftlicher Relevanz. Als Forscherin hat sie neuartiges und wichtiges Wissen nicht nur über das Funktionieren des Gewaltschutzgesetzes in der täglichen Praxis der Polizei, der Gerichte und im Zusammenwirken mit den Interventionsstellen erforscht, sondern auch Evidenz für die Schwachstellen der gesetzlichen Regelungen geliefert und darauf aufmerksam gemacht. Birgitt Haller hat damit zu einer Sensibilisierung sowie zur Verbesserung des Gewaltschutzgesetzes wesentlich beigetragen.

Gewaltfreiheit ist ein essentielles Bedürfnis im Lebensalltag von Frauen und damit von großer Bedeutung für die österreichische Demokratie. Dr. Birgitt Haller hat mit ihrer Forschung einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung des Gewaltschutzgesetzes geliefert, eine Arbeit, die mit dem Käthe Leichter-Preis gewürdigt wird.

Verleihung des Frauen Lebenswerk-Preises und der Käthe Leichter-Preise 2012