Sonderauswertung Studierenden-Sozialerhebung

Das IHS hat im Rahmen der Studierenden-Sozialerhebung einen Zusatzbericht „Zur Situation von Studentinnen“ erstellt.  

Die Studierenden-Sozialerhebung 2011 wurde als Onlineumfrage im Sommersemester 2011 durchgeführt. Mit kleinen Ausnahmen nahmen alle öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen, sowie Pädagogischen Hochschulen daran teil.

Der Bericht „Zur Situation von Studentinnen“ brachte folgende Ergebnisse zu Tage:

Geschlechtsspezifische Fächerwahl: Frauen wählen häufiger überfüllte Fächer, damit verbundene Erschwernisse sind eine geringere Studienzufriedenheit, eine häufigere Stressbelastung, psychische Probleme und Zeitverlust im Studium.

Hochschulzugang: Der Hochschulzugang ist bei Frauen sozial besser ausgewogen, Studentinnen beginnen ihren tertiären Bildungsweg häufiger unmittelbar nach der Schule. (v.a. via AHS)

Übertritt in konsekutive Studien: Frauen nehmen seltener als Männer ein weiterführendes Studium (Master, Doktor) auf. Dies liegt an der Fächerwahl (Frauen studieren häufiger Fächer mit niedrigerer Übertrittsquote), an finanziellen Schwierigkeiten und an den unterschiedlichen Karrieremotiven.  An Fachhochschulen ist der Übertrittsgap im Vergleich zu Männern mit -25% besonders hoch, an Universitäten liegt dieser bei -8%.

Erwerbstätigkeit: Frauen sind wesentlich seltener in Vollzeit erwerbstätig, sie verfügen über ein geringeres Erwerbseinkommen, sind seltener in regulären Dienstverhältnissen und studienadäquat beschäftigt. Studienadäquate Beschäftigungen sind für Frauen schwieriger zu vereinbaren.

Gender Pay Gap: Erwerbstätige Studentinnen verdienen bis zu 10% weniger pro Arbeitsstunde. In den Sozialwissenschaften besteht ein unbegründetes Residuum, das weder auf Alter, Studium noch auf sonstige Unterschiede zurückzuführen ist.

Finanzielle Situation: Das monatliche Gesamtbudget von Frauen ist im Schnitt um rund € 80,– niedriger als bei Männern. Die familiäre Unterstützung läuft zudem früher als bei Männern aus und die Familienbeihilfe wird seltener als bei Männern weitergegeben.

Internationale Mobilität: Frauen sind mit 22% gegenüber Männern (18%)  häufiger mobil. Frauen zieht es eher nach Süd- und Westeuropa, während es Männer mehr nach Nordeuropa oder in nichteuropäische Länder zieht. Während des Auslandsaufenthalts stehen Frauen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung (eigene Mittel und familiäre Unterstützung sind geringer), Frauen verzichten häufiger aus finanziellen Gründen auf einen Auslandsaufenthalt.

Vorstellung des IHS-Berichts „Situation von Studentinnen“ im Beisein von Minister Karlheinz Töchterle (18.12.13)