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Frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabbruch

Frühzeitiger Schul- bzw. Ausbildungsabbruch ist sowohl ein individuell als auch ein gesellschaftlich bedeutsames Problem. Ein Abbruch vermindert spätere Lebens- und Berufschancen und trägt langfristig dazu bei, dass persönliche Risiken wie Gesundheitsgefährdung, soziale Ausgrenzung oder Arbeitslosigkeit über die Lebensspanne hinweg hoch sind.

Ursachen und Hintergründe von frühzeitigem Schulabbruch

Ein Schulabbruch hat laut Forschung meist komplexe, miteinander verflochtene Ursachen auf individueller, sozialer und institutioneller Ebene. Meist bestehen bereits länger andauernde Probleme in Bezug auf Lernerfolg, Kompetenzerwerb und Motivation. Ebenso spielen psychosoziale Probleme und unzureichend beziehungsweise zu spät erfolgte Unterstützung der/des Jugendlichen eine Rolle.

Ursachen und Hintergründe von Schulabbruch sind also vielfältig und hängen von zahlreichen Faktoren, nicht zuletzt vom frühzeitigen Erkennen und Beheben beginnender Lern- und Laufbahnprobleme, ab.

Fakten und Daten

Österreich liegt in Bezug auf den EU-Benchmark zum Schulabbruch relativ gut im europäischen Vergleich (7,3 % im Jahr 2018 bei den 18-24 Jährigen, die keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder einer Lehre haben beziehungsweise aktuell in keiner Ausbildung sind). Eine genauere Analyse im Rahmen des BibEr (Bildungsbezogenes Erwerbskarrierenmonitoring) zeigt, dass die Abbruchsquoten laut Registerdaten jedoch höher liegen (letzte Daten aus 2015: Anteil an frühen Abbrecherinnen und Abbrechern beträgt 12,7 %, Quelle: Berechnungen des IHS)

Zu bedenken ist, dass nicht allein der Schulabschluss zählt, sondern auch ausreichend Kompetenzen vorhanden sein müssen, um ein beruflich erfolgreiches und privat gelingendes Leben zu führen.

Aktivitäten des BMBWF

Um über entsprechende Daten für eine evidence based policy zu verfügen, hat das Bildungsministerium mehrere Studien beauftragt. Diese stehen im Folgenden als Download zur Verfügung. Darüber hinaus werden eine Reihe von nationalen und internationalen Studien, Dokumenten und Publikationen für Interessierte präsentiert.

Die Nationale Strategie gegen frühzeitigen (Aus-)Bildungsabbruch zeigt die Wichtigkeit, sowohl im Bereich der Prävention und der Intervention als auch im Bereich der Kompensation effektive Maßnahmen zu setzen. Das Jugendcoaching stellt die zentrale Maßnahme gegen Schulabbruch dar und gehört zu den Leistungen des Netzwerks berufliche Assistenz (NEBA). Zahlreiche Reformmaßnahmen des BMBWF sowie die Beratungstätigkeit der schulischen Unterstützungssysteme (Schüler- und Bildungsberatung, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie) tragen dazu bei, dass die Anzahl der Schulabbrüche möglichst gering gehalten wird.

Psychosoziale Beratung an und für Schulen

Aktuelle Datenlage

Aktuelle ESL-Daten 2004-2018 (Nationale Daten zur EU-Benchmark)

Nationale Strategie zur Verhinderung frühzeitigen (Aus-)Bildungsabbruchs

Im Juli 2016 beschloss die österreichische Bundesregierung das Ausbildungspflichtgesetz (APflG). Das Gesetz verpflichtet alle Unter-18-Jährigen, einer Bildungs- oder Ausbildungsmaßnahme beziehungsweise einer auf diese vorbereitende Maßnahme nachzugehen. Damit soll Schulabbruch verhindert und die Jugendarbeitslosigkeit verringert werden.

Ausbildungspflichtgesetz; Bundes-Verfassungsgesetz, Arbeitsmarktservicegesetz u.a., Änderung (Jugendausbildungsgesetz)

Das BMBWF hat seine 2012 entwickelte und 2016 überarbeitete Strategie gegen (Aus-)Bildungsabbruch entlang der drei Bereiche Prävention, Intervention und Kompensation überarbeitet und trägt durch zahlreiche Maßnahmen dazu bei, dass Jugendliche ihre (Aus-)Bildungswege erfolgreich abschließen können.

Nationale Strategie zur Verhinderung frühzeitigen (Aus-)Bildungsabbruchs

Informationen zur AusBildung bis 18

Folder zu AusBildung bis 18 (BMASGK)

Deutsch | Arabisch | Bosnisch/Kroatisch/Serbisch | Englisch | Farsi | Russisch | Türkisch

Maßnahme Jugendcoaching

Jugendcoaching ist ein Kooperationsprojekt zwischen Sozial- und Bildungsministerium, das schulabbruchsgefährdete und ausgrenzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler am Ende der Schulpflicht durch so genannte Jugendcoaches berät und bei Bedarf auch länger begleitet. Es wird von durch das Sozialministeriumservice beauftragten Trägerinstitutionen umgesetzt.

Jugendcoaching

Nationales: Berichte und Studien

Fachtagungen/Veranstaltungen (Rückblicke)

Fachtagung „WHO FAILS? - WHAT WORKS? – Der andere Blick auf Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch sowie Ansätze von Guidance“

Mehr als 160 Personen nahmen an der Guidance-Fachtagung 2015 teil. Die Tagung thematisierte die strukturellen Ursachen und Hintergründe von Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch und zeigte Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung von ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen auf.

Symposium „Ene, meine, muh, und raus bist du … Pädagogische, soziale und strukturelle Dimensionen von Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch“

19.1.2015 an der PH Salzburg

Internationales

VET toolkit for tackling early leaving - Source of support to policy makers and education and training providers

Werkzeugkoffer für den Umgang mit Schulabbruch in der Berufsbildung

VET tookit for tackling early leaving

European Toolkit for Schools: Promoting inclusive education and tackling early school leaving

Diese Plattform wurde von der europäischen Arbeitsgruppe zum Thema Schulabbruch erstellt und bietet Beispiele, konkrete Ideen und Materialien für Schulen, um Schulabbruch mithilfe eines ganzheitlichen Ansatzes zu verhindern.

Video zu Early School Leaving (EU-Kommission)

Video Tackling Early School Leaving

Neset II Report „Structural Indicators for Inclusive Systems in and around Schools“

NESET II Analytical Report 2/2016, 2017

Empfehlungen der europäischen Arbeitsgruppe zu frühzeitigem Schulabbruch

Reducing early school leaving: Key messages and policy support

Chancengerechtigkeit und Qualität in der Bildung. Förderung benachteiligter Schüler/innen und Schulen

Deutsche Übersetzung der OECD-Publikation „Equity and Quality in Education"

Beispiele für aktuelle präventive Maßnahmen im Bildungsbereich

Die schulischen Maßnahmen zur frühzeitigen Bekämpfung des Schulschwänzens, der Schulverweigerung und des Schulausstiegs sind - aufgrund der Komplexität der Ursachen - oft nicht explizit auf die Prävention von frühzeitigem Schulabgang ausgerichtet und werden nur langfristig auf unterschiedlichen Systemebenen im Innenraum der Schule, in der Schule als System und im Umfeld wirksam:

Links

Kontakt

Dr.in Andrea Fraundorfer
BMBWF, Abt. I/2
Freyung 1
1010 Wien
T +43 1 53120-4723
andrea.fraundorfer@bmbwf.gv.at

Inhaltlicher Stand: 28.08.2019