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COVID-19-Prävalenz in Österreich liegt bei 3,1%

Faßmann: „Massentests nötig, um unentdeckte Fälle aufzuspüren und Infektionskette zu durchbrechen“

Die Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen liegt bei 3,1%. Das zeigen erste Zwischenergebnisse der aktuellen landesweiten COVID-19 Prävalenzstudie, die die Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz sowie der Medizinischen Universität Wien durchführt.

Die Brutto-Stichprobe der Prävalenzstudie umfasste insgesamt 7.823 in Privathaushalten lebende Personen ab 16 Jahren. Davon haben bis Ende Oktober 2.504 Personen zugesagt, sich an einem vereinbarten Termin auf SARS-CoV-2 testen zu lassen. Von 12. bis 14. November wurde bei 2.263 Personen ein Nasen-Rachen-Abstrich abgenommen. Bei 48 Personen ergab die PCR-Analyse des Abstrichs ein positives Testergebnis. Eine Nachbefragung bei Personen, die zum Testzeitpunkt nicht erschienen waren, ergab, dass sich zu diesem Zeitpunkt zumindest 24 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne aufgrund eines positiven Testergebnis befanden. In Summe waren somit mindestens 72 Stichprobenpersonen im Zeitraum von 12. bis 14. November 2020 mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert.

Die hochgerechnete Gesamtzahl der Infektionen von 12. bis 14. November 2020 beträgt 228.000. Das entspricht einem Anteil von 3,1% der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung ab 16 Jahren. Unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite liegt dieser Wert zwischen 166.000 und 295.000 infizierten Menschen bzw. einer Prävalenz von 2,2% bis 4,0%. Dabei ist die Prävalenz in Westösterreich (Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich) signifikant höher als in Ostösterreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland).

Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung sagt: „Die vergleichsweise hohe Dunkelziffer zeigt uns, dass Instrumente wie die bevorstehenden Massentestungen dringend notwendig sind, um die Infektionsketten zu durchbrechen und die Verbreitung der Pandemie einzudämmen. Auch asymptomatische Personen sind infektiös und können das Virus weitertragen. Mit der Massentestung wollen wir möglichst viele dieser Personen orten, damit sie nicht andere Personen anstecken können.“

Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas ergänzt: „Mitte November lag der Anteil SARS-CoV-2-Infizierter an der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren im Schnitt bei 3,1%. Dabei waren die Anteile in Westösterreich signifikant höher als in Ostösterreich. Im Vergleich zu den letzten Prävalenzstudien im April und Mai zeigt sich damit ein erheblicher Anstieg des Infektionsgeschehens kurz vor dem zweiten Lockdown.“

Bei der Anfang April von SORA durchgeführten Studie waren auf Basis der Hochrechnung noch maximal 0,8% der ab 16-jährigen Personen in Österreichs Privathaushalten infiziert. Ende April und Ende Mai sank der Anteil auf unter 0,2%.

55% der Infektionen kurz vor dem zweiten Lockdown behördlich nicht erfasst und diese sind größtenteils symptomarm

Zwischen 12. und 14. November 2020 waren in Österreich zwischen 166.000 bis 295.000 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Weniger als die Hälfte der in der Studie nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen (rund 103.000) waren laut Auskunft der in der Studie befragten bzw. getesteten Personen bereits behördlich bekannt (Personen in behördlicher Quarantäne mit positivem Testergebnis sowie Personen, die bereits zurückliegend ein positives Testergebnis hatten und in dieser Studie wiederholt positiv getestet wurden). Daraus lässt sich ableiten, dass rund 55% der akuten Infektionen behördlich unerkannt bleiben.

Von den 72 infizierten Personen führten 20 (28%) zum Testzeitpunkt keinerlei Symptome (aus einer Liste von insgesamt 13 möglichen Symptomen) an. Insgesamt 29 Personen (40%) gaben höchstens ein Symptom an. Bei den behördlich unerkannten Fällen war der Anteil von Personen mit höchstens einem Symptom besonders hoch (26 von 37 Personen, bzw. 70%). Nur ein geringer Anteil dieser Gruppe (5 von 37 bzw. 14%) hatte erwartet zum Testzeitpunkt infiziert zu sein. In Summe verläuft die Infektion demnach vor allem bei den behördlich nicht erfassten Personen überwiegend symptomfrei und bleibt ohne Testung unbemerkt. Die Studie kann jedoch nicht klären, ob diese Personen noch vorsymptomatisch sind und erst in Folge Symptome entwickeln.

Bis Mitte/Ende Oktober sind 20% schon einmal positiv getestet, 81% finden Maßnahmen vor dem zweiten Lockdown angemessen

Laut den in der Studie bis Mitte/Ende Oktober erhobenen Fragebogendaten von 2.711 Personen wurden seit Beginn der Pandemie 20% der Bevölkerung ab 16 Jahren zumindest einmal auf eine aktuelle SARS-CoV-2-Infektion getestet. Darunter wurden 6% der Bevölkerung bereits mehrmals getestet. Die Testdichte ist bei Erwerbstätigen (23%) im Vergleich zu pensionierten Personen (16%) signifikant höher. Gleichzeitig ist auch die Prävalenz der aktuellen Infektionen bei Erwerbstätigen tendenziell höher, was auf eine geringere Dunkelziffer in dieser Gruppe hindeutet. Die Fallzahlen reichen jedoch nicht für eine gesicherte Aussage.

Erste Ergebnisse aus den Fragebogendaten zu den von der Regierung gesetzten Maßnahmen zeigen darüber hinaus, dass Mitte/Ende Oktober und somit noch vor dem aktuellen Lockdown 81% der österreichischen Wohnbevölkerung die Maßnahmen als angemessen empfunden haben oder sich sogar stärkere Maßnahmen wünschten. Unterschiede zeigen sich bezogen auf das Alter: So empfanden mehr als ein Viertel (26%) der 16- bis 24-Jährigen die Mitte/Ende Oktober geltenden Maßnahmen als (eher) übertrieben. Aufgrund der seit der Befragung stark veränderten Lebensbedingungen (zweiter Lockdown etc.) kann die damaligen Maßnahmenakzeptanz nicht auf die derzeitige Situation umgelegt werden.

Bei den vorliegenden Auswertungen handelt es sich um vorläufige Daten, die zeitnah zur Erhebung veröffentlicht werden, um die Bevölkerung rasch über das aktuelle Infektionsgeschehen (aktive SARS-CoV-2-Infektionen) zu informieren. Nach der Validierung dieser ersten Ergebnisse mit den für Ende November erwarteten Registerinformationen des Elektronischen Meldesystems (EMS) werden Mitte Dezember endgültige Daten vorliegen. Ebenso werden erstmalig für ganz Österreich die Ergebnisse zur Seroprävalenz Mitte Dezember veröffentlicht. Diese gibt Auskunft über bereits durchgemachte SARS-CoV-2-Infektionen auf Basis gebildeter Antikörper.

Kontakt

BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Mag.a Debora Knob
Pressesprecherin
T +43 1 53120-5026
debora.knob@bmbwf.gv.at