FWF Karriereentwicklungsprogramm

Finanziert aus Mitteln des BMBWF bietet der FWF hervorragend qualifizierten Wissenschafterinnen, die eine Universitätslaufbahn anstreben, die Möglichkeit, im Rahmen einer zweistufigen Karriereentwicklung insgesamt sechs Jahre Förderung in Anspruch zu nehmen.

Das Karriereentwicklungsprogramm für Wissenschafterinnen ist unterteilt in das Post-Doc-Programm Hertha Firnberg und in das Senior Post-Doc-Programm Elise Richter. Das Programm wird zweimal jährlich ausgeschrieben.


Hertha-Firnberg-Programm

Das Hertha-Firnberg-Programm unterstützt hoch qualifizierte Universitätsabsolventinnen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn bzw. beim Wiedereinstieg nach der Karenzzeit für drei Jahre bei ihrer Forschungsarbeit.


Zur Person Hertha Firnberg

Hertha Firnberg  wurde am 18. September 1909 in Wien geboren. Sie war eine österreichische Politikerin und die erste sozialdemokratische Ministerin Österreichs. In ihre Amtszeit als erste Wissenschaftsministerin (1970-1983) fiel die Universitätsreform 1975 (Universitäts-Organisationsgesetz 1975). Firnberg war auf Grund ihres intellektuellen Hintergrundes und ihres selbstbestimmten Auftretens fähig, ihre Vorstellungen auch gegenüber Universitätsprofessoren durchzusetzen. Damals waren Frauen in der Spitzenpolitik nur äußerst selten vertreten. Sie verstarb am 14. Februar 1994 84-jährig in Wien.

FWF HP, Beschreibung Hertha-Firnberg-Programm


Elise-Richter-Programm

Das Elise-Richter-Programm unterstützt hoch qualifizierte Forscherinnen aller Fachdisziplinen, die eine Universitätskarriere anstreben. Nach Abschluss dieses Senior-Post-Doc-Programmes soll eine Qualifikationsstufe erreicht sein, die zur Bewerbung um eine in- oder ausländische Professur befähigt.


Zur Person Elise Richter

Elise Richter wurde am 2. März 1865 in Wien  geboren. Sie war eine österreichische Romanistin und Universitätsprofessorin. 1905 habilitierte sie als erste Frau an der Universität Wien. Richter war politisch aktiv, gründete den „Verband der Akademikerinnen“ und rief 1927 zur Gründung einer Frauenpartei auf. Sie lehrte bis zu ihrem Ausschluss aus der Universität durch die nationalsozialistischen Machthaber aufgrund der Rassengesetze im Jahr 1938. 1943 wurde Richter ins Ghetto Theresienstadt deportiert, dort starb sie im Alter von 78 Jahren am 21. Juni 1943.

FWF HP, Beschreibung Elise-Richter-Programm