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Education and Training 2020 ET 2020 – der strategische Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich bis 2020

Ein hohes Niveau der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie gut ausgebildete Bürgerinnen und Bürger sind maßgeblich für Europas Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit. Im Bildungsbereich hat die Europäische Union aufgrund des Subsidiaritätsprinzips keine Regelungskompetenz. Die Mitgliedstaaten gestalten ihre Bildungssysteme selbst, arbeiten aber auf EU-Ebene intensiv zusammen. Der große Mehrwehrt der EU-Bildungszusammenarbeit liegt in der Entwicklung gemeinsamer politischer Ziele und im Austausch von Erfahrungen bei der Umsetzung bildungspolitischer Vorhaben. Beide setzen Impulse für nationale Entwicklungen. Die Europäische Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten dabei.

Mitgliedstaaten und Kommission legten 2009 im „Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020)“ die Ziele und Prioritäten dieser Zusammenarbeit fest. Im November 2015 wurde zu ET 2020 eine Halbzeitbilanz gezogen, wodurch neue Prioritäten bis 2020 festgelegt wurden.

Vier strategische Ziele stehen im Mittelpunkt der Zusammenarbeit im Rahmen von ET 2020:

  • Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität;
  • Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung;
  • Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns;
  • Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens.

Zur Unterstützung dieser Ziele wurden europäische Benchmarks festgelegt. Diese Benchmarks sind keine einzelstaatlichen Ziele, es handelt sich vielmehr um europäische Durchschnittswerte, zu deren Erreichung jeder Mitgliedstaat auf der Grundlage nationaler Prioritäten bestmöglich beitragen sollte:

  • Mindestens 95 % der Kinder (im Alter zwischen vier Jahren und dem Schulpflichtalter) sollen an frühkindlichen Bildungsmaßnahmen teilnehmen;
  • der Anteil der 15-Jährigen mit unzureichenden Kenntnissen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften soll unter 15 % liegen
  • der Anteil an Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die frühzeitig von der Schule oder einer Ausbildung abgehen, soll unter 10 % sinken;
  • mindestens 40 % der 30‑ bis 34-Jährigen sollen über einen Hochschul- oder gleichwertigen Abschluss verfügen;
  • mindestens 15 % der Erwachsenen sollen am lebenslangen Lernen teilnehmen;
  • mindestens 20 % der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen und 6 % der 18- bis 34-Jährigen mit einer beruflichen Erstqualifizierung sollen einen Auslandsaufenthalt zu Studien- oder Ausbildungszwecken absolviert haben;
  • der Anteil der Absolventinnen und Absolventen in einem Beschäftigungsverhältnis (20- bis 34-Jährige mit mindestens einem Abschluss der Sekundarstufe II), die ihre Ausbildung vor ein bis drei Jahren abgeschlossen haben, soll mindestens 82 % betragen.

ET 2020 zielt auf flexible Kooperation ab, die vor allem durch einen inhaltlichen Austausch auf Ebene von Expertinnen und Experten entlang der gemeinsam festgelegten Prioritäten stattfindet, also in Form von Arbeitsgruppen, Peer-Learning-Aktivitäten oder Peer Reviews.

Zentral in diesem Prozess sind die ET 2020-Arbeitsgruppen, bestehend aus von den EU-Mitgliedstaaten benannten ExpertInnen und Experten und anderen Interessenträgerinnen und Interessensträgern. Die für den Zeitraum 2018-2020 eingerichteten ET2020-Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit folgenden Themen:

  • Schule;
  • Hochschulbildung;
  • Berufsbildung;
  • Erwachsenenbildung;
  • Digitale Kompetenzen und Fertigkeiten;
  • Förderung gemeinsamer Werte und inklusiver Bildung;
  • Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung.

Der Education and Training Monitor beobachtet jährlich die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Erreichung der ET 2020-Ziele und -Benchmarks. Diese Analyse fließt in die Bewertung des breiteren sozioökonomischen Fortschritts der Mitgliedstaaten im Rahmen des Europäischen Semesters (interner Link zum Europäischen Semester) ein.

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