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Frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabbruch

Frühzeitiger Schul- bzw. Ausbildungsabbruch ist sowohl ein individuell als auch ein gesellschaftlich bedeutsames Problem. Ein Abbruch vermindert spätere Lebens- und Berufschancen und trägt langfristig dazu bei, dass persönliche Risiken wie Gesundheitsgefährdung, soziale Ausgrenzung oder Arbeitslosigkeit über die Lebensspanne hinweg hoch sind.

Ursachen und Hintergründe von frühzeitigem Schulabbruch

Ein Schulabbruch hat laut Forschung meist komplexe, miteinander verflochtene Ursachen auf individueller, sozialer und institutioneller Ebene. Meist bestehen bereits länger andauernde Probleme in Bezug auf Lernerfolg, Kompetenzerwerb und Motivation. Ebenso spielen psychosoziale Probleme und unzureichend beziehungsweise zu spät erfolgte Unterstützung der/des Jugendlichen eine Rolle.

Ursachen und Hintergründe von Schulabbruch sind also vielfältig und hängen von zahlreichen Faktoren, nicht zuletzt vom frühzeitigen Erkennen und Beheben beginnender Lern- und Laufbahnprobleme, ab.

Fakten und Daten

Österreich liegt in Bezug auf die EU-Benchmark zum Ausbildungsabbruch (Early Leaving from Education and Training) bei 8,0 % im Jahr 2021 (Männer: 9,6 %, Frauen: 6,3 %) bei den 18 bis 24-Jährigen, die keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder einer Lehre haben beziehungsweise aktuell in keiner Ausbildung sind). Eine genauere Analyse im Rahmen des BibEr (Bildungsbezogenes Erwerbskarrierenmonitoring) zeigt, dass die Abbruchsquoten laut Registerdaten jedoch höher liegen: Die FABA-Quote (Anteil der Frühzeitigen AusBildungsAbbrecher/innen an der jeweiligen Gesamtbevölkerung) der 15-24 jährigen beträgt im Jahr 2018 12,2% (Männer 13,9%, Frauen 10,4%). Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Monitoring der Ausbildung bis 18 im Auftrag des BMA.

Aktivitäten des BMBWF

Um über entsprechende Daten für eine evidence based policy zu verfügen, hat das Bildungsministerium mehrere Studien beauftragt. Diese stehen im Folgenden als Download zur Verfügung. Darüber hinaus werden eine Reihe von nationalen und internationalen Studien, Dokumenten und Publikationen für Interessierte präsentiert.

Für die Verhinderung von frühzeitigem Ausbildungsabbruch ist es wichtig, sowohl im Bereich der Prävention und der Intervention als auch im Bereich der Kompensation effektive Maßnahmen zu setzen. Das Jugendcoaching stellt die zentrale Maßnahme gegen Schulabbruch dar und gehört zu den Leistungen des Netzwerks berufliche Assistenz (NEBA). Zahlreiche Reformmaßnahmen des BMBWF sowie die Beratungstätigkeit der schulischen Unterstützungssysteme (Schüler- und Bildungsberatung, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie) tragen dazu bei, dass die Anzahl der Schulabbrüche möglichst gering gehalten wird.

Psychosoziale Beratung an und für Schulen

Informationen zur AusBildung bis 18

Folder zu AusBildung bis 18 (BMSGPK)

Folder 

Maßnahme Jugendcoaching

Jugendcoaching ist eine Initiative des Sozial- und Arbeitsministeriums in Abstimmung mit dem Bildungsministerium, die schulabbruchsgefährdete und ausgrenzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler am Ende der Schulpflicht durch sogenannte Jugendcoaches berät und bei Bedarf auch länger begleitet. Sie wird von durch das Sozialministeriumservice beauftragten Trägerinstitutionen umgesetzt.

Jugendcoaching

Nationales: Berichte und Studien

Internationales

Europäische Initiative „Pathways to School Success“

Über diese Initiative
https://education.ec.europa.eu/education-levels/school-education/pathways-to-school-success

Are European policies effective in tackling early school leaving? Yes they are!

VET toolkit for tackling early leaving - Source of support to policy makers and education and training providers

Werkzeugkoffer für den Umgang mit Schulabbruch in der Berufsbildung

VET tookit for tackling early leaving

European Toolkit for Schools: Promoting inclusive education and tackling early school leaving

Diese Plattform wurde von der europäischen Arbeitsgruppe zum Thema Schulabbruch erstellt und bietet Beispiele, konkrete Ideen und Materialien für Schulen, um Schulabbruch mithilfe eines ganzheitlichen Ansatzes zu verhindern.

Video zu Early School Leaving (EU-Kommission)

Video Tackling Early School Leaving

Neset II Report „Structural Indicators for Inclusive Systems in and around Schools“

NESET II Analytical Report 2/2016, 2017

Empfehlungen der europäischen Arbeitsgruppe zu frühzeitigem Schulabbruch

Reducing early school leaving: Key messages and policy support

Chancengerechtigkeit und Qualität in der Bildung. Förderung benachteiligter Schüler/innen und Schulen

Deutsche Übersetzung der OECD-Publikation „Equity and Quality in Education"

Beispiele für aktuelle präventive Maßnahmen im Bildungsbereich

Die schulischen Maßnahmen zur frühzeitigen Bekämpfung des Schulschwänzens, der Schulverweigerung und des Schulausstiegs sind - aufgrund der Komplexität der Ursachen - oft nicht explizit auf die Prävention von frühzeitigem Schulabgang ausgerichtet und werden nur langfristig auf unterschiedlichen Systemebenen im Innenraum der Schule, in der Schule als System und im Umfeld wirksam:

Links

Kontakt

Dr.in Andrea Fraundorfer
BMBWF, Abt. I/2
Freyung 1
1010 Wien
T +43 1 53120-4723
andrea.fraundorfer@bmbwf.gv.at