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Bildungsstandards in der Allgemeinbildung

Bildungsstandards - Coverfoto
Foto: BMB

In den vergangenen Jahren hat sich das Verständnis von Lernen und Schule stark gewandelt. Lernen wird als zutiefst persönlicher, aktiver und individueller Prozess erkannt, welcher unter verschiedensten Umständen, mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, auf eigenen Wegen, mit vielfältigen Ergebnissen stattfindet. 

Schule wird zunehmend als Ort der Lern- und Entwicklungsbegleitung begriffen, wo sich alle Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer Persönlichkeit und ihren Voraussetzungen selbst aktiv und zunehmend eigenständig entfalten können.

Die Möglichkeiten der Schulautonomie im Lehrplan haben eine Stärkung der Selbstverantwortlichkeit von Lehrer/innen, von Lehrerteams und Schulen in der methodisch-didaktischen Arbeit gebracht. Parallel zur Eröffnung von autonomen Gestaltungsspielräumen wurden die Erwartungen an die Ergebnisse schulischer Arbeit deutlicher formuliert. Vordringliches Ziel ist der Erwerb von Kompetenzen, während die bloße Wiedergabe von Faktenwissen an Bedeutung verloren hat.

Bildungsstandards sind in diesem Kontext zu sehen. Sie stellen eine systematische Auswahl grundlegender Kompetenzen dar, die im Unterricht nachhaltig zu entwickeln sind und die für die weitere schulische und berufliche Bildung – auch im Sinne des lebenslangen Lernens – von zentraler Bedeutung sind. 

Bildungsstandards erfüllen drei Funktionen 

Orientierungsfunktion

Die Bildungsstandards benennen wichtige Kompetenzen, über die SchülerInnen bis zum Ende der 4. beziehungsweise 8. Schulstufe verfügen sollen. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht der nachhaltige Kompetenzaufbau, nicht das flüchtige Wissen.

Förderungsfunktion 

Die Bildungsstandards bieten eine Grundlage für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern. Die Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit muss den systematischen Aufbau der in den Bildungsstandards benannten Kompetenzen über alle Schulstufen hinweg im Auge behalten. Bildungsstandards wirken also kontinuierlich, nicht nur in bestimmten Schulstufen.

Evaluationsfunktion

Bei den periodischen Überprüfungen der Bildungsstandards werden die von den Schülerinnen und Schülern bis zur 4. beziehungsweise 8. Schulstufe erworbenen Kompetenzen festgestellt und mit den angestrebten Lernergebnissen verglichen. Die Rückmeldung der Ergebnisse dient als Impuls für die Qualitätsentwicklungsprozesse am jeweiligen Standort, im Bundesland und bundesweit.

Die Standardüberprüfungen 

Mit den Überprüfungen der Bildungsstandards im Fach Mathematik auf der 8. und 4. Schulstufe im Frühjahr 2017 beziehungsweise 2018 wurde der zweite Überprüfungszyklus der BIST-Ü eingeleitet. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der beiden Messungen konnten erstmals die Ergebnisse aus zwei Erhebungsdurchgängen miteinander verglichen und Entwicklungstrends beobachtet werden. Die Bundes- und Landesergebnisse zu sämtlichen vergangenen Bildungsstandardüber-prüfungen sind über die Website des BIFIE abrufbar. 

Die Bildungsstandardüberprüfung im Fach Englisch auf der 8. Schulstufe fand im 2. Zyklus am 4. April 2019 statt (Ersatztermin: 9. April 2019). Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt am 25. Februar 2020. 
Als Unterstützung beim Lesen und Interpretieren der Ergebnisrückmeldung können Schulleiter/innen auch im Jahr 2020 wieder sogenannte Rückmeldemoderator/innen bei den Pädagogischen Hochschulen anfordern. Zusätzlich ist ein eigener Bereich der Website Schulqualität Allgemeinbildung dem Thema „Arbeiten mit Daten der Bildungsstandardüberprüfungen“ gewidmet, mit Vorschlägen und Unterlagen für Schulleiter/innen und Lehrer/innen. 

Die individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKMPlus)

Mit der Testung im Fach Englisch auf der 8. Schulstufe im Frühjahr 2019 erfolgte die Überprüfung der Bildungsstandards zum letzten Mal in ihrer gewohnten Form. Ab dem Schuljahr 2020/21 erfolgt die stufenweise Umstellung der BIST-Ü auf die iKMPlus

Mit der Entwicklung und Umsetzung der iKMPlus soll auf die Erfolgsgeschichte der bewährten Instrumente der Bildungsstandardüberprüfungen sowie der Informellen Kompetenzmessung aufgebaut werden. Die Funktionen und Wirkungen der beiden Instrumente werden gestärkt. Die Nutzung der gewonnenen Ergebnisse – in der pädagogischen Arbeit und in der schulischen Qualitätsentwicklung – rückt in den Fokus. 

Beginnend mit dem Schuljahr 2021/22 werden Schülerinnen und Schüler der 3. und 7. Schulstufe, ab dem Schuljahr 2022/23 auch Schülerinnen und Schüler der 4. und 8. Schulstufe, einmal jährlich an den Kompetenzmessungen der iKMPlus teilnehmen. Die Testungen finden in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie – auf der Sekundarstufe I – Englisch statt und erheben durch standardisierte Aufgabenstellungen den Lernstand zum jeweiligen Testzeitpunkt. Die Ergebnisse fließen nicht in die Leistungsbeurteilung mit ein und werden nicht als Entscheidungsgrundlage für die Aufnahme an einer höheren Schule herangezogen. 

Bezugspunkt für die neuen Kompetenzmessungen bleiben bis auf Weiteres die per Verordnung definierten Bildungsstandards. Die wesentlichen Neuerungen bestehen einerseits in der Weiterentwicklung der Testdurchführung, die künftig häufiger und umfassender erfolgen wird als bisher; andererseits in der Forcierung der Ergebnisnutzung durch raschere Ergebnisrückmeldung und die Bereitstellung umfassender Begleitmaterialien und -angebote. 

Die individuelle Kompetenz- und Potentialmessung (iKPM)

Die iKPM dient einerseits der Diagnose von Kompetenzen und der Förderung der Schüler/innen, andererseits aber auch dem Schulqualitätsmanagement und dem Bildungsministerium zum Monitoring der Leistung und zur Entwicklung des Bildungssystems. Sie stellt eine Weiterentwicklung der beiden bestehenden Instrumente Bildungsstandardüberprüfungen (BIST-Überprüfungen) und Informelle Kompetenzmessung (IKM) dar und wird diese künftig ersetzen beziehungsweise ergänzen. Umsetzung: stufenweise ab dem Schuljahr 2021/22.

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Kontakt

Stephanie Mayer, MSc BSc
stephanie.mayer@bmbwf.gv.at
bildungsstandards@bmbwf.gv.at