Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Förderschwerpunkte

 Lernen

Die Schülerinnen und Schüler mit Lern- und Leistungsbeeinträchtigung weisen sehr unterschiedliche Voraussetzungen für den Bildungsprozess auf.

Für die Planung und Auswahl der Fördermaßnahmen ist daher eine Abklärung der individuellen Lernvoraussetzungen unbedingt notwendig, weil alle Anforderungen vom emotionalen, sozialen, intellektuellen und psychomotorischen Entwicklungsstand und der individuellen Eigenart der Schülerin bzw. des Schülers ausgehen müssen.

Sonderpädagogische Förderung verwirklicht das Recht der Kinder und Jugendlichen mit einer Leistungs- bzw. Lernschwäche auf eine ihren individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung und Erziehung mit dem Ziel schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilnahme und selbstständiger Lebensgestaltung. Sie gestaltet Lernumwelten ausgehend von den Fähigkeiten und Stärken der Schülerinnen und Schüler für die Aneignung von Lerninhalten, Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen. 

Zur sonderpädagogischen Förderung dieser Schülerinnen und Schüler gehören - über den Unterricht hinaus - Unterstützungs- und Beratungsangebote im schulischen und außerschulischen Umfeld sowie die Kooperation mit allen am Bildungs- und Erziehungsprozess beteiligten Personen und Institutionen.

Aktueller Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Legasthenie

Legasthenie ist eine so genannte "Teilleistungsstörung", die in unterschiedlichen Ausprägungsgraden auftreten kann.

Legasthenie ist die Bezeichnung für Schwächen beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechtschreiben, die weder auf eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, noch auf unzulänglichen Unterricht zurückgeführt werden können.

Kennzeichnend für eine Legasthenie sind weniger Anfangsschwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache, als vielmehr eine Diskrepanz zwischen dieser Leistung und den meisten übrigen Lern- und Leistungsmöglichkeiten sowie das Fortwirken der partiellen Lernschwäche auch nach Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistung.

Die Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern mit Legasthenie werden ihrer Rechtschreibung wegen zum Teil unterschätzt, so dass Entscheidungen über die Schullaufbahn immer genau geprüft werden müssen.

Mit der Lese-Rechtschreibschwäche können auch Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, der Motorik (Bewegungs- und Koordinationsstörungen), der Seitendominanz und/oder Beeinträchtigungen des Spracherwerbs zusammentreffen.

Nähere Ausführungen zu diesem Thema (z.B. gesetzliche Regelungen, Handreichung, Leistungsbeurteilung) finden Sie unter www.schulpsychologie.at.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Dyskalkulie (Rechenschwäche)

Unter Rechenstörung versteht man die Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar sind. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden. (Definition der WHO).

Als Ursachen von Dyskalkulie gelten Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen, die insbesondere die Raum- und Zeitorientierung, die visuelle Wahrnehmung, die visuelle Vorstellungskraft und das Gedächtnis betreffen.

Nähere Ausführungen zu diesem Thema (z.B. gesetzliche Regelungen, Handreichung) finden Sie unter http://www.schulpsychologie.at

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Erhöhter Förderbedarf

Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf weisen meist sehr verschiedenartige, unterschiedlich schwerwiegende und komplexe Behinderungen bzw. Einschränkungen auf. Umfassende Lernangebote wie z.B. unterstützte Kommunikation, Wahrnehmungsförderung (basale Stimulation), soziales und lebenspraktisches Lernen usw. berücksichtigen die Voraussetzungen jeder einzelnen Schülerin bzw. jedes Schülers und sollen zur Erlangung einer möglichst weitreichenden Autonomie, Selbstständigkeit und Entfaltung der Persönlichkeit beitragen.

Erziehung und schulische Förderung orientieren sich an der individuellen Lebenssituation und sollen die voraussichtlich zu erwartenden späteren Lebenszusammenhänge berücksichtigen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf ist vor allem die enge und auf gegenseitigem Vertrauen basierende Zusammenarbeit von Eltern/Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen und allen anderen am Bildungsprozess beteiligten Personen und Einrichtungen.

Aktueller Lehrplan

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Sehen

Blinde oder hochgradig sehbeeinträchtigte Menschen nehmen Informationen aus der Umwelt vollständig oder überwiegend über die anderen Sinne und Wahrnehmungsbereiche auf. Die pädagogische Förderung zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, alternative Wahrnehmungsstrategien zu entwickeln und anzuwenden. Das Funktionsniveau der zur Verfügung stehenden Sinne kann durch günstige Lernbedingungen erheblich gesteigert werden. Blinde bzw. hochgradig sehbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche benötigen spezielle zusätzliche Lernangebote, Unterstützungsmaßnahmen und Hilfsmittel sowie eine weit reichende individuelle Förderung unter Berücksichtigung der Auswirkung der Blindheit auf ihren persönlichen Lebens- und Bildungsweg.

Besondere Bedeutung kommt der Sinnesschulung, der Förderung von lebenspraktischen Fertigkeiten sowie der Einbindung der Prinzipien von Orientierung und Mobilität sowie der Förderung der Kommunikation und Interaktion zu.

Aktueller Lehrplan der Sonderschule für blinde Kinder

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Hören

Die Bedeutung des Hörens ist für die soziale, geistige und sprachliche Entwicklung von immanenter Bedeutung.

Wir Hörende können uns nur sehr schwer in die Lage einer hörbeeinträchtigten Person versetzen und nachempfinden, was es bedeutet, seine Umwelt akustisch nur beeinträchtigt wahrzunehmen. Uns ist es nicht möglich, das Gehör abzuschalten.

Die Häufigkeit der kindlichen Hörbeeinträchtigung beläuft sich in den Literaturangaben auf 3-5%. Da durch die Hörbeeinträchtigung die kognitive, soziale, psychische und sprachliche Entwicklung gefährdet ist, gilt es eine Hörbeeinträchtigung durch Reihenuntersuchungen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Spezifische auf das hörbeeinträchtigte Kind abgestimmte pädagogische Überlegungen sind erst nach genauen medizinischen, audiometrischen und psychologischen Diagnosen möglich. Danach erfolgt die Förderung durch eine speziell ausgebildete Pädagogin bzw. eines Pädagogen.

Aktueller Lehrplan der Sonderschule für gehörlose Kinder

Bilingualer Unterricht

Mit dem bilingualen Unterricht Deutsch - Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) soll dieser Unterrichtstyp im schulischen Bereich unterstützt werden.

Informationen bzw. Materialien für den bilingualen Unterricht Deutsch - Österreichische Gebärdensprache:

Auditive Verarbeitungs-und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)

Kinder und Erwachsene mit AVWS sind in der Regel durchschnittlich intelligent und hören normal, trotzdem ist das Verstehen erschwert.

Ursache dafür ist eine Störung der Hörverarbeitung zwischen dem Innenohr und dem Gehirn. Die Ohren hören so gut wie jene eines „Normalhörenden“, allerdings werden die akustischen Reize nicht korrekt an das Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und wahrgenommen.

Schülerinnen und Schüler mit AVWS haben beispielsweise Schwierigkeiten

  • auf Zuruf ihres Namens zu reagieren
  • beim Merken mündlicher Anweisungen
  • in Lärmsituationen und reagieren überempfindlich
  • beim Unterscheiden ähnlich klingender Laute
  • längeren Gesprächen aktiv zu folgen
  • beim Nacherzählen einer gehörten Geschichte
  • sich Liedtexte und Gedichte zu merken
  • beim Merken ihrer Hausübungen
  • bei Ansagen; sie müssen häufig nachfragen

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Sprechen

Der Sprachheilunterricht verfolgt das Ziel, dass Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen Sprache als Mittel zur Kommunikation erwerben bzw. nützen und die Hürde zur Schriftsprache bewältigt wird.

Die sprachheilpädagogischen Fördermaßnahmen müssen auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt und in ein allgemeines pädagogisches Rahmenkonzept eingebunden sein.

Sprachheillehrerinnen bzw. Sprachheillehrer sind Pädagoginnen und Pädagogen mit einer speziellen Zusatzausbildung, die meist an einer Pädagogischen Hochschule erworben wird. Ihre Aufgabe ist vor allem die sprachheilpädagogische Unterrichts- und Förderarbeit sowie in weiterer Folge die Beratung und Zusammenarbeit mit anderen Lehrerinnen und Lehrern, Schulleiterinnen bzw. Schulleitern und den Eltern/Erziehungsberechtigten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Körperliche und motorische Entwicklung

Bewegung als Teil eines komplexen Ganzen (Wahrnehmen, Erfahren, Denken, Handeln, Erleben und Kommunizieren) bildet eine wichtige Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Ein zentraler Bezugspunkt für die Entdeckung und Erschließung der Welt ist der eigene Körper - vom Greifen zum Begreifen. Gleichzeitig lernt das Kind seinen Körper kennen; es erlebt über seinen Körper einerseits seine Befindlichkeit und andererseits artikuliert es über seinen Körper seine Gefühle und Bedürfnisse. Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung können ihre Umwelt oft nur unter erschwerten Bedingungen erforschen und entdecken, so dass dadurch auch ihre Lebensbewältigung subjektiv beeinträchtigt wird.

Durch gezielte, von den individuellen Voraussetzungen ausgehende pädagogische und therapeutische Maßnahmen, die nach Möglichkeit bereits im Rahmen einer intensiven Frühförderung erfolgen und danach in der Schule in den Unterricht integriert werden, sollen die Kinder und Jugendlichen in bestmöglicher Weise in ihrer Entwicklung unterstützen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Verhalten

Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten machen auf ihre Situation durch Signalverhalten (auffällige Verhaltensweisen) aufmerksam. Ihre Notlage kann sich in Lernblockaden, Lern- oder Schulverweigerung, Aggression, Rückzug, Suchtverhalten, Kontaktschwierigkeiten, mangelnder Konzentrationsfähigkeit und Ähnlichem äußern.

Die Gründe für die Entstehung dieser Verhaltensauffälligkeiten können vielfältig sein. Oft ist erst das Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Faktoren für das Auftreten von Schwierigkeiten verantwortlich.

Diese Schülerinnen und Schüler bedürfen einer besonderen Unterstützung und Förderung durch speziell ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen

Nähere Ausführungen zu diesem Thema finden Sie unter http://www.schulpsychologie.at

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Unterricht in Gesundheitseinrichtungen

Jährlich müssen sich zahlreiche Kinder und Jugendliche einem längeren Spitalsaufenthalt unterziehen. In vielen Fällen ist das durch eine schwere bis lebensbedrohende Krankheit bedingt. Wenn auch in den meisten Fällen davon ausgegangen werden kann, dass die Familie eine große Stütze zur Bewältigung der Situation ist, kommen neben der durch die Krankheit selbst bedingten existenziellen Ungewissheit noch folgende Probleme dazu:

  • Isolation wegen der großen Ansteckungsgefahr
  • Phasen der Abgeschiedenheit ohne spezielle Anregung
  • Isolation vom Freundeskreis, von der Herkunftsklasse und den Mitpatienten
  • Probleme, den Lernfortschritt der Herkunftsklasse mit zu vollziehen

Mit Hilfe z.B. von modernen Technologien ist eine Vernetzung mit anderen Institutionen und Schulen eine große Chance für diese Kinder und Jugendlichen. Sie können mit ihren Herkunftsschulen, Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und Lehrpersonen via Email und anderen Formen der digitalen Kommunikation Kontakt halten. Es besteht des Weiteren die Möglichkeit konkrete Lerninhalte, Tests, Schularbeiten, die die Lehrkraft in der Herkunftsschule zusammenstellt, zu vermitteln. Die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort übernehmen nicht mehr die aktive Rolle der Wissensvermittlung, sondern begleiten und beraten beim Erlernen der Inhalte. Somit wird ein späterer Wiedereinstieg in die (Herkunfts-) Schule wesentlich erleichtert und ein eventueller Schullaufbahnverlust vermieden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Bildungsdirektion in Ihrem Bundesland.

Links